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Review | Razorlight - Razorlight

Sa. 12 Juli 2008

Razorlight - Razorlight - Album CoverEtwas uninspiriert mag die Wahl des Albumtitels erscheinen, dies tut dem zweiten Album „Razorlight“ aber keinen Abbruch. Und auch die Kürze der Platte darf einen nicht abschrecken – auf gerade mal 35 Minuten finden immerhin 10 Songs Platz, die alle ihre Berechtigung haben.

Die britisch-schwedische Band um Johnny Borell schlägt einen eindeutigen Richtungswechsel ein. Nach den Vergleichen mit Libertines oder The Strokes, sieht sich das meist weiße Jeans tragende und selbsternannte Genie Borell jetzt in einem amerikanischen Roadmovie – weg vom Kleinstadtpunk. Das mag die einen freuen und die anderen enttäuschen. Sicher ist: die Platte polarisiert.

Dies wird schon mit dem Opener „In The Morning“ klar – denn hier verabschieden sich Razorlight ganz klar vom Vorgänger „Up all night“. Der Song ist zwar fröhlich und Razorlight typisch gitarrenlastig, aber auch die Ernsthaftigkeit hat ihren Einzug bei dem Quartett gehalten. Borell fordert mit seinen Lyrics das Erwachsenwerden auf: „Remember when you were young and lose yourself". Ein wenig unschuldiger kommt „Who needs love“ daher – ein süßer, einfacher Popsong, der nur aus Klavier, Gitarre und gehauchtem Gesang von Borell besteht. In „Hold on“ kippt die romantische Stimmung, laute Riffs und der Motown-Rhythmus gehen einem schnell in Kopf und Beine.

Song Nummer 6 "I Can't Stop This Feeling I've Got" soll laut Borell am ehesten die Hörer des Debüts besänftigen, die dem rauen Rock von „Up all night“ nachtrauern – es ist das ernannte Herz des Albums. Die Mischung ist umwerfend: sexy gehauchte Passagen, von Björn Ågren hervorragend gespielte ruhige Gitarren und ein kontrovers lauter, schneller Refrain – hier waren Meister am Werk. Die versprochenen Amerika-Einflüsse findet man bei " Los Angeles Waltz " oder „America“. Für Fans wird vor allem dieser Finalsong „Los Angeles Waltz" gewöhnungsbedürftig sein – er könnte auch vom Alt-Rocker Bruce Springsteen stammen. Auch hier geht es wieder um den Ernst des Lebens und die Höhen und Tiefen einer Beziehung, die der Leadsänger eindringlich und fast klagend beschreibt.
Die Songs sind keine reinen schrammeligen Popstücke mehr, sondern einprägsamer und emotionaler.

Gewöhnungsbedürftig, aber gut.

Tracklist:

1. In The Morning
2. Who Needs Love?
3. Hold On
4. America
5. Before I Fall To Pieces
6. I Can't Stop This Feeling I've Got
7. Pop Song 2006
8. Kirby's House
9. Back To The Start
10. Los Angeles Waltz


 

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