Das diesjährige Dour Festival in Belgien fand nun schon zum 21.ten Male statt und wusste wieder mit einem unglaublich vielfältigem und umfangreichem Programm zu bestechen! Das Spektakel ging vom 16. bis zum 19. Juli und ein Mal mehr trafen während dieser 4 Tage Menschen aus ganz Europa aufeinander, lebten miteinander, feierten gemeinsam und machten einzigartige musikalische Entdeckungen, was kaum woanders so gut funktioniert wie hier auf dem Dour Festival. Wo sonst treten Aphex Twin, die Pet Shop Boys und Sepultura auf einem Festival auf? Hinzu kam die gute Organisation der Veranstalter, die einen reibungslosen Ablauf des Ganzen möglich machte! Klar gibt es kleine Punkte, die noch verbessert werden könnten, doch alles in allem hatte man als Besucher ein entspanntes Festival mit einem außergewöhnlichen Line-Up zu einem kleinen Preis! Das französische Magazin Les Inrockuptibles sagt ganz treffend: “If you can’t find anything you like at Dour, you’re either dead or death”
Nachfolgend ein paar Fakten für die Statistiker unter uns:
Insgesamt gab es 140.000 Festivalbesucher auf dem Dour Festival 2009. Davon waren 34.000 Tickets am Donnerstag, 35.000 am Freitag und jeweils 36.000 Tickets am Samstag und Sonntag verkauft worden. Dour behauptete damit erneut seine Führungsposition in dem französisch-sprachigem Teil von Belgien. 22.000 Festivalbesucher waren bereits einen Tag zuvor, am Mittwoch, vor Ort und füllten 2 der Campingplätze innerhalb von 30 Minuten! Insgesamt übernachteten 30.000 Menschen auf dem Campinggelände des Dour Festivals.
Die Besucher des Dour Festivals kamen von überall her, um gemeinsam 4 Tage Spaß und Musik zu haben! In Zahlen sind dies etwa 40% Wallonen, 32% Flandern, 16% Franzosen, 5% Holländer, 5% Engländer und 2% von woanders her. Das Medieninteresse wächst ebenso von Jahr zu Jahr, und so waren bei dieser Ausgabe 850 Journalisten anwesend, davon 500 Belgier, 200 französische, 50 holländische, 40 britische und einige aus Luxemburg, Kanada, Schweiz, Tschechei, Deutschland, Estonien, Spanien, Griechenland, Irland, Australien, Polen, USA, und und und...
Auch das Line-Up war sehr international und es konnte dennoch genügend Raum für neue lokale Talente gelassen werden. Von den 200 Bands, die auf dem Dour Festival in diesem Jahr gespielt haben waren davon 51 belgische, 41 amerikanische, 30 französische, 29 aus dem UK, 1 aus Russland, 2 japanische, 2 schwedische, 2 brazilianische und 1 australische Band!
Das magische Dour Rezept [200 Bands, 4 Tage, 6 Bühnen mit Live-Musik von mittags bis 5 Uhr morgens] wird laut Veranstalter auch im nächsten Jahr beibehalten werden!
Viele Impressionen des Festivals gibt es unter live.dourfestival.be
Die Anreise
Unsere Anreise nach Dour erfolgte in diesem Jahr mit dem Auto. Voriges Jahr trat ich alleine die Fahrt mit dem Zug an, was sich jedoch als sehr antrengend erwies. Vor allen Dingen mit Gepäck für 4 Tage ist ein Auto dann doch von großem Vorteil. Die Fahrt dauerte mit Stau in Maastricht in etwa 4 Stunden und so erreichten wir am Donnerstag gegen 12 Uhr ganz entspannt den Parkplatz des Festivals. Das Wetter war auch so, wie die Wetterfrösche es angekündigt hatten: sonnig, warm, Kaiserwetter - also ideal für den Festivalstart! Die Prognosen für die nächsten Tage verhießen allerdings nichts Gutes, und so wurde vorsorglich auch regentaugliche Kleidung mit eingepackt. Vier der insgesamt 6 Bühnen des Dour Festivals sind allerdings in großen Zirkuszelten untergebracht, sodass diese dann eben überdacht sind und man nicht komplett im Regen stehen muss.
Die Ankunft
Die ersten Gepäckstücke haben wir uns dann aufgeladen und sind erst Mal ca. 1 Kilometer durch unwegsames Gelände zum Gästeeinlass gegangen, um dort unseren Gewinn einzulösen und unsere Bändchen für die vier Tage Dour Festival abzuholen. Camping musste extra bezahlt werden, was aber mit 15,- € pro Person für die vier Tage absolut im Rahmen ist! Die ganze Aktion dauerte auch keine 10 Minuten und so konnten wir geschwind das Festivalgelände entern. An einer ersten Kontrolle, an der nur die Bändchen auf Manipulation geprüft werden, kommt man sehr schnell mit seinem ganzen Gepäck vorbei. Danach gilt es eine aus Traversen und Bühnenbauelementen gebaute Brücke über eine Versorgungsstrasse zu überwinden, danach gelangt man dann entweder rechts herum zum Festivalgelände oder links zum Camping. Vor dem Campinggelände werden dann die Gepäckstücke auf Glas und andere verbotene Gegenstände sporadisch und je nach Menschenaufkommen durchsucht. Trotzdem wir zwei Mal mit relativ viel Gepäck hindurch mussten ging auch dies sehr zügig und unproblematisch von statten! Zweites Lob - nach der raschen Bändchenausgabe - für die Organisation des Festivals. Da ja schon sehr viele Menschen bereits am Mittwoch angereist waren hieß dies für uns mitsamt des Gepäcks einmal komplett durchs Campingareal durch die durch Barrieren eingezäunten Wege uns nach ganz hinten durch zu kämpfen. Das macht dann auch noch mal eine Strecke von gut 2 Kilometern aus, jedoch hatten wir diesen Campingplatz schon im Vorfeld ausgewählt, da es dort für uns ruhiger erschien als auf den anderen Camping-Sites. Camping A ist sehr nah am Festivalgelände, auf Camping B ist ein Partyzelt untergebracht und Camping C ist dann eben der hinterste Platz an dem langen Schlauch des Campinggeländes.
Platz für noch eine ganze Menge weiterer Besucher war auf jeden Fall gegeben, und selbst bis Sonntag morgen konnte man noch neue Anreisende beobachten, die ihre Zelte aufschlugen. Unser Zeltaufbau ging recht schnell von statten und nachdem wir ein zweites Mal zum Auto gegangen waren, um unser restliches Gepäck zu holen, waren wir bereit für die vielen Bands und Künstler des Dour Festivals. Vor allen Dingen wurde es auch Zeit für ein erstes frisch gezapftes kühles Bier! Dieses Jahr gab es dieses vom Sponsor Jupiler, vergangenes Jahr war dies Stellar Astoria. Das Stellar hatte mir schon sehr gut geschmeckt, doch auch das Jupiler ist ein sehr gut zu trinkendes Pils! Etwas weniger würzig als Stellar, aber dennoch sehr gut! Also auf ins Getümmel, Geld in Food- und Drink-Jetons umgetauscht und ab gehts!
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