VÖ: 22.10.2010
Label: Denovali Records
Her Name Is Calla haben am 22.10.2010 ihr Debutalbum The Quiet Lamb auf Denovali Records in unterschiedlichen und in allen Fällen sehr aufwändig gestalteten Fassungen veröffentlicht. Die CD von Her Name is Calla erscheint als liebliches Arigato-Pak mit einem 24-seitigen Booklet, es gibt eine streng limitierte Edition von nur 200 Stück in hölzernen Schachteln. Das Vinyl von The Quiet Lamb erscheint als gebundenes schweres Dreifach-Cover, ebenfalls mit 24 Seiten Booklet und entweder als Ultraclear Vinyl (250 Stück) oder als schwarzes Vinyl (250 Stück) zu Euch ins Haus. Außerdem gibt es eine ebenfalls streng limitierte Version von 200 Stück als Picture Disk mit großem Inhalt! Und als wäre das noch nicht genug bieten Denovali und Her Name Is Calla T-Shirts mit neuem Artwork an! Schaut Euch hier einfach um: Her Name is Calla auf Denovali Records.
Das Debut-Album der Engländer Her Name Is Calla ist größtenteils atmosphärisch, sanft und ruhig gehalten. Im Großen und Ganzen kann man die Musik der Band als Post-Rock bezeichnen, in welchen sie hin und wieder ausbrechen. Doch vorrangig machen Her Name Is Calla eine sehr emotionale und ruhige Musik zum Träumen.
So fungiert der Opener Moss Giant als Prelude und nimmt den Hörer mit auf den ruhigen Beginn einer Reise durch die Klanglandschaften, die die Band über knapp 76 Minuten erzeugt. Der Song baut sich sehr langsam auf und lässt zunächst nur mystische und weit entfernte Sphärenklänge erklingen, bevor dazu einige Becken und ein dezent gespieltes Piano erklingen. Ab und an erklingt die Stimme von Tom in der Ferne, allerdings nur seicht angedeutet. Bei dem zweiten Song A Blood Premise lassen Her Name Is Calla dann erste Melodiefolgen wachsen, stets in entspanntem Tempo. Man nimmt eine recht klassisch orientierte Instrumentierung wahr, so hört man - neben Gitarre, Bass und zunächst einigen Pauken- und Beckenschlägen - Sophie's Geige und einige Blechbläser, die vornehmlich Thom bei Her Name Is Calla spielt. Der Titel schwillt ganz behäbig an, lässt kurz ein lauteres Licht aufblitzen, um sogleich wieder zurück zum Urpsrung, soll heißen in die Stille über zu gehen. Pour More Oil als nächster Track beginnt mit Gitarre und einem Chorgesang der Bandmitglieder, dazu kommt die Violine von Sophie, bis schließlich Adam mit dem Schlagzeug und später Thom mit seiner Posaune einsetzt. Sie bauen stetig ihren Sound af, geprägt vom wehmütigen und gefühlvollen Gesang Tom's, der sich wunderbar passend in das sehr emotionale Klangwerk von Her Name Is Calla einbringt. Die Länge des Songs mit knapp 7:25 Minuten bemerkt man kaum, die Minuten fliegen nur so an Einem vorbei und fesseln den Hörer interessiert und aufmerksam zu lauschen.
Interval 1 ist wie der Titel unschwer vermuten lässt ein kleiner Einspieler von abermals sanften Streichern, die sich wie es scheint über eine uralte Tonaufnahme ausbreiten, bevor dann in Condor And River zunächst wieder eine leise angezupfte Gitarre den Ton angibt. Die Melodie steigert sich stetig, bis dann Drums und Bass zugleich mit einstimmen und Einen mindestens zum verträumten Mitwippen animieren, dabei versunken in die Klänge der fünf Musiker. Spätestens nach einem Drittel des Songs, der sage und schreibe 17 Minuten Länge hat (damit aber das absolute Höchstmaß an Länge auf diesem Album darstellt), poltern Her Name Is Calla zum ersten Mal richtig los, eingeleitet durch Staccato-haftes Geigenspiel und den Marsch gebenden Snares, Bass und Gitarre kommen hinzu, die Bläser...und da sind wir drin, mitten im Ausbruch in recht typischer Post-Rock-Manier! Doch dies hält nur für kurze Dauer an, natürlich können uns Her Name Is Calla nach dieser Klangexplosion erst Mal eine Verschnaufpause, um wieder zu Sinnen zu kommen, wieder begleitet von den lieblichen Klängen, die die Musiker aus ihren Instrumenten zaubern. Ein wunderbar harmonisches und stimmiges Spiel zwischen Stimme, Violine, Trombone, Piano und der Rhytmussektion lässt den Song langsam ausgleiten.
Long Grass als sechster Titel des Albums The Quiet Lamb beginnt wieder ganz sanft mit Tom's Stimme und Banjo, Mandoline und Gitarre, unterlegt von einigen Becken, die rauschen. Der Song zeigt erneut die träumerische Art der Musik von Her Name Is Calla auf, welche wunderbar zu diesen trüben Herbsttagen passt, wobei auch immer eine gewisse Note an Melancholie in der Musik und im Gesang mit schwingen. Die Mandoline und Tom's Stimme bilden im nächsten Song Homecoming eine folkige Basis. Das Lied scheint bewusst mit einer Art Home-Recording-Charme versehen worden zu sein, klingt es doch wie von einem Freund der nebenan im Raum sitzt, der sein Leid in ein trauriges Lied verpackt. Bei Thief beginnen Her Name Is Calla mit verhallten Sidesticks und einer Schelle, eine Orgel kommt hinzu, Gesang, Violinen, Träumen! Interval 2 ist abermals eine Klangcollage aus Streichern, Keyboards, Stimmen...Dann in The Union: I Worship A Golden Sun rüttelt einen ein verhalltes, fast schon Trip-Hop-artiges Schlagzeug wieder wach, unterlegt von sphärischen Keyboard-Klängen und Stimme, bis der Bass verzerrt wird und dann auch die Gitarre mit Distorsion einsetzen. Ein zweites Aufbäumen in der bisher eher getragenen Reise mit The Quiet Lamb.
The Union: Recidivist gleitet dann auch nahtlos in den Song zuvor über, erneut getragen von Streichern, einer Flöte und Tremolo-Gitarren, die sich dann in Rückkopplungen verlieren und ein Getöse heraufbeschwören, in welchem jedes Instrument ausgiebig zum Zuge kommt und in diesem Noisepart des Albums mitwirkt. Als Finale ertönt dann wieder nahtlos The Union: Into The West, in welchem sich die Musiker zunächst wieder beruhigen, um dann mit ihren Bläsern in fast schon mexikanisch-spanischer Art und einem steten Tom-Getrommel unterstützt von der Snare wieder Fahrt aufzunehmen, um letztendlich noch ein Mal alles heraus zu kitzeln und in einem für das Album recht schnellen Ende zu verhallen.
Alles in Allem ist das Debut von Her Name is Calla ein wirklich wunderbares Albm geworden, welches einen komplexen und dichten Sound aus klassischer Instrumentierung, Harmonien, Gesang und Post-Rock-artigen Ausbrüchen beinhaltet. Die jahrelange schwere Arbeit in heimischen Schlafzimmern hat The Quiet Lamb zu einem eindrucksvollen Erstlingswerk gemacht und darf gespannt sein auf das, was Her Name Is Calla noch so an Gänsehaut-Momenten in Klänge und Atmosphäre hüllen werden.
Homepage: www.hernameiscalla.co.uk
Myspace: www.myspace.com/hernameiscalla
Her Name Is Calla sind:
Tom Morris - Vocals, Guitar, Banjo, Piano, Organ, Percussion
Michael Love - Bass, Double Bass, Vocals, Percussion
Adam Weikert - Drums, Double Bass, Vocals, Piano, Recorder, Theremin, Organ
Sophie Lee - Violin, Vocals, Percussion
Thom Corah - Trombone, Piano, Vocals, Synthesizer, Max MSP, Harmonica, Percussion
Tracklisting:
1. Moss Giant
2. A Blood Promise
3. Pour More Oil
4. Interval One
5. Condor And River
6. Long Grass
7. Homecoming
8. Thief
9. Interval Two
The Union
10. Part One: I Worship A Golden Sun
11. Part Two: Recidivist
12. Part Three: Into The West
Her Name Is Calla live auf dem Denovali Swingfest
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Label: Audiolith Records
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