Ein freihändig angedachter Beat galoppiert zaghaft drauflos, sepiafarbene Klavierwolken ziehen auf, erst flirrend, dann satter und satter, schließlich erhebt die Isländerin Sóley ihre Stimme, die bis vor rund fünf Jahren noch gar keine Gesangsstimme war. Die Mittzwanzigerin mit dem Kassenbrillengestell hat nämlich erst recht spät, als sie mit ihrer Band Seabear schon längst durch die große, weite Welt tingelte, erkannt, was in dieser Stimme steckt. Denn obgleich Sóley Stefánsdóttir laut eigener Aussage so gut wie immer eine Melodie vor sich her singt, hat es nun mal eine Weile gedauert, bis sie sich an den Klang dieser Stimme gewöhnt hatte. Man kennt das ja.
Besagter Klang steht denn auch im Mittelpunkt ihrer Songs, die wie eine Laterna Magica aufleuchten, Gestalt annehmen, verschwimmen und wieder aufflammen, weiterziehen. Soléy ganz ohne Seabear-Rückendeckung - wobei Bandenchef Sindri natürlich der erste Bär auf Solopfaden war, als Sin Fang Bous - ist in erster Linie eine Geschichtenerzählerin mit ihrem ganz eigenen Wunderland I'll Drown"; recht schüchtern, wenn man ihr auf der Straße begegnet, nicht so in dieser Region, deren Grenzen sie nach Belieben neu auslotet und absteckt, sprengt.
Sie fabuliert, was das Zeug hält, mal sehr zum Leidwesen der Vögel „Smashed Birds", deren Federn gleich zu Beginn der Platte für ein schönes neues Kleid herhalten müssen, während die nur sporadisch auftauchende Gitarre den gezupften Ton angibt; dann über fragilen Hallweiten in just dem Moment, an dem der Traum als solcher enttarnt wird; über Zauberteppichen mit (Stumm-) Filmmusikqualitäten - und stets fügt Sóley, die übrigens Komposition studiert hat, die Elemente mit einem inneren Schnipsen, einem Schnalzen und einer Leichtigkeit zusammen, der man schon häufiger auf dieser Insel begegnet ist. Ganz zu schweigen von diesem isländischen R, das so um die Zungenspitze kullert, erst geradeaus, dann obenrum doch abbiegt und schließlich auf die Zielgrade geht, ganz wie der Buchstabe selbst.
Nach der ersten 6-Track-EP „Theater Island" aus dem vergangenen Jahr nun also ein Album „We Sink", auf dem die improvisierten Beat-Fundstücke immer wieder organisch vor sich hin atmen, die Handclaps im Unterholz zum Mitmachen einladen. Das Resultat ist mal catchy, wunderbar verschroben gelegentlich, nordischer Strickjacken-Folk mit halbblinden Gläsern, die im WG-Abwaschwasser hin und her schippern, schön Lee vor Luv. Ohne lästige Attitüden, einfach nur frei heraus - so wie eine Joanna Newsom ohne Harfe, wie die Casady-Schwestern auf ihrem Debüt mal angefangen haben, dann aber natürlich weniger schief. Obendrauf Vocals und Loops, die wie Holzspielzeugzüge durch die Landschaft gleiten, und immer dieses Klavier, das gemeinsam mit Sóleys Stimme, die sich sogar als Amateur-Beatboxerin ausprobiert, den Ton angibt, zumindest bis wieder irgendwo ein unerwartetes Element erwacht - ein rhythmisches Knarzen oder Fehlen desselben, wie ein versteckter Rube-Goldberg-Apparat, der irgendwo noch etwas anderes anstößt, als Türschwelle in den nächsten Klangraum verweist.
Und so sinken wir immer weiter, bis wir mit einem Mal doch wieder festen Boden unter den Füßen haben, irgendwo im Augenwinkel ein freihändig angedachter Beat drauflos galoppiert, zaghaft zunächst...
Sóley:
www.youtube.com/watch?v=SmG6fenEqt8
www.myspace.com/ssoolleeyy
Sin Fang:
http://www.youtube.com/watch?v=dbDAUwMo6iw
Konzert-Termine - Soléy
Supoort: Sin Fang
04.09.11 Hafenklang - Hamburg
05.09.11 Feinkostlampe - Hannover
06.09.11 Hafen 2 - Offenbach
07.09.11 Blue Shell - Köln
14.09.11 Rote Sonne - Munich
15.09.11 Berghain - Berlin
16.09.11 Scheune - Dresden
Am 29. Mai findet im Duisburger Hundertmeister eine große Party anlässlich des 10-jährigen Geburtstages von Mad Flava statt. Die große Sause startet um 23 Uhr, der Eintritt beträgt 6,- € an der Abendkasse. Für die musikalische Unterhaltung sorgen an diesem Abend der Mad Flava Express mit Deckstarr (Steelisticz) und Freunde.
Weitere Infos findet Ihr...>>>
Der britische Ausnahmekünstler Patrick Wolf hat jüngst am 17.Juni sein neues Studioalbum
"Lupercalia" auf Universal veröffentlicht. Hier habt ihr die
Möglichkeit, in das Album hineinzuhören:
http://artists.universal-music.de/uid/_webwheel/patrick_wolf
Hier die Daten für die Tour von Patrick Wolf im Herbst:
08.11.11
Hamburg, Uebel & Gefährlich
14.11.11 Berlin,
Astra Kulturhaus
18.11.11 Leipzig,
UT Connewitz
22.11.11 München,
Freiheiz...>>>
Die Welt hat viele Enden. Damit sind keineswegs die doch recht beliebigen
Erscheinungsdaten des Leibhaftigen gemeint, die selbsternannte Propheten auf die
Billboard-Tafeln der USA schreiben, sondern all die einsamen Orte, an
denen so wenig los ist, dass sie quasi selbst zu klingen anfangen. Tame Impala
kommen von so einem Ort, sie sind in Westaustralien aufgewachsen.
Viel Land,...>>>
weiter lesen...
Mit Man Overboard holt die Berliner Booking-Agentur No Decline Booking in den nächsten Wochen gleich zwei amerikanische Bands nach Europa. Zum einen wären da die Punkrocker von Man Overboard aus New Jersey. Deren Tourtermine findet ihr hier:
Man Overboard - Konzerttermine
07 Dec. 2010 TBA 08 Dec. 2010 Manchester, UK @ Retro Bar 09 Dec. 2010...>>> weiter lesen...
BREED77 - Tourtermine
supporting ILL NINO
12.03. London - UK - Kick
Out The Jams Festival
13.03. Reading - UK - Sub 89
14.03. Manchester - UK
- Moho Live
15.03. Glasgow - UK - King Tut's
17.03. Nottingham - UK -
Rescue Rooms
18.03. Prestatyn - UK - Hammerfest
19.03. Nuneaton - UK -
Queens Hall
20.03. Cardiff...>>>
Wenn Johannes Gammelby nachts um 2.00 Uhr
plötzlich von der Inspiration gepackt wird und versucht, eine seiner
eindringlichen Gesangslinie festzuhalten, horchen die Nachbarn auf. Selten war
ein Mensch so aktiv, so getrieben, und das einzig unter dem Einfluss von Kaffee.
Die erste Single "Oh, The Irony" wurde inmitten eines einmonatigen Hungerexperiments geschrieben, während dessen das Frühstück bis...>>>
weiter lesen...
Außerdem gibt es noch 2 Gigs in HAMBURG & BERLIN für die wir Tickets verlosen können.
04.06 Nürburg -...>>>
weiter lesen...Schreibt eure lustigen, spannenden, Gänsehaut erzeugenden oder auch mal nicht so gelungenen Konzert-Erlebnisse in den Genres Post-Punk, -Rock, Doom, Metal, Instrumental, Noise, Avantgarde und Artverwandtem als Konzert-Bericht. Ebenfalls freuen wir uns immer über die neuesten Album-Reviews eurer persönlichen Favoriten in den genannten Stilarten. Werdet ein Teil des Profilneurotiker-Teams und lasst uns und Andere an euren Erlebnissen und Eindrücken teilhaben! Ab und an besteht auch die Möglichkeit mit verschiedensten Musikern und Bands ein persönliches Interview zu führen. Weiteren Vorschlägen in Form von konstruktiver Kritik oder Vorschlägen gegenüber sind wir natürlich auch immer aufgeschlossen.
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