Der Titel des Albums der Berliner Sängerin und Songwriterin sagt es bereits: Sesel ist laut Bergitta Victor nicht mehr und nicht weniger als eine "Ode an meine Heimat, den Seychellen", einem kleinen Paradies, gelegen im Osten Afrikas, nördlich von Madagaskar.
Die wörtliche "Ode an die Heimat" jedoch findet sich in Victors beiden auf Seselwa (diese Sprache wird oft als "Kreolisch" bezeichnet) gesungenen Liedern, dem Titelsong Sesel und dem von Bergittas Onkel Patrick Victor geschriebenen Donn li en rev. Jener Titel bedeutet auf Deutsch "Gib ihm einen Traum" und beschreibt die Nöte der Kinder, die auf der Straße leben. Das Album Sesel ist in jeder Hinsicht Ausdruck der Vielseitigkeit der Künstlerin, die nicht nur auf Deutsch, Englisch und Seselwa singt, sondern sich auch in den unterschiedlichsten Genres tummelt.
Von Calypso-Rhythem bis Funkbeat, die kleine Frau mit dem großen Afro und der noch größeren, gewaltigen Stimme verfügt live wie auf CD über eine unbändige Energie. Ihre Auftritte beweisen Bühnenpräsenz, Humor und die Fähigkeit, ein Publikum mitzureißen. Mal groovt und swingt sie jazzig, durchtobt dann kurz den Funk und die Black Music, um anschließend smooth und schmusig in sanfterer Stimmung zu schwelgen. Kurz, Bergitta Victor kann alles. Und sie will das Experiment, sucht ständig das Neue. So gelingt ihr auch die nahtlose Integration deutschsprachiger Songs in ihr facettenreiches Programm; Victor zelebriert dabei selbst so emotionale Texte wie ihren Song Berühr mich, die anderen Künstlern ins Schlagerhafte abgleiten würden, über jeden Zweifel erhaben. Dass sie auch in Zukunft in Bewegung zu bleiben gedenkt, drückt sie selbst ganz lapidar so aus: Ich kann und ich will mich nicht festlegen! Und das wäre, bei diesem überbordenden Talent für die Überraschung, ja auch irgendwie schade...
Tracklist:
1. Sesel
2. If I Should Go feat. Namusoke
3. Berühr mich jetzt
4. Sprich mit mir
5. So deep feat. Namusoke
6. Every Word You Say
7. Silly Song
8. Sinn Des Lebens
9. Je Mehr
10. So Deep (Original)
11. Sister (Yeah Yeah)
12. Donn Li En Rev
13. Love (We Do Strange Things)
Label: Jazzhaus Records
VÖ: 28. August 2009
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