Support: Mugatu, Kodiak
Vergangenen Freitag, den 07.05.2010, zog es uns zum ersten Mal ins Café Nova nach Essen. Dort gab es das Konzert der Amerikaner aus Ohio von Mouth Of The Architect zu sehen, welches ich mir nicht entgehen lassen wollte! Schon relativ früh gegen 20 Uhr am Café Nova angekommen war der Laden noch recht leer. Ein paar wenige Besucher verweilten an der Theke zu Musik aus der Konserve, andere spielten in einem Hinterraum Kicker oder man saß auf einem der Stühle und unterhielt sich.
Gegen 20.30 Uhr betraten drei junge Männer als Erste die Bühne des Café Nova in klassischer Rock'N'Roll-Besetzung, Gitarre - Schlagzeug - Bass. Die Band, bestehend aus Jonny (Gitarre, Vocals), Evgeny (Bass) und Tobi (Drums) heißt Mugatu und kommt aus dem Ruhrgebiet. Ich sah sie an diesem Abend zum ersten Mal mit ca. 20 anderen Gästen im Café Nova. Es war ja noch früh, schade nur für die Band.
Mugatu machen im weitesten Sinne Stoner Rock mit Psychedelic- und Grunge-Einflüssen. Bassist Evgeny spielte runde Bassläufe, die knackig waren und gut ins Ohr gingen. Man sah ihm seine Spielfreude auch sehr an, was bei den anderen beiden ein wenig fehlte. Doch auch das Drumspiel von Tobi war nicht minder schlecht und Jonny an der Gitarre wusste mich ebenso zu überzeugen. Er wechselte von seinen Riffs und Akkordfolgen sauber in teilweise ausufernden Solis, lediglich die Stimme kam ein wenig dünn rüber und er schien etwas nervös. Ansonsten spielten die Drei von Mugatu guten Rock, wobei sie das Rad nicht neu erfunden haben, ihre Sache aber gut rüberbrachten! Der letzte Song des Sets war rein instrumental und bestand aus mehreren Passagen, die nach langen Breaks immer wieder einsetzten. So machten Mugatu mal eben einen 15 Minuten-Song daraus, bis das Publikum dann von selbst im vierten oder fünften Break das Applaudieren einleitete, obwohl sich Mugatu selbst nicht einig zu sein schienen, ob sie nicht doch noch einmal ansetzen sollten.
So ging der Auftritt von Mugatu nach rund 45 Minuten zu Ende und wurde mit angemessenem Applaus belohnt. Es folgte dann die obligatorische Umbaupause, wobei hier wirklich das komplette Equipment der Bands ausgetauscht wurde. Als nächstes standen Kodiak auf dem Plan, welche ich wie Mugatu zuvor noch nicht kannte.
Kodiak kommen ebenfalls aus dem Ruhrgebiet und Machen Funeral Drone/Doom-Metal der ganz düsteren und langsamen Sorte. Zur Band gehören Tommy an Bass und beitzeiten Gitarre, Seppo an der Gitarre und Maik an den Drums. Der Aufbau der Boxentürme, Effekte und des Drumkits nahm einige Zeit für sich in Anspruch, ebenso wie der Soundcheck. Dieser ließ aber schon erahnen, dass es gleich wirklich sehr düster, laut und dronig zur Sache gehen würde!
Das Café Nova hatte sich ein wenig mehr gefüllt und so begannen dann gegen 10 vor 10 Kodiak mit ihrem Set. Dem Publikum dröhnten ab da extrem verhallte und verzerrte Klangcollagen aus Bass und Gitarre entgegen, wozu das Schlagzeug reduziert einsetzte. Eine ganz schön dunkle Masse, die Kodiak uns da entgegen schmetterten, doch mir gefiel es! Schön laut, schön droneig und der Bass grummelte schön in der Magengegend, so wie sich das gehört! Mit dieser Wucht an Sound brauchen sich Kodiak ganz und gar nicht vor anderen Vertretern ihres Genres zu verstecken und können gut und gerne mit Gruppen wie Sunn O))), Altar Of Plagues, Khanate oder Nadja verglichen werden. Das Set von Kodiak war allerdings nach sehr kurzen 30 Minuten vorüber, da hatten sie sich selbst ein wenig Zeit beim Aufbau und dem Soundcheck gestohlen. Und mit Sicherheit trug auch der lange letzte Song von Mugatu dazu bei. Auf jeden Fall sollte man Kodiak auf dem Schirm behalten und verfolgen, was von denen noch so kommt. Veröffentlicht haben Sie ihr Album auf Denovali Records, neben einer Split mit Nadja und Black Shape Of Nexus. Hörenswert!
Nun gab es also eine erneute Umbaupause, bei der Kodiak wieder ihr gesamtes Equipment von der Bühne schafften, um Platz für Mouth Of The Architect zu schaffen. Zeit also für ein neues Bier oder um etwas frische Luft zu schnappen! Im Café Nova selbst darf übrigens geraucht werden, was ich als Raucher und Konzertgänger lobend erwähnen möchte! Es gibt fast nichts über einem klasse Konzert mit einem Bier in der einen und einer Zigarette in der anderen Hand! Auch sonst gefiel das Café Nova ausgesprochen gut, nettes Thekenpersonal, gute Preise, angenehmes Publikum! Schöne Sache!
Mouth Of The Architect sind eine Sludge Metal Band aus Dayton, Ohio die es seit 2003 gibt. Ihre Einflüsse liegen bei Bands wie Neurosis, Isis, Pelica, Cult Of Luna und ähnlichen Bands des Genres. Die Bandmitglieder sind Kevin Schindel (Vocals, Gitarre), Dave Mann (Drums), Jason Watkins (Vocals, Keyboard, Sampler), Steve Brooks (Vocals, Gitarre) und Joe Lester (Bass), der ab und an bei MOTA aushilft. Zur Konservenmusik während der Umbaupause spielte Kevin Schindel spontan einige Solis oder auch die Akkorde des Songs mit, Drummer Dave setzte belustigt ein, bevor es dann gegen viertel vor 11 mit ihrem Set losging.
Die fünf Männer von Mouth Of The Architect wissen von Beginn an das Publikum mit ihrem kraftvollen Sound zu begeistern und schmetterten uns ihre Songs nur so entgegen. Jason bediente seine Tasten neben dem immer wieder einsetzendem Shouten und Gröhlen ins Mikrofon, der meiste Gesang kam von Steve, wobei auch Kevin hier und da den Part des Shouters übernahm. Die 5 waren trotz eines nicht all zu vollen Café Nova gut und laut bei der Sache und trugen ihre Songs überzeugend und mit hoher Intensität vor. Das Publikum dankte es ihnen mit konzentriertem Zuhören und Mitgehen, wenn auch nicht in ausgelassener Form sondern eher jeder für sich. Bei jeder Pause zwischen den Songs wurde das gerade Gehörte und Erlebte mit ausgiebigem Applaus belohnt, ehe MOTA uns wieder in ihre teils brachiale, teilsaber auch sehr melodiöse und bisweilen ruhige Musik entführten. Und das Publikum ließ dies gerne mit sich machen und lauschte weiterhin gespannt dem Konzert von MOTA. Überwogen haben auf jeden Fall die harten Parts, in denen die Jungs alles aus sich heraus holen und sich die Selle aus dem Leib schreien, dass es einem durch Mark und Bein geht. Zum Abschluß spielten MOTA den Song A Vivid Chaos vom Time And Whitering Album, der mir auch besonders in Erinnerung geblieben ist.
Der Auftritt von Mouth Of The Architect war rundum solide und mit hoher Präzision gespielt, sie setzten ihre komplexen Songstrukturen gekonnt um und wussten ihr Publikum zu begeistern! Die rund 70 Minuten von MOTA waren durch und durch klasse und lassen auf ein baldiges Wiederkehren der Band hoffen, dann vielleicht auch in einem etwas besser besuchten Café Nova oder woanders. Ein abermals toller Konzertabend ging dann nach einem kurzen Plausch mit der Band am Merchstand zu Ende und gegen 12 Uhr hieß es, die Heimreise anzutreten.
Als vorletzte Band des ersten Abends auf dem Dunk!-Festival standen Slaraffenland aus Kopenhagen, Dänemark auf der Bühne. Die Fünf verwandelten die Bühne erst mal in eine Art Schlaraffenland, indem sie die Mikrofon-Stative und sonstige Aufbauten fürihr Equipment mit massig Plastikblumen und -blüten verzierten, was der Bühne ein äußerst "anderes" Erscheinungsbild verlieh! Sollte das womöglich nur ein Ablenkungsmanöver werden?...>>>
Support für: Caspian
Montag Abend in Bochum, Location Bahnhof Langendreer. Uns erwartete zum Auftakt einer vielversprechend zu werdenden Woche der Auftritt von Caspian, welche die ebenfalls aus Massachusetts -genauer gesagt aus Boston - stammenden Constants als Supportact dabei hatten.
Constants, die seit Anfang Mai wieder mit Ihren Kollegen von Caspian gemeinsam auf Tour sind, bestehen...>>>
weiter lesen...Schreibt eure lustigen, spannenden, Gänsehaut erzeugenden oder auch mal nicht so gelungenen Konzert-Erlebnisse in den Genres Post-Punk, -Rock, Doom, Metal, Instrumental, Noise, Avantgarde und Artverwandtem als Konzert-Bericht. Ebenfalls freuen wir uns immer über die neuesten Album-Reviews eurer persönlichen Favoriten in den genannten Stilarten. Werdet ein Teil des Profilneurotiker-Teams und lasst uns und Andere an euren Erlebnissen und Eindrücken teilhaben! Ab und an besteht auch die Möglichkeit mit verschiedensten Musikern und Bands ein persönliches Interview zu führen. Weiteren Vorschlägen in Form von konstruktiver Kritik oder Vorschlägen gegenüber sind wir natürlich auch immer aufgeschlossen.
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