8 Jahre! . . . 8 Jahre ist es her, seitdem das letzte Album von SIEGES
EVEN "Uneven" (1997) erschien. Nun melden sich die vier Münchener
furios mit neuem Sänger (Arno Menses), altem Gitarristen (Markus
Steffen) und ihrem mittlerweile sechsten Album zurück. Damalige
Releases dieser Truppe waren mitunter sehr vertrackt und für einen
unvorbereiteten Hörer kaum nachzuvollziehen. Mittlerweile haben SIEGES
EVEN es jedoch geschafft, unmenschlichste Betonungen und
Gesangsmelodien zu verarbeitet, die aber dennoch himmlisch und fast
schon eingängig klingen.
Nach einem kurzen Intro mit Babylauten, welches gut als die
Wiedergeburt dieser Truppe interpretiert werden kann, geht es auch
schon zur Sache. Cleane Gitarren mit einem tragenden Bass fusionieren
mit dem Schlagzeug zu einem Geflecht aus Klängen, dass durch ein kurzes
Break unterbrochen wird und dem Gesang Platz verschafft um sich
daraufhin zu entfalten. Und das tut er auch ohne Zweifel auf erhabene
Art und Weise: Mit Satzgesang und ineinander übergehenden Phrasen, die
einen sofort fesseln. Spätestens ab "Sequence II: The lonely views of
condors" sollte der Hörer mit offenem Mund daheim sitzen. Es treibt, es
umhüllt einen mit schöen Melodien und fordert einen geradezu auf die
Anlage lauter zu drehen.
Es wird viel mit cleanen Gitarren gearbeitet was viel Atmosphäre
schafft, aber der Stimmung und dem Gefühl einem Rock/Metal Album
zuzuhören, kaum Abbruch schafft. "Sequence V: Blue wide open"
verzaubert einen mit akustischen Gitarren und dem immer wieder zu
erwähnenden Gesang von Arno Menses. Die 8 Sequenzen, in die das Album
unterteilt ist, fügen sich problemlos in ein Gesamtkonzept ein, bei dem
immer wieder Themen und Ideen von vorigen Stellen aufgegriffen werden.
Frickelige Phasen fügen sich unaufdringlich in das Gesamtbild der Songs
ein, ohne, wie bei progressiver Musik häufig, nervig zu wirken.
Nicht zuletzt die angenehme, warme Stimme von Arno Menses macht aus
diesem Album ein Meisterwerk. Die Produktion von Uwe Lulis (Ex-Grave
Digger, Rebellion) schafft es, diese komplizierte Musik verträglich an
den Hörer zu bringen. "The Art of Navigating by the Stars" ist
f&uouml;r jeden etwas, der an klaren Gesang, unkonventioneller
instrumentaler Arbeit und Songschemen Spaß hat. F&uouml;r
progressive Fans ist diese Scheibe definitiv ein Pflichtkauf!
Arno Menses - Vocals
Markus Steffen - Guitars
Oliver Holzwarth - Bass
Alex Holzwarth - Drums
Tracklist:
1.) Intro: Navigating by the Stars
2.) Sequence I: The Weight
3.) Sequence II: The Lonely Views of Condors
4.) Sequence III: Unbreakable
5.) Sequence IV: Stigmata
6.) Sequence V: Blue Wide Open
7.) Sequence VI: To the Ones Who Have Failed
8.) Sequence VII: Lighthouse
9.) Sequence VIII: Styx