Mit auf der Tour sind die beiden Bands Need und Neverland. Den Anfang macht ziemlich pünktlich gegen 19 Uhr die griesisch/türkische Band Neverland. Die Bühne füllt sich mit zwei Vocalisten, zwei Gitarristen, Bass, Keyboard und Drums. Noch etwas unsicher wirkt diese Formation, für die es wohl die erste größere Tour zu sein scheint - wobei die Größe der Bühne der Werkstatt sicher auch für Neverland schon bekannt sein dürfte. So bleibt nicht viel Spiel für Bewegungen der Akteure. Doch der eingängige Powermetal überzeugt die sich langsam füllende Halle. Es wird nichts Aufregendes geboten, die Zutaten sind durchaus bekannt. Zweistimmige Leads, viele Keyboard Teppiche und meist hoher und melodiöser Gesang. Insgesamt ein guter Einstieg, der aber deutlich Luft nach oben ließ.
Etwas
polarisierender dürften dann die griechischen Kollegen Need für das Publikum
gewesen sein. Die fünf Musiker boten einen sehr progressiven Einstieg mit
deutlich heftigerem, rauem Gesang. Viele Breaks und sehr differenzierte
Rhythmen luden zum Kopfnicken ein während die Keys einen Gegenpol setzen
durften. Im Laufe des Auftritts wurde die ganze Schose dann doch langsam
anstrengend und so wich die erste Begeisterung dem Wunsch endlich die Hauptband
zu sehen.
Nach kurzem Umbau konnte es dann endlich losgehen. Der Mountain King betrat die Bühne. Wer ihn die letzten Jahre nicht gesehen hat dürfte erstmal leicht erschrocken sein. Jon ist ein wenig in die Breite gegangen und so nahm er laufe des Abends öfter dankend Platz an seinem E-Piano. Wer aber denkt, das Feuer alter Tage sei erloschen wird schnell eines besseren belehrt. Jon strahlt eine Power aus, die ungebrochen scheint und er lässt es sich nicht nehmen den Vorteil dieser kleinen Halle auszuschöpfen: Das Publikum, keinen Meter vom Savatage Mastermind entfernt bekommt die Hände entgegengestreckt, Grimassen geschnitten und oft genug pickt sich Jon einen Zuschauer heraus und bezieht ihn in seine niemals aufgesetzt wirkende Show ein. Der Mann ist für die Bühne geboren!
Zu einem
bestand die Setlist aus Material der aktuellen Jon Oliva's Pain Scheibe
„Festival" von dem unter anderem die Stücke „Death Rides a Black Horse" und
„Festival" überzeugen können. Auch das heftig Riffende „The Evil Within" zeigt
live seine Stärken. Die andere Hälfte des Konzertes war dann den
erhofften alten Songs der Florida-Rocker gewidmet. Sehr erfreulich allerdings,
dass sich das neue Material neben dem alten so gut einfügt. Man hat nie das
Gefühl dass die Qualität absinkt, wobei so frische Songs niemals mit Klassikern
wie „Hall of the Mountain King", „Sirens" oder „Gutter Ballet" mithalten
können. Die gut gefüllte Werkstatt mittlerweile fast in Ekstase feiert die Band
um den Bandleader ab. Nicht wenige Gänsehautmomente ereignen sich an diesem
Abend. Jon entschuldigt sich etwas erkältet zu sein und fordert prompt das
Publikum auf „Believe" mitzusingen, was auch aus nahezu allen kehlen geschieht.
Man sieht Jon die Rührung an wie das Publikum schwelgend in Erinnerung die
Textzeilen aus vollem Munde darbietet: „I
am the way, i am the night, i am the dark inside the night ..."
Die Band
hat sich übrigens leicht gewandelt. Konnte man im Sommer auf Festivals noch
andere Gesichter bewundern, so wurden mittlerweile Bassist und Gitarrist
ausgetauscht. Leadklampfer Matt LaPorte und Drummer Chris Kinder sind
allerdings fester Bestandteil und die neuen Musiker überzeugten auf ganzer
Linie. Ein weiteres Highlite stelle der Song „Ghost in the Ruins" dar. Gewidmet
wird der Song der Street Ära Jons 1993 verstorbenen Bruder und Bandgitarristen
Criss Oliva, dessen Meisterwerk dieses Stück darstellt. Als Hommage an den so
begnadeten damaligen Saitenhexer wird die Solopassage ausgedehnt und die beiden
Gitarristen dürfen ihr Können unter Beweis stellen. Letztlich fast schon zu
lang, aber durchaus überzeugend dargeboten.
Während des schnell erfüllten Zugabewunsches „Hall of the Mountain King" (man hatte ja keine Zeit um das Publikum ewig jubeln zu lassen) verschwindet der Mountain King dann plötzlich während des Songs von der Bühne. Gesungen wird aber dennoch bis man merkt, dass Jon den Weg direkt ins Publikum sucht und mit den Anwesenden Arm in Arm den Klassiker darbietet. So nah konnte man Jon bei einem Konzert sicher selten gewesen sein. Kein Zeichen von Bühnenmüdigkeit oder Alterserscheinungen!
Kurz nach
22 Uhr war dann aber leider auch schon Ende. Es ist langsam eine Plage wie alle
Locations dazu übergehen Konzerte so früh wie möglich zu beenden, nur um
doppelt abzukassieren und danach ihre Diskos zu starten.
Dennoch ein sehr überzeugender Abend der lange im Gedächtnis bleiben sollte. Wer noch nicht das Vergnügen hatte die Band live zu erleben darf sich auf eine kommende DVD freuen, die die Tage Ende der Tour aufgenommen wird.
Gerademal knapp ein halbes Jahr ist es her, dass Karnivool uns in NRW beehrten. Damals im Luxor, noch total begeistert, war man sich fast einig: „so schnell werden wir die Australier hier leider nicht wieder bewundern können". Doch getäuscht! Zum Zweiten mal in diesem Jahr touren die fünf Musiker exzessiv durch unser Lande, diesmal mit „The Intersphere" als Support im Gepäck.
Das FZW bietet in seinem Club noch einigen Besuchern...>>>
weiter lesen...Nachdem wir nun also den Auftakt des abends mit Sun Domingo erlebt hatten, ging es in der Zeche Carl in die zuvor erwähnte kurze Umbaupause.
Auch zum Hauptakteur des Abends wollte es sich nicht so recht füllen. Vor der Bühne
blieben die ersten Reihen frei wonach sich erst etwas verhalten die ersten Zuschauer...>>>
Die zweite Künstlerin des ersten abends beim Dunk!-Festival 2010 war Liesa Van der Aa. Sie kommt aus Brüssel und bezeichnet ihre Musik selbst als
Alternativ / Akustisch und "Konkret". Ausgestattet mit einer Violine, einem Looper und Mikrofon bescherte sie
uns ca. 40 min reines Klangvergnügen, denn sie wusste ihren Looper und Ihre
harmonische Stimme in...>>>
Teil 1 - Dunk!-Festival Bericht
Teil 2 - Dunk!-Festival Bericht...>>> weiter lesen...
Support von: Noël
Nachdem uns also die Band Noël einen schön-seichten Auftakt im Druckluft beschert hatte, waren nach umfangreichen Umbauarbeiten die vier Männer der Errors aus Glasgow gegen 20 vor 11 bereit ihren Auftritt im Druckluft zu beginnen.
Ich hatte die Errors circa ein Jahr zuvor mit den Dänen von WhoMadeWho im Gebäude 9 mit ihrem Debutalbum...>>>
weiter lesen...Schreibt eure lustigen, spannenden, Gänsehaut erzeugenden oder auch mal nicht so gelungenen Konzert-Erlebnisse in den Genres Post-Punk, -Rock, Doom, Metal, Instrumental, Noise, Avantgarde und Artverwandtem als Konzert-Bericht. Ebenfalls freuen wir uns immer über die neuesten Album-Reviews eurer persönlichen Favoriten in den genannten Stilarten. Werdet ein Teil des Profilneurotiker-Teams und lasst uns und Andere an euren Erlebnissen und Eindrücken teilhaben! Ab und an besteht auch die Möglichkeit mit verschiedensten Musikern und Bands ein persönliches Interview zu führen. Weiteren Vorschlägen in Form von konstruktiver Kritik oder Vorschlägen gegenüber sind wir natürlich auch immer aufgeschlossen.
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