VÖ: 24.03.2011
Label: The Store For Music
Genre: Hard Rock
Autor: Jörg Edelmann
Damals, als alles noch besser war, waren DOKKEN der Hammer. Sie verkörperten vor allem mit den ersten drei Alben 1983-85 mit ihrem hoch melodischen und trotzdem ordentlich rockenden Gute Laune-Sound irgendwie genau das lockere, sonnige Feeling, das man sich beim Begriff Los Angeles vorstellen konnte. Das ist lange her, Besetzungswechsel - einzig Drummer Mick Brown (LYNCH MOB, TED NUGENT) ist neben dem Namensgeber seit den Anfangstagen dabei - und schwache Alben waren die Regel. Erst mit den letzten Alben "Hell To Pay" und zuletzt 2008 "Lightning Strikes Again" ließ man wieder aufhorchen. Und weil der 80er Hair-Rock gerade wieder angesagt ist und eh alle alten Bands wieder ausgegraben werden, will man auch wieder mitmischen, das machen ja alle so. Weil einem nichts Neues einfällt, bringt man seine alten Hits raus, das machen ja auch alle so. Und weil man schon so viele Best Of-Scheiben hat, spielt man eben die alten Hits neu ein, ja, auch das machen ja alle so. Im letzten Frühling bereits als "Greatest Hits II" zumindest in Japan und der USA erschienen, gibt es diese Sammlung einschließlich vier neueren Songs nun unter dem bescheidenen Namen "The Anthems".
Dass DOKKEN gerade in den ersten Jahren reichlich Hymnen geschrieben haben, die auch zu den Hochzeiten des Hair-Rock gefeierte Highlights waren, steht außer Frage. Daraus nur 10 Rosinen rauszupicken, das lässt immer Wünsche offen, ein schick aufgemachtes Doppelalbum wäre sicher willkommen gewesen. Hier aber gibt es in absolut magerer Verpackung 10 Songs, die im Original wirklich klasse sind, hier solide neu eingespielt wurden, ohne jedoch den damaligen Zeitgeist so brillant zu transportieren wie eben die Originale. Gitarrist Jon Levin gelingt es sehr gut, den Stil von George Lynch (LYNCH MOB) umzusetzen, was er auch schon auf den letzten Alben deutlich zeigen konnte. Hier bei den Oldies aber fehlt das Feuer, welches das Spiel von Lynch so eindrucksvoll machte. Die Vocals des Namensgebers Don Dokken sind mal ganz ok, oft auch lieb- bis leblos, ebenso die müden Backing Vocals. So wird man den eigenen Klassikern nicht gerecht, auch wenn 2-3 Songs recht nett rüberkommen, sorry. Auch die neuen Songs können da nicht viel retten. "Almost Over" und "Magic Man" sind ok, klingen eher nach Überbleibsel des letzten Albums. Völlig unpassend wirken dagegen die beiden Coversongs, die daher auch gleich vorsorglich als Bonustracks verkauft werden. Diese Versionen vom THE KNICKERBOCKER Oldie "Lies" und des THE HOLLIES-Hits "Bus Stop" klingen eher nach einer fröhlichen Alte Herren-Hobby-Band als nach einer Band, die mal Rockgeschichte geschrieben hat. Nein, da höre ich mir lieber das charmante ´66er Original der HOLLIES an.
Für echte DOKKEN-Fans ist "The Anthems" gerade noch akzeptabel, aber sicher kein Pflichtkauf. Wer die Band kennenlernen möchte, der greift lieber zu einer der vielen älteren Best Of/Greatest Hits vom Grabbeltisch oder zu den Highlights "Tooth And Nails" und "Under Lock And Key".
Veröffentlichungstermin: 24.03.2011
Spielzeit: 60:19 Min.
Line-Up:
Don Dokken - Vocals
Jon Levin - Guitars
Sean McNabb - Bass
Mick Brown - Drums
Label: The Store For Music
Homepage: www.dokken.net
MySpace-Seite: www.myspace.com/dokken
Tracklist:
1. Just Got Lucky
2. Breaking The Chain
3. Into The Fire
4. The Hunter
5. In My Dreams
6. It´s Not Love
7. Alone Again
8. Dream Warriors
9. Unchain The Night
10. Tooth And Nail
11. Almost Over
12. Magic Man
13. Bus Stop
14. Lies
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