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Dour 2009 - Tag 3 - Festivalbericht

Di. 21 Juli 2009

An diesem dritten Tag in Dour konnten wir uns den Weg zum Supermarkt ersparen und hatten so ein wenig mehr Zeit am "morgen", beovr wir wieder auf das Festivalgeläne gingen.

The Death SetAuf der Last Arena spielten bei unserer Ankuft dort Malibu Stacy, eine belgische Indie Rock Band, die uns aber zu dem Zeitpunkt nicht sonderlich zusagte. Als erstes standen ohnehin um viertel nach Zwei The Death Set aus Brooklyn Melbourne Philly ?!? vom von mir sehr geschätzen Ninja Tune Label auf dem Plan. Ich wusste von der Existenz dieser Band und deren Release auf eben Ninja Tune, aber kannte deren Musik nicht. Alles, was bisher zu mir durchgedrungen war, war dass ich meinte The Death Set machen elektronisch-basierten Rocksound. Das war auch nicht völlig daneben, doch überwog eher Dance Punk in Reinform. Die drei Kerle ließen zu Beginn ein Intro vom Band laufen, welches die von mir erwarteten Elektro- und HipHop-Sounds beinhaltete. Einer der Sänger sprach auch die Vocals der Samples mit, und mit einem Knall begann dann auch schon die Show von The Death Set. Und von Anfang an schepperten einem die beiden ordentlich verzerrten und bratzigen Gitarren sowie das Schlagzeugspiel um die Ohren! Der Drummer vom Death Set zog dabei wirklich urkomische Grimassen, und die Drei hatten sichtlich Spaß bei dem, was sie da taten. Zwischen den Songs wurden immer wieder Samples vom Band abgespielt, welche abrupt durch den harten Einsatz der Instrumente beendet wurden. Die Songs gingen also sozusagen nahtlos ineinander über. Zwischendrin gab es auch ein Tribut an Michael Jackson mit einem kleinen Medley verschiedener Hits des King Of Pop,was aber wieder wüst unterbrochen wurde mit dem nächsten Geknüppel. The Death SetDie beiden Gitaristen, von denen bei Einem der Single Coil in seiner Gitarre fehlte, wechselten abwechselnd oder in den Refrains auch gerne zusammen, der Drummer führte sein Grimassenschneiden weiter fort und grinste breit ins Publikum. Alles in Allem waren die rund 45 Minuten von The Death Set mehr als amüsant, die Drei kamen richtig sympathisch rüber. Und zu später Stunde in einem gut gefüllten Club macht das Ganze sicher noch drei Mal mehr Spaß!  

 

I Like TrainsDas war schon Mal ein schöner Auftakt in den neuen Tag und gemächlich schlenderten wir dann zum Petite Maison Dans La Prairie, wo später dann I Like Trains spielten. Bis dahin war aber noch etwas Zeit zu überbrücken, die wir mit einem gemütlichen Sonnenband in der Nähe des Zeltes verbrachten. Dabei etwas Essen, ein paar erste Bier trinken, den letzten Tönen von Arbouretum lauschen und flugs war die Zeit dann auch schon rum. Ich hatte ja bereits I Like Trains in Düsseldorf gesehen (ein Review hierzu steht noch aus), und hatte entsprechend hohe Erwartungen in den bevorstehenden Auftritt. Die Uhrzeit ist für die vier Männer aus Leeds mit ihrem düsteren Post-Rock eher etwas falsch gewählt, doch hatten sich schon einige Menschen pünkltich in dem Zelt eingefunden und den vorhandenen Platz gut gefüllt. I Like TrainsDie Songs von Iliketrains beginnen meistens sehr ruhig und verhalten, durchsetzt mit der dunklen Stimme von David Martin, dem man beim bloßen Betrachten ein solches Organ unddiese Stimmgewalt gar nicht zutraut. Die Vier waren alle in einer Art Schiffsuniform gekleidet, alles sehr dezent gehalten und mit einer unterschiedlichen Anzahl goldener Streifen an den Ärmeln hierarchisch unterteilt. Wer die Songs von I Like Trains kennt weiß auch, das diese sehr gerne mal einen Ausflug in Richtung Noise machen, was bei mir immer wieder Gänsehaut auslöst, so auch hier in Dour! Die Songs werden von allen Musikern auch sehr konzentriert vorgetragen, zumindest eben in den ruhigeren Passagen, bevor sie dann wieder in schönen Krach ausbrechen! Insgesesamt war dies trotz der frühen Uhrzeit ein wunderbares Konzert und Martin schien es laut seinen Ansagen auch gut zu gefallen in Dour! Er bedankte sich noch ganz artig dafür, dass die Leute zu Ihrem Auftritt gekommen sind, bevor dann mit dem letzten Song noch mal ie ganze Intensität von I Like Trains zu spüren war und die Vier dann schlußendlich zufrieden und glücklich ihr Set beendeten. Die nächste Chance I Like Trains in heimischen Gefilden zu sehen ist auf dem Haldern Pop Festival im August am Niederrhein! Dort allerdings zu noch früherer Stunde, was dann doch etwas schade ist!

I Like TrainsI Like TrainsI Like TrainsI Like Trains

Anschließend ging es für uns weiter zum Magic Tent, wo kurz darauf Comeback Kid aus Winnipeg in Kanada ihren schnellen Hardcore und Punk spielten. An diesem Tag dominierten im Magic Tent ohnhin vorrangig Bands der etwas Härteren Gangart bis zum Abend, doch alles wieder eine ganz andere Sparte als am ersten Tag mit den (Post-)Metal Bands im Club-Circuit-Marquee. Comeback Kid waren dabei ganz nett, aber der Funke sprang nicht vollends über, sodass wir uns in den hinteren Reihen aufhielten und das Konzert zur Hälfte betrachteten. Parallel spielten auf der Hauptbühne The Gaslight Anthem, von denen wir uns dann noch die letzte Hälfte anschauten. The Gaslight Anthem aus New Brunswick in New Jersey spielen poppigen Indie mit Punk-Anleihen und sind seit geraumer Zeit häufig im Gespräch. Die Musik war auch hier ganz nett, aber eben auch nicht unbedingt mitreißend, was aber auch vielleicht daran lag, dass wir etwas entfernt einen Platz auf der Wiese vor der Last Arena gewählt haben. Und ein wenig Zeit zum Verschnaufen war und zu dem Zeitpunkt auch ganz recht.

Dour 2009 Als The Gaslight Anthem dann fertig waren zog es mich wieder zum Club-Circuit Marquee, wo mittlerweile Jazzanova ihr Set begonnen hatten. Bis vor einigen Jahren hatte ich alle Platten von Jazzanova gekauft und fand deren Remixe für verschiedenste Nu Jazz Acts immer äußerst innovativ und ansprechend. Doch da überall publiziert wird, dass es eine Producer-Seite und eine Live-Seite von Jazzanova gibt, die sich sehr unterscheiden, war ich auf deren Auftritt sehr gespannt. Und ich wurde nicht enttäuscht! Die "Band" Jazzanova bestand aus einer Vielzahl an Musikern mit Rhodes Piano, Bassistem, Gitarist, Sängerinnen und dem Kopf des Ganzen, Alexander Barck, am Laptop, der die Fäden zusammen hielt und die bekannten Melodien und Songs von dort aus lenkte. Und ich hätte mir im Vorfeld nicht vorstellen können, wie gut die Sachen, die ich noch von Vinyl kannte, von Jazzanova live umgesetzt wurden. Ich war dacon schwer angetan und so dauerte es auch nicht lange, bis meine Beine einfach dem Rhythmus und den Melodien folgten und ich mich um einige Jahre in meine DJ-Zeit zurück versetzt fühlte. Sehr schön! Ein Wiedersehen mit Jazzanova gibt es schon bald auf dem Juicy Beats Festival, wo ich mir sie wahrscheinlich mit Freude noch einmal ansehen werde!

GongIm Anschluss an dieses Tanz-Erlebnis stand dann der Auftritt der Psychedelic oder Space-Rock-Urgesteine von Gong im Magic Tent auf dem Plan. Die englische Band gibt es bereits seit 1968 und hat eine bewegte Entwicklung im Laufe der Jahre erfahren müssen. Seit Mitte der 90er Jahre haben sich Gong nach vielen Besetzungswechseln wieder in ursprünglicher Form zusammen gerauft und geben seitdem ab und an mal ein Konzert, was immer in eine Art Happening ausartet. So dann auch in Dour 2009! Gong Die Visuals zu dem Space Rock von Gong passten wie die Faust auf's Auge und zeugen von LSD-geschwängerten Exzessen in den 70ern - oder auch heute?! Insgesamt stand eine recht hohe Anzahl Musiker auf der Bühne, jedoch standen wir etwas entfernt, sodass ich dies nicht genau erkennen konnte. Der Sound von Gong war dabei sehr mit Jazz und Progressive Rock Elementen unterlegt und ließ einen entspannt mitschwingen und -schweben. Gefiel mir ganz gut, kann man sich sicher noch mal anschauen, wenn man denn die Chance dazu bekommt! Also Augen aufhalen nach Gong Konzerten in der Nähe!

Nahtlos ging es dann im Petite Maison Dans La Prairie weiter mit 65daysofstatic aus Sheffield weiter. Die Meister des Math- und Post-Rock zogen eine Masse an Leuten an, und so war das kleinste der vier Zelte auch rappelvoll. Wir fanden leider nur noch in der Mitte auf Höhe des Mischers einen Platz, weiter vorne erschien es uns dann doch zu voll. Aber es ist schon schwer beeindruckend, wie 65daysofstatic ihren sehr vertrackten und komplizierten Sound auf die Bühne transportieren. Leider bin ich bei deren Alben nicht so firm, als das ich eine Setlist oder Ähnliches liefern könnte (was mir leider auch nicht bei mir sehr vertrauten Bands gelingt, ich bin dann meistens einfach zu sehr im Geschehen!), aber der Auftritt von 65daysofstatic und deren Math-Rock war schon wirklich spitze! Muss mir die Band unbedingt mal in einem Club anschauen, und das hoffentlich bald!

Pet Shop BoysKeine halbe Stunde später gab es dann auf der Last Arena den offiziellen Headliner des Tages - vielleicht auch des ganzen Festivals zu sehen - die Pet Shop Boys! Zu den Pet Shop Boys muss denke ich auch nicht mehr viel gesagt werden, wer kennt nicht deren Dance-Elektro-Pop Hymnen wie Go West, It's A Sin oder West End Girls! Die Songs haben mich immer und imemr wieder in meiner Jugend begleitet, und da die Pet Shop Boys auch immer eine große Bühnenshow veranstalten stand ein Besuch bei Pet Shop Boysderen Auftritt auf jeden Fall auf der großen To-Do-Liste! Und es war schon interessant die beiden Herren Neil Tennant und Chris Lowe neben Ihren Background-Sängerinnen in Ihren seltsamen Kostümen mit einem Würfel über dem Kopf zu sehen! Hinter Ihnen waren zwei große LCD-Videoleinwänder aufgebaut, die die passenden Bilder zur Musik von den Pet Shop Boys lieferten! Der ganze Auftritt ist sicher durch und durch geplant, minutiös und auf den Punkt, und dennoch sehr sehens- und hörenswert! Nichts desto trotz blieb nicht die Zeit, den Auftritt der Pet Shop Boys ganz zu verfolgen, denn kurz darauf standen I'm From Barcelona am anderen Ende des Festivalgeländes im kleinen Häuschen auf der Bühne, die ich mir nach den bisher zwei erlebten Konzerten auf keinen Fall entgehen lassen wollte! Somit hatten wir nur ein kurzes Vergnügen bei den Pet Shop Boys, welche aber zu gefallen wussten!

Dour 09Fortsetzung folgt...

  



 

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