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Review | Crookers - Tons Of Friends

Fr. 16 April 2010

Crookers - Tons Of Firends

VÖ: 12.03.2010
Label: Ministry Of Sound / Warner

Heiße Luft? Nix da – der Hype um die Crookers nähert sich langsam, aber sicher dem Siedepunkt. In Dance-Kreisen gelten die beiden Mailänder schon jetzt als DIE hippsten Newcomer, und bald wird auch der Rest der Welt nicht mehr an ihnen vorbeikommen. Sobald das Debütalbum der Crookers die Shops erreicht, liegt ihnen der ganze Globus zu Füßen – garantiert!

Als kleinen Vorgeschmack auf kommende Hits machten sie Anfang des Jahres schon mit ihren Remix von Kid Cudis ‚Day’n’Nite‘ von sich reden. Der Track eroberte locker die #2 der britischen Charts und ist gerade dabei, auch die US-Charts aufzurollen. Aber die beiden Beattrickster haben noch viel mehr zu bieten – mittlerweile klopfen selbst Megastars wie Kanye West und Will I Am bei den Crookers wegen Kollaborationen an, während ihr U2-Remix den Hüftschwung der Dolce&Gabbana-Catwalkmodels verschönert. Mehr Klicks als Coldplay auf MySpace? Das sagt doch eigentlich schon alles – die Crookers stehen kurz vor der Explosion!

Gemeinsame Sache machen Phra und Bot übrigens schon seit 2003. Damals entdeckten sie nicht nur ihre gemeinsame Liebe für Hip-Hop und House, sondern auch die – zu der Zeit – brandneuen, basslastigen Sounds von Switch (UK) und Diplo (US). „Der Name Crookers beschreibt einfach gut, was wir hier machen. Also Beats und Tracks, die nie 100% eingängig und gradlinig sind, sondern immer etwas verdreht und schräg (crooked).“ Obwohl beide eigentlich aus der Hip-Hop-Ecke kommen und mit Acts wie den Beastie Boys, A Tribe Called Quest, Madlib oder J Dilla groß geworden sind, brachte sie ein Zufallskauf auf den House-Trip. „Ich hatte mir damals diese Second-Hand-Technics besorgt, und der Typ hat mir umsonst ein paar Houseplatten dazu gegeben. Zuerst fanden wir die einfach nur furchtbar, wir wollten viel lieber scratchen und Hip-Hop-DJs werden. Aber dann haben wir richtig gute House-Spezialisten wie Moodyman und Theo Parrish entdeckt und so langsam Appetit bekommen.“ House und Hip-Hop? Eine schräge Mischung … also ganz nach dem Geschmack der Crookers. Und zuhause in Mailand – weit weg von London und den Ursprüngen dieser basslastigen Szene – konnten sie ganz in Ruhe ihren eigenen musikalischen Style feinschleifen.

2006 erschien mit ‘End 2 End’ ihr erstes Release, aber der richtige Durchbruch folgte genau ein Jahr später mit ‘Love To Edit’ und ‘Knobbers’, beide auf ihrem aktuellen Label Southern Fried, die in der Musikszene für ziemlichen Aufruhr sorgten. Beweise gefällig? Ein kurzer Blick auf YouTube zeigt die beiden beim letztjährigen ‚I Love Techno‘-Festival – und 10.000 dankbare Fans, die den Hook von ‚Knobbers‘ mitsingen. Phra kann es immer noch nicht wirklich fassen: „So etwas hatte ich bisher noch nie erlebt – die Leute waren nur für uns da, kannten alle Tracks … das war sehr persönlich und ging mir ziemlich nahe.“

Auch andere Musiker gaben sich als Fans zu erkennen und beauftragten die Crookers mit mehr als zwei Dutzend Remixen, u. a. Clubkracher für Dusty Kid (‚The Cat‘) und Kid Cudi (‚Day and Nite), aber auch Songpolitur für A-List-Stars wie die Chemical Brothers, U2 oder Moby. Bewaffnet mit derart großen Türöffnerreferenzen konnten die Crookers direkt bei ihren Lieblingsmusikern anklopfen. Auf dem passend betitelten Debütalbum ‚Tons Of Friends‘ geben sich so illustre Stars wie Kelis, Soulwax, Major Lazer, RadioClit, Spank Rock, Pitbull, Tim Burgess, Kardinal Official oder Roisin Murphy die Klinke in die Hand. Die einzelnen Tracks sind über ganz Europa verteilt in verschiedenen Studios entstanden oder wurden direkt via iChat und E-Mail ausgearbeitet. „Besonders mit Will I Am lief die Zusammenarbeit super, denn er war dauernd auf der Suche nach neuen Sounds. Er war ein totales Energiebündel und hat uns im Studio ständig mit neuen Ideen bombardiert. Aber auch Roisin war ein Traum; sie hat ihren Song um einen unserer Beats herumgeschrieben und an nur einem Tag im Studio eingespielt. Bei Spank Rock lief’s genauso – einmal den Beat anhören und dann den Part am selben Abend aufnehmen.“
Auf Ibiza trafen sie letztes Jahr noch Chas Smash von Madness – auf den ersten Blick eine ungewöhnliche Kombi, wenn man bedenkt, wie urenglisch diese Skaband eigentlich ist. „Als herauskam, dass er hinter dem ‚Heavy Heavy Monster Sound‘ steckt, haben wir ihm ein Update eines unserer Lieblingslieder (One Step Beyond) vorgeschlagen.“ Neben Roisin Murphy setzt auch Kelis auf selbstbewusste Girlpower. „Kelis bringt die Party zum Kochen und Roisin singt, dass sie sich nicht verarschen lässt.“ Aber auch die beiden alten Helden der Mailänder ließen sich nicht lumpen: Auf ‚Jump Up‘ machen Diplo und Switch gemeinsame Sache mit den Crookers – für gepimpte Bassriffs der Sonderklasse!

Also Augen auf (und Ohren sowieso) wenn die Crookers diesen Sommer ihren Dancefloor-Status verteidigen – mit hauseigenen, crooked R&B/Pop-Hits. Schon jetzt platzt ihre Friends-Liste aus allen Nähten. Und bis zum Jahresende werden es noch eine ganze Reihe mehr geworden sein...


Tracklist:

01. We Love Animals – feat Soulwax & Mixhell
02. No Security – feat Kelis
03. Natural Born Hustler – feat Pitbull
04. Lets Get Beezy – feat Will I Am
05. Park The Truck – feat Spank Rock
06. Hold Up Your Hand – feat Roisin Murphy
07. Hip Hop Changed – feat Rye Rye
08. Cooler Couleur – feat Yelle
09. Birthday Bash feat The Very Best, Marina & Dargen
10. Put Your Hands On Me feat Kardinal Offishall & Carla-Marie
11. Royal T – feat Roisin Murphy
12. Remedy – feat Miike Snow
13. Arena – feat Poirier & Face-T
14. Tee-Pee Theme – feat Drop The Lime
15. Transilvania – feat Steed Lord
16. Have Mercy – feat Carrie
17. Jump UP – feat Major Lazer, Leftside & Supahype
18. Lone White Wolf – feat Tim Burgess
19. Day N Nite Accapella Version
20. Embrace The Martian – feat Kid Cudi



 

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