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Incubate Festival 2009 - Festivalbericht

Do. 24 September 2009

Incubate Festival 2009 
Mittlerweile hatten wir ein wenig Zeit zum Luftholen und um die ganzen Eindrücke, die wir während unseres ersten Besuches beim Incubate Festival 2009 im niederländischen Tilburg gemacht haben, zu verarbeiten. Und um dies schon mal Vorweg zu nehmen: es war wirklich unglaublich gut auf dem Incubate!

Das Incubate Festival, welches sich zuvor noch ZXZW nannte, fand vom 13. - 20. September 2009 in Tilburg statt. Viele Festivals decken meist nur eine bestimmte Form der Unterhaltung ab, das Incubate beinhaltet gleich Alles. Sei es Tanz, Kunst, Musik oder Film, dieses Festival ließ Nichts außen vor und so war es für uns eines der angenehmsten Festivals, das wir bisher besucht haben! Nicht nur dass die Innenstadt Tilburg's, in der sich das Incubate größtenteils abspielte, sehr angehem zu erkunden und auch nicht zu weitläufig war, auch die verschiedenen Locations waren allesamt zum Wohlfühlen! Und natürlich das Publikum, welches aus aller Welt und jeden Alters angereist ist, um sich vom Incubate Festival in seinen Bann ziehen zu lassen, war immer und überall sehr angenehm.

Was so toll an dem Incubate ist, ist dass man so viele unterschiedliche Arten der Unterhaltung finden kann und es einem niemals langweilig wird während seines Besuches dort. Jeder der schon mal ein Festival besucht hat kennt das Gefühl nach einigen Tagen, in denen man die Nase voll hat und sich fragt, was man eigentlich hier macht. Nicht so beim Incubate. Müde von der Musik, welche von Folk bis Jazz zu Elektronica und weiter bis hin zu Black Metal reichte? Dann schaust Du dir halt etwas von dem Künstler Hermann Nitsch an, der dieses Jahr Hauptgast des Incubate war. Genug von der Kunst? Wie wäre es dann mit zeitgenössischem Tanz? Oder eine Vorlesung über kulturelle Organisationen und deren Nutzung der heutigen technischen Möglichkeiten? Oder vielleicht ein Film über Internet Copyright und P2P-Sharing? Für uns stand jedoch vorrangig das Entdecken neuer Musik und Bands im Vordergrund, waren uns vielleicht ca. 10 Namen des insgesamt knapp 200 Bands starkem Lineups bekannt.

Die innovativen Ideen der Macher halten das Incubate am Leben und machen es so interessant. Und es ist nicht nur die große Anzahl von Künstlern und Bands aus aller Welt, die hier auftreten. Da wird eine Black-Metal Band neben einer Folk Truppe platziert, Elektronica neben Jazz oder Pop neben Poesie, alles ist möglich! Diese Abwechslung macht einen Besuch beim Incubate so reizvoll. Und die Leute, die diese ganzen Veranstaltungen besuchen, sind allesamt open-minded, freundlich und neugierig auf das was geboten wird und auch auf einen selbst. Man kommt schnell ins Gespräch und fühlt sich gleich wohl! Nirgends haben wir eine Situation wahrgenommen, in der es mal ungemütlich zuging! Da man natürlich nicht alles sehen kann ohne sich zu Vierteilen durchstöbert man einfach das umfangreiche Programmheft, sucht sich etwas aus, macht sich auf den Weg und entdeckt unterwegs vielleicht eine ganz andere Band, deren Musik man aus einem der vielen Venues schallen hört, und bleibt dort hängen. Alles kann, Nichts muss! Das Neue und Unerwartete macht es so interessant. Manchmal etwas chaotisch, aber gerade das fühlt sich so gut und befreiend an! Für uns war es wie Urlaub auf dem Incubate Festival 2009!


Tour durch die Innenstadt von Tilburg

Tilburg InnenstadtTilburg Innenstadt - HauseingangTilburg InnenstadtTilburg CityTilburg CityTilburg City

 


 

Incubate Festival 2009 - Tag 1, Freitag, 18.09.2009

Für uns ging es dann am Freitag los auf dem Incubate 2009. Wir waren am frühen Nachmittag in Tilburg bei unseren Gastgebern angekommen, die wir via CouchSurfing.org ausfindig gemacht hatten. Nach der Begrüßung und kurzer Beschreibung der örtlichen Gegebenheiten machten wir uns auch gleich auf den Weg, um unsere im Internet bestellten Tickets gegen die Festival-Armbänder auszutauschen. Dafür gibt es das Incubate Ticket & Info Center in der Nähe des Hauptbahnhofes. So schlenderten wir beim Hinweg schon durch die charmante Innenstadt Tilburg's mit seinen vielen Geschäften und Lokalen bei bestem Wetter. Für Mitte September fühlte sich das Ganze noch sehr sommerlich an! Die Armbänder waren dann auch geschwind umgetauscht, und so machten wir uns schon mal mit der Lage der verschiedenen Locations vertraut und wandelten durch die Einkaufspassagen und Café's. Dann galt es noch Etwas zu Essen um anschließend das erste Konzert für uns beim Incubate Festival zu besuchen. Dies war, am Ende einer Partymeile in der Venue 013 gelegen, die Band Celan, welche uns sozusagen den Auftakt bescheren sollte.


Die Location 013 ist in einem großen und modernen Gebäudekomplex gelegen, der gleich drei Venues in sich beherbergt. Zum Einen eben das 013, dann das Batcave, welches ebenfalls Venue des Incubate Festivals ist, und einer großen Location, dessen Namen ich aber nirgends erspähen konnte. Doch wie ich im Tourblog von Future Of The Left lesen konnte, welche am Dienstag auf dem Incubate  gespielt haben, spielten dort am gleichen Tag "Celebrity rock-band AIDS-capsules Mr. Big" (Zitat von Andy Falcous). Und Sonntag war dort ebenfalls eine Veranstaltung, die am frühen Abend von etlichen Tennie-Girls verlassen wurde. Wir kamen uns vor als wäre hier gerade The Dome zu Ende gegangen. Demnach scheint dies ein Veranstaltungsort für Mainstream-Sound zu sein und sollte uns nicht weiter interessieren. Das 013 hingegen war eine schöne Location. Der Einlass war auch mit gefüllter Umhängetasche absolut problemlos, dann gelang man in einen Vorraum. Da das erste Konzert anstand wollte man sich natürlich mit einem kühlen Blonden versorgen. Doch was war das? Mit Geld konnte hier nicht bezahlt werden! Man musste seine Scheine (ab 10 Euro) an einem Automaten gegen Jetons umtauschen, mit denen man dann seine Getränke bezahlen konnte. Ungewöhnlich für mich als Deutscher, aber bitte, von mir aus! Nach der Getränkeversorgung betraten wir dann den Kleene Zaal, in dem das Konzert stattfand. Der Raum war sehr hoch, über eine Treppe konnte man noch eine Art Balkon erreichen, um sich das Geschehen von oben zu betrachten. Da das 013 allerdings noch nicht sehr gefüllt war fanden wir genügend Platz vor der Mitte der Bühne und konnten so den Auftritt bestens genießen.


CelanKonzert Review:

Celan @ 013

 

 

 

 


Nach diesem gelungenen Start mit Celan hieß es dann "Location-Wechsel" und ab ins Little Devil, das sich vorbei an der Partymeile Tilburgs in westlicher Richtung befindet. Unterwegs dorthin streiften wir noch die ein oder andere Location wie das Cul De Sac, das Studio Tilburg, das Kafee T'Buitenbeentje und das Extase, wo überall ordentlich was los war. Vor jedem Laden waren ausreichend Tische und Stühle platziert, sodass man dort wunderbar während der Umbauspause oder auch sonst verweilen konnte. Nach ein wenig Latscherei sind wir dann am Little Devil angekommen. Ein uriger Laden, vor dem ebenalls einige Tische und Stühle platziert waren, die von einigen Rockern in Beschlag genommen wurden und die sich angeregt in allen möglichen Sprachen unterhielten. Ein Bandbus stand auch vor der Tür mitsamt den dazugehörigen Instrumenten-Koffern und Cases, es wurde gerade ein- oder ausgepackt. Der Vorraum des Little Devil mit der Bar war weniger gefüllt, dafür war das Ambiente schön nach unserem Geschmack! Alte Holzdielen am Boden, eine gemütliche Theke mit Barhockern, die Wände waren trotz der etwas heruntergekommenen Bausubstanz trashig-glamurös gestaltet, selbst der Lokus hatte seinen Charm. Am Ende des Vorraums befindet sich dann eine Holztür, hinter der man nach einigen wenigen Stufen bergab dann mitten im Geschehen war. Auch dieser Raum war nicht gerade klein und recht langgezogen. Wir hatten aber Glück und konnten uns in erster Reihe postieren, und schon begann das Konzert der Manatees.


ManateesKonzert Review:

Manatees @ Little Devil

 

 

 


Nach dieser Schallattacke der Manatees auf unsere Ohren hatten wir uns eine kurze Pause bei einem Bierchen im vorderen Raum des Little Devil verdient, bevor es dann weiter wieder zurück gen Osten zur Partymeile ins Cul De Sac ging, wo als nächstes die Band Instruments (Make Music) spielen sollten. Die Band kannten wir zuvor nicht, jedoch war die Beschreibung im Programmheft des Incubate Festivals ansprechend und überzeugend genug, um uns dorthin zu lotsen.

Auf dem Weg zurück waren die einzelnen Locations weiterhin gut besucht und von (fast) überall her hörte man ansprechende Musik kommen. Am Cul De Sac angekommen hatten wir noch einige Minuten Zeit, bis Instruments (Make Music) beginnen sollten. Die nutzten wir vor der Türe, um noch eine Zigarette zu rauchen. Bis auf das Little Devil ist nämlich in allen anderen Locations im Innern das Rauchen untersagt. Aber die Wege nach draußen sind immer kurz, sodass dies auch für starke Raucher kein Problem sein sollte. Jedoch begrüße ich es sehr, wenn man sich auch während des Konzertes eine Kippe anstecken kann, um zusammen mit einem Bierchen die Musik noch besser genießen zu können.


Instruments (Make Music)Konzert Review:

Instruments (Make Music) @ Cul De Sac

 

 

 


Nach den Math-Rockern von Instruments (Make Music) sollten keine 200 Meter entfernt vom Cul De Sac entfernt im Kafee T'Buitenbeentje die Notorious Hi-Fi Killers ohne Pause spielen. Auch hier las sich die Beschreibund im Incubate Programmheft sehr gut: The Notorious Hi-Fi Killers spielen in bester Lo-Fi Aesthetic mit einer gehörigen Portion Aggessivität. Die Verstärker auf 11 gedreht, die Verzerrer auf Maximum gedreht - das wurde uns versprochen. Und bekamen wir auch geboten! Leider hatten die Notorious Hi-Fi Killers anscheinend etwas früher beginnen können, sodass wir leider nur die letzten drei Songs mitbekamen.


The Notorious Hi-Fi KillersKonzert Review:

The Notorious Hi-Fi Killers @ Kafee T'Buitenbeentje

 

 

 

 

 

 


Nach dem leider zu kurzem aber trotzdem sehr ansprechendem Auftritt von The Notorious Hi-Fi Killers gingen wir zurück ins 013, welches heute unsere erste Station gewesen ist. Dort stand unter dem Titel Generation Bass als nächstes die Dubstep Nacht mit A1 Bassline, Reso, Joker und Raffertje. Zu erwarten gab es laut Programm Nu Cumbia, Kuduru, Reggaeton und Funk Carioca/Baile Funk gemixt mit Dubstep, Grime und Elektro. Zuvor machten wir noch einen kurzen Abstecher ins V39, welches direkt gegenüber liegt. Hier lief zu dem Zeitpunkt eine Breakcore-Nacht, der Sound hier war aber selbst für Hartgesottene schon ziemlich heftig und erinnerte mich an die Gabber-Mukke von vor 15 Jahren. Naja, jedem das Seine!

A1 Bassline, Reso, Joker  Generation Bass - gegen 1 Uhr - Venue: 013 

Generation Bass @ Incubate Festival 2009Und das war auch nicht zu viel versprochen! Der Sound packte mich von Beginn an, sicherlich auch wegen des mittlerweile recht hohen Bierkonsums. Doch ich konnte nicht stehen bleiben und habe seit langer Zeit mal wieder "dance like nobody's watching" betrieben. Das tat auch mal wieder sehr gut! So zappelten wir noch gut 2 Stunden - oder auch mehr - durch das 013, bis dann der Hunger kam und wir zu nächtlicher Stunde eine Pizzeria um die Ecke ansteuerten, bei der wir uns versorgten.

Nach dem Mahl war in dieser Nacht gegen 3 Uhr nicht mehr viel Generation Bass @ Incubate Festival 2009Programm zu erwarten und der Tag war bis hierher auch recht anstrengend. So entschlossen wir uns zu unserer Gastherberge zurück zu torkeln und ein wenig Schlaf zu finden, bevor es am nächsten Tag weitergehen sollte.

Den ersten Tag Incubate haben wir also hinter uns gebracht und waren absolut infiziert von diesem Festival und allem Drumherum. Tolle neue Bands entdeckt, leider auch einige verpasst, die wir uns ebenso gern angeschaut hätten, als da wären: Danananananaykroyd, Pulled Aparty By Horses, TV Buddhas, Papier Tigre, Altar Of Plagues, Pneu, Kid Pang und Birds Of A Feather. Doch mit dem, was wir gesehen und erlebt haben, können wir getrost leben und auskommen. Es wartet der zweite Tage Incubate Festival auf uns!


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