Rund 2 Jahre nach dem Auftritt vom Black Rebel Motorcycle Club aus San Fransisco in der Essener Weststadthalle hatten wir vergangenen Montag, dem 3. Mai 2010, endlich wieder die Gelegnheit, die Band live zu sehen. Das Konzert aus der Weststadthalle war uns noch sehr gut in Erinnerung, war dieses doch seinerzeit unglaublich klasse und gänsehaut-erzeugend. So waren die Erwartungen an dieses Konzert in der Essigfabrik in Köln mehr als hoch gesteckt!
Gegen 20 Uhr am Veranstaltungsort angekommen hatte sich bereits eine lange Schlange am Einlass gebildet, die aber schnell überwunden werden konnte. Es deutete also alles auf ein gut besuchtes Konzert des Black Rebel Motorcycle Club hin, die erst Anfang März ihr letztes Album Beat The Devils Tattoo veröffentlich haben, mit welchem sie sich ein wenig auf ihre alten Zeiten besinnen ohne dabei langweilig zu werden oder sich zu wiederholen! Doch gegen halb Neun galt es zunächst der Vorgruppe ZaZa sein Gehör zu schenken, die wir bis dato noch gar nicht kannten.
ZaZa kommen aus Brooklyn, NY und bestehen - zumindest live - aus drei Bandmitgliedern. Normalerweise sind ZaZa Jennifer Fraser (Bass, Vocals) und Danny Taylor (Gitarre, Vocals). Auf dieser Tour zusammen mit dem BRMC haben ZaZa noch einen Drummer mit an Bord, der nur ein sehr reduziertes Drumkit im Stehen und beizeiten Keyboard spielt. Ein Higucker war Bassistin Jennifer, und das nicht nur aufgrund ihres immer wieder toll anzusehenden Rickenbacher-Basses. Die Band erinnerte uns vom Sound her sehr stark an I Love You But I've Chosen Darkness, was uns absolut gefallen hat! Danny fütterte seinen Looper mit verhallten Klangcollagen, die er aus seiner Gitarre herauskitzelte, und die Band spielte häufig zu Loops aus dem Sampler, die aber stets reduziert waren und niemals die Überhand gewannen. Dafür waren die drei Akteure auf der Bühne zu interessant und zu gut, als dass sie davon hätten untergehen können. Auch das minimalistische Schlagzeugspiel passte einfach wunderbar zu dem Indie-Shoegaze-Sound von ZaZa der etwas dunkleren Machart. Die Cameo EP von ZaZa, welche auf Kanine Records herausgekommen ist, ist definitiv hörenswert, genau so wie die Band live sehenswert gewesen ist! Ein etwas andersartiger Auftakt zu dem was uns mit dem Black Rebel Motorcycle Club bevorstehen würde, doch für uns war dies völlig befriedigend.
Gegen 21.45 Uhr kamen dann die drei Musiker des Black Rebel Motorcycle Club auf die Bühne - Robert Levon Been wie gewohnt erst mal an Bass und Mirko, Peter Hayes an der Gitarre und Leah Shapiro an den Drums. Als Opener diente der Song War Machine vom neuesten Album, welches direkt den psychedelischen Sound des BRMC auf die rund 1200 Besucher des Konzertes abfeuerte. Sound ud Lautstärke waren für unserEmpfinden klasse und auch das restliche Publikum war sofort vom Sound gefangen. So schraubte sich der BRMC immer weiter in ein tolles Rockset zwischen Americana, Psychedelic und Blues, welches die Band absolut perfekt zu präsentieren weiß. Zuzuschauen, wie Robert seinen Bass beackert oder Peter seine Gitarre mit den vielen Effekten ist ein Genuss, ebenso die Lightshow, die uns dargeboten wurde.
Insgesamt spielte der BRMC sieben Stücke des Albums Beat The Devils Tattoo, daruntern Nummern wie Mama Taught Me Better, River Styx und dem dämonischen Titel-Song des Albums. Angereichert wurde das Ganze natürlich mit den mittlerweile einigen Hits vergangener Alben, so durften Klassiker wie Whatever Happended To My Rock'N'Roll, Love Burns oder Berlin natürlich nicht fehlen! Das wurde auch dankbar vom Publikum gefeiert, zwischenzeitig tobten die vorderen Reihen und einige Crowdsurfer begaben sich in die Wogen der jubelnden Menge. Absolut genial fand ich die Darbietung von Aya, bei welchem Robert den Bass live hoch- und runterstimmte und so seinen fetten Bass in unseren Mägen grollen ließ.
Nach einer guten Stunde gingen die Drei des Black Rebel Motorcycle Club für kurze Zeit von der Bühne, um dann kurze Zeit danach wieder zurück zu kommen, wo Robert Levon Been erst einmal eine Solo-Nummer an der Akustik-Gitarre vortrug, umringt von Fans und Handykameras, die den Musiker permanent ablichteten. Der ist aber Profi genug um sich davon nicht abhalten zu lassen und seine tolle Stimme und sein Können auch an der Gitarre zu beweisen. Obwohl er uns wirklich nichts mehr beweisen muss! Ansonsten gab es kaum Ansagen ans Publikum, die Band spielte immer weiter ihren dreckigen Rock'N'Roll und machten dem Publikum mächtig Feuer unterm Hintern!
Nach sechs weiteren Songs, unter anderem einer meiner Lieblinge Six Barrell Shotgun, war das reguläre Set dann doch beendet. Doch die Anwesenden hatten noch nicht genug, und so kam der Black Rebel Motorcycle Club noch für drei weitere Zugaben zurück auf die Bühne, ehe sie nach rund 120 Minuten ihr Set für diesen Abend endgültig beendeten. Und dieses war wieder einmal wunderbar abgestimmt, von wild rockend bis ruhig bluesig bot einem der Black Rebel Motorcycle Club wieder einmal nur das Beste aus deren Rooster, von der Band mit Leidenschaft vorgetragen! Geil!
www.blackrebelmotorcycleclub.com
1. War Machine
2. Mama Taught Me Better
3. Red Eyes And Tears
4. Bad Blood
5. Beat The Devil's Tattoo
6. Love Burns
7. Ain't No Easy Way
8. Aya
9. Berlin
10. Weapon Of Choice
11. Annabel Lee
12. 1:51
13. Whatever Happend To My Rock'N'Roll (Punk Song)
-
14. Sympathetic Noose
15. River Styx
16. Shuffle Your Feet
17. Conscience Killer
18. Six Barrel Shotgun
19. Spread Your Love
-
20. Stop
21. Shadow's Keeper
22. Open Invitation
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