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Das Pack - s/t

Von Profilneurotiker am Do, 18 Februar 2010

Das Pack Das Duo Infernale aka. Pensen und Flozze veröffentlichen ihr Debütalbum.

Das Pack heißt die Band und Rock ist der Inhalt. Auf einem Dutzend Songs toben sich die smarten Herren aus der Hansestadt aus und reanimieren erfolgreich formally verstaubte Rockdevotionalien. Kurz gesagt: Es wird laut!

Faktisch lässt sich das Packgebäude auf drei Säulen stützen: Kompetenz, Originalität und Respektlosigkeit. Denn fraglos beherrschen sie den Umgang mit ihren Instrumenten: Ob nun Flozzes Trommelextasen oder Pensens  Siebensaitergitarrenorgasmen - die Synapsen kochen über und pure Energie wird freigelegt.

Obgleich der Oberbegriff „Rock“ zu jeder Zeit spürbar ist, loten Das Pack auch alle möglichen Nuancen und Schnittstellen aus: Mal bezaubern sie durch beschwingt groovende Tanzmelodien wie im Schlittschuh-Lied, dann wiederum  zerhacken sie jedwede Popattitude in aggressivster Punkrockmanier. Ergebnis: „Alle Menschen tot“! Aber selbst die polemischsten Ausflüge werden hier auf intelligente Weise mit Humor behandelt, davon strotzt bereits der Albumopener „Heavy Metal Kind“, in dem auf die denkbar wahnwitzigste Art in metalüblichen Genreklischees gebadet wird, bis die Finger verschrumpeln. Reminiszenz und relativierendes Augenzwinkern gleichermaßen, oder anders ausgedrückt: Einfach zauberhaft! Dann aber blitzt wiederum ein bisschen Funk auf, lässig vorgetragen und krampffrei gezupft: Wo sich die Finger herkömmlicher Gitarristen heillos verknoten würden, fällt hier gerade mal der Startschuss. Glücklicherweise ohne
die damit normalerweise verbundenen ellenlangen Selbstbeweihräucherungssoli; das macht die Platte knackig und den Moshpit zur Sauna. Das Musik grenzenlos ist, beweisen sie mit jedem Lied aufs Neue, denn die Packrocker vereinigen Metal, Punk, HipHop, Garage und Liedermachertum zu einer einzigartigen Melange, deren Ziel lachende Gesichter und belebte Tanzflächen darstellen.

Doch auch textlich passiert hier so einiges: Von der eigenen Unsterblichkeit bis zur energischen Einforderung, individuelle Schwäche auszuleben: die Liebe lebt wo Wut kulminiert. Die Themen liegen auf der Straße, Das Pack hebt sie alle auf! Dabei bleiben sie stets authentisch und vermeiden gewissenhaft jede Form von Setzkastenlyrik. Sie sprechen ihre eigene Sprache und die ist schön.

Und zu guter Letzt wird auch das Herz bedient: Die Seele blüht ganz ohne Schmalz: „Ich ruh mich aus“! Fraglos klar: Das Pack hat auf diesem Album genau das konservieren können, was sie live zu transportieren in der Lage sind: Spaß, Gefühl und Energie. Grand cinema quasi!

Das Pack - s/tDAS PACK - s/t

VÖ: 15.01.2010
REDFIELD 040

Tracklist:

1. Heavy Metal Kind
2. Angelala
3. Geh mir aus der Sonne
4. Unsterblich
5. Schlittschuh - Lied
6. Fass mir an die Füsse
7. Schwach sein
8. Waschzwang
9. Alle Menschen tot
10. Mein Schwan
11. Treue oder Pflicht
12. Ich ruh mich aus

Produktion:
Tilmann Hopf und Markus Geiger (Chéz Chérie Studio Berlin)

Mastering:
Michael Schwabe (Monoposto)

Design: Sabine Panek

Redfield Records
Thunbuschstraße 5
42781 Haan-Gruiten

www.redfield-records.de

 

Tag: Review,Verlosung,Rock,Indiependent

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