Vergangenen Mittwoch gab es die Schweizer/Berliner Chaotentruppe von Bonaparte mit Ihrem einmaligen Live-Zirkus im Dortmunder FZW zu erleben. Und Bonaparte hielten den Erwartungen stand - nachdem wir sie bereits zwei Mal live gesehen haben - und überraschten erneut mit ihrer wahnsinnig farbenfrohen und durchgeknallten Show.
Ob es an diesem verregneten Abend einen Support-Act gab, wissen wir leider gar nicht. Das Wetter und die gute alte Bahn zwangen uns zu einem verspätetem Erscheinen im FZW, gegen halb Neun war der große Saal des FZW bereits ganz gut gefüllt. Und warm war es, wie immer in der Halle. Doch heute tat dies ganz gut, um die durchnässten Klamotten schnell zum Trocknen zu kriegen und für die meisten im Publikum sich ihrer lästigen dicken Kleidungsstücke vom Leib zu reißen, um sich in Partymontur zu schmeißen, schließlich stand Allen ein Spektakel bevor, welches kräftigst zum Mittanzen und Abflippen animiert.
Die bunt und international gemischte Truppe um Bonaparte und deren Kopf, dem Schweizer Tobias Jundt, hat erst kürzlich ihr zweites Album My Horse Likes You veröffentlicht. So gab es also neues Material in musikalischer Hinsicht, auf einige Neuigkeiten der Bühnenshow von Bonaparte durfte man also ebenfalls gespannt sein. Und das Publikum wurde heute nicht enttäuscht, soviel sei an dieser Stelle schon einmal verraten!
Schon gegen viertel vor Neun begannen Bonaparte mit ihrer Show. Da wir Bonaparte bisher "nur" auf Open Air Festivls gesehen hatten war uns das filmische Intro schon mal neu. Hier wurde in schöner und auf alt gemachter Optik eine Art Werbestreifen einer Zirkustruppe in liebevoller Arbeit entworfen und gezeigt. Und gleich nach dessen Ende kamen die ersten kostümierten Menschen auf die Bühne, teils mit Instrumenten, teils ohne - wie es bei Bonaparte eben so üblich ist.
Neben den vier Haupt-Musikern gesellen sich nämlich noch eine ganze Reihe seltsamer Gestalten mit auf die Bühne. Da hätten wir zum Beispiel das Kaninchen mit den Engelsflügeln, dem ADS-gestörten Rallyfahrer und später König und noch viele weitere Figuren, die allesamt für eine tierische und frivole Bühnenshow sorgen. Insgesamt tummeln sich um die 10 - 12 Protagonisten auf der Bühne, die mit ihren verrückten Verkleidungen, Masken und Perücken die Zuschauer in ihren Bann ziehen. Sicherlich tragen dazu auch die immer mal mehr oder weniger bekleideten Damen der Truppe ordentlich zu bei. So geizen sie absolut nicht mit ihren Reizen und zeigen sich anscheinend auch gerne den staunenden Menschen um sie herum.
Nach rund einer dreiviertel Stunde verließen dann plötzlich alle Akteure die Bühne so, als wäre das Konzert nun vorbei. Wir schauten noch mal auf die Uhr und fragten uns, ob dies ein Witz sei. So ein kurzer Auftritt, das kann es doch noch nicht gewesen sein! Doch dann kam eine der Bonaparte-Frauen im Dienstmädchen-Outfit zurück auf die Bühne, mit einem Staubsauger in der Hand und begann, die Bühne von Konfetti und sonstigem Unrat, den die Truppe hinterlassen hatte, reinigend. Dazu gab es erneut eine Filmeinspielung, bis dann schließlich das Spektakel weiter ging und die Musiker zurück auf die Bühne kamen, um mit dem Publikum zusammen wieder heftigst miteinander abzurocken.
Diese Action auf der Bühne transportiert sich jedes Mal auf's Neue wunderbar in das Publikum hinüber. Auch dort wird absolut wild und frenetisch gefeiert, hier bleibt kein Shirt trocken! Die Hits Anti, Anti des ersten Albums oder auch Too Much durften natürlich nicht fehlen, und so ging mit dem dadaistischem Indie-Punk von Bonaparte das Publikum steil mit. Eine Reihe neuer Songs von My Horse Likes You wurden auch gespielt, so zum Beispiel der Titeltrack des Albums oder der orientalische Track Adambal, bei welchem Jundt zur Sitar greift.
Insgesamt ist der Sound von Bonaparte im Vergleich zum ersten Album wesentlich elektronischer geartet. Zwar gibt es weiterhin die rotzige Gitarre und die treibenden Bassläufe zu hören, doch ist ein großer Anteil der Musik mittlerweile von Synthesizern und Keyboards geprägt. Die Partymeute hat's auf jeden Fall gefreut und honorierte die Band zu jeder kurzen Pause dafür mit großen Applaus und Getöse!
Rund 90 Minuten lieferten Bonaparte an diesem Abend ihre fulminante Zirkus-Show ab, bei der wirklich jeder zumindest in Wallung gekommen sein dürfte! Doch die Musiker und kostümierten Leute auf der Bühne waren mindestens genau so verschwitzt wie ein großer Teil des Publikums, das von Glück beseelt und zufrieden in die noch frühe Dortmunder Nacht entlassen wurde. Und wie sagte Tobias Jundt einst in einem Interview: "Man kennt Bonaparte nicht, wenn man uns nicht live gesehen hat." Das können wir ohne zu zögern unterschreiben! Wer die Möglichkeit hat, sollte sich dieses Spektakel, das Bonaparte jedes Mal abliefern, nicht entgehen lassen!
Teil 1 - Dunk!-Festival Bericht
Teil 2 - Dunk!-Festival Bericht...>>> weiter lesen...
Teil 1 - Dunk!-Festival...>>>
weiter lesen...Support von NoMeansNo
Am 28.04.2010 schauten wir uns im Druckluft zu Oberhausen das Konzert der Punk-Rock-Veteranen NoMeansNo aus Kanada an. Diese hatten als Support die Zwei-Frau-Combo The Pack A.D aus Ihrer Heimatstadt Vancouver mitgebracht.
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weiter lesen...Schreibt eure lustigen, spannenden, Gänsehaut erzeugenden oder auch mal nicht so gelungenen Konzert-Erlebnisse in den Genres Post-Punk, -Rock, Doom, Metal, Instrumental, Noise, Avantgarde und Artverwandtem als Konzert-Bericht. Ebenfalls freuen wir uns immer über die neuesten Album-Reviews eurer persönlichen Favoriten in den genannten Stilarten. Werdet ein Teil des Profilneurotiker-Teams und lasst uns und Andere an euren Erlebnissen und Eindrücken teilhaben! Ab und an besteht auch die Möglichkeit mit verschiedensten Musikern und Bands ein persönliches Interview zu führen. Weiteren Vorschlägen in Form von konstruktiver Kritik oder Vorschlägen gegenüber sind wir natürlich auch immer aufgeschlossen.
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