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OM & Lichens - Konzert Review - FZW, Dortmund - 04.02.2010

Mo. 08 Februar 2010

Vergangenen Donnerstag gab es im FZW in Dortmund das Konzert der Gruppe OM zu erleben, als Vorprogramm stand Lichens auf der Bühne des kleinen Saales im FZW.

Lichens Lichens, das ist das Soloprojekt des Musikers Robert Aiki Aubrey Lowe, der aus Chicago stammt. Lowe stand zu Beginn während der Zeit vor dem Konzert am Merchstand und verkaufte seine Lichens-Alben als auch Artikel von OM. Wie man mitbekommen konnte präsentierte er seine Platten dem kaufwilligen Anwesenden wohl sehr ausgiebig und neugierig machend, sodass sich sein Umsatz an diesem Abend gelohnt haben dürfte. 

Die Musik von Lichens ist nur schwer zu beschreiben. Wie schon erwähnt ist Lichens ein Soloprojekt, welches sich im Bereich der experimentellen Musik aufhält und Elemente aus Drone, Noise, Ambient und auch "Normalerem" wie Blues und Jazz enthält. Lowe ist neben seinem Soloprojekt noch aktiv bei den Bands 90 Day Men und Singer und unterstützt auch die beiden Männer von OM wärhend dieser Tour. Doch dazu später.

Lichens Das Set von Lichens an diesem Abend begann gegen 10 vor 9 und Robert Lowe betrat die Bühne mit seiner Tasse Tee, nahm Platz auf einem Stuhl, der mittig auf der Bühne platziert war und griff sich seine SG-Gitarre. Mit dieser erzeugte er dann sehr ambiente Töne, die über einen Boss-Looper aufgezeichnet und als Schleife im Hintergrund abgespielt wurden. Die Gitarre war mit mannigfaltigen Effekten versehen, sodass es sich weniger nach Klängen aus dem Saiteninstrument als mehr nach Synthieklängen anhörte. Nach kurzer Zeit war das Loop also eingespielt, die Gitarre wurde in aller Ruhe auf dem Ständer rechts neben Lowe wieder abgestellt und er griff sich dann das Mikrofon, welches zu seiner Rechten platziert war. Als erstes erzeugte er nun ein paar Geräusche, die nach Vogelzwitschern klangen, die ebenfalls mit in das Loop per Overdub einflossen. Nach und nach steigerte Lichens seine Vokalartistik in Form von Vocals aus einer fremden Sprache, vielleicht waren es auch nur Geräusche, die er dort zum Besten gab. Lichens scheint dabei wie in Trance zu sein. Er unterstreicht seine vokalen Klänge mit ausufernden Gesten der Arme und Hände und wirkt dabei fast wie ein Hohepriester. Alles mit geschlossenen Augen, die sich nur bei "Höhepunkten" innerhalb des Liedes angestrengt und ganz leicht öffnen. Lichens wirkt dabei wie von einem fremden Planeten und ist voll und ganz in seine Soundcollage vertieft. Zwischendurch greift er sich noch einmal kurz die Gitarre, fügt ein paar weitere reduzierte Klänge hinzu und beginnt dann wieder mit seiner schamanistischen Predigt. Nach rund 25 Minuten ließ Lichens den Song ausklingen und sein Set war damit beendet. Eine außergewöhnliche Darbietung von Robert Lowe, aber sehr interessant und inspirierend.

Lichens hat im Jahr 2005 sein Debut The Psychic Nature Of Being ebenso wie das darauffolgende Album Omns auf Kranky veröffentlicht. Des weiteren hat Lichens in Eigenregie einige Alben und EP's als limitierte CD-R's veröffentlicht, die allerdings recht schwer zu bekommen sein dürften. Weiterhin erwähnenswert sind die Kollaborationen von Lichens mit der deutschen Band Cloudland Canyon sowie mit den Chicagoern von White/Light, die auf Holy Mountain erschienen siind.

OM Nach nicht all zu langer Zeit betraten dann OM, seines Zeichens Al Cisneros (Bass und Gesang) und Emil Amos (Drums) die Bühne, begleitet von Robert Lowe aka Lichens, der die Beiden auf Ihrer Tour an Percussions, Keyboards und Gitarre unterstützt. Die beiden Hauptakteure von OM stammen aus Oakland in Kalifornien und spielen sehr minimalistischen - fast schon tranceartigen - Stoner-Rock mit Doom-Anleihen. Al Cisneros spielt ansonsten noch bei der Band Sleep, Emil Amos drescht beizeiten bei der Gruppe Grails auf die Felle. 

Begonnen wird das Set mit dem Bass von Cisneros, wie man es auch bei den meisten der Songs von OM auf deren Alben her kennt. Das Schlagzeug von Amos setzt kurz darauf ziemlich druckvoll ein und Robert Lowe sitzt seitlich und bearbeitet erst mal einige Percussions, die das Drumspiel von Amos unterstützen. Und was die Drei da trotz minimalistischem Sound auf die Bühne zaubern, wußte doch schon sehr zu beeindrucken.

OM Al Cisneros spielt einen seiner beiden Rickenbacher-Bässe, welche für jeden Bass-Liebhaber ja ansich schon ein Grund sind dahinzuschmelzen. Und dann auch noch zwei davon, ein Schwarzer und ein Sunburst-Roter! Wie er da über die Saiten fegt sieht schon sehr geschmeidig aus und lässt auch vom Klang her keine Wünsche offen! Zumindest im weiteren Verlauf des Konzertes, war der Bass doch zu Beginn recht leise und ging unter den Drums doch etwas unter. Doch dies legte sich recht schnell und das Publikum konnte eine ordentliche Portion dicken Basses genießen und sich stimulieren lassen.

 

OM OM OM 

 

 


OM

Und was Emil Amos da aus seinen Fellen und Becken holte war ebenso beeindruckend. Er wirbelte von Tom zu Tom, spielte wilde Breaks und peitschte die Musik immer weiter nach vorne. Die Mimik, die er dabei vollzog, zeigte, dass Amos ebenfalls komplett "drin" ist und ließ die Drums im Zusammenspiel mit dem Bass zu einem Sound verschmelzen, der OM in absoluter Höchstform präsentierte! Robert Lowe fügte dann kleine aber wichtige Details mit Rasseln, Keyboard, Gitarre und Vocals hinzu, die die Musik noch weiter verdichtete und zu einem Gesamtkunstwerk verschmolz. Der "richtige" Gesang kam auch von Al Cisneros, der allerdings weniger den Augenkontakt mit dem Publikum suchte als etwas abwesend wirkend in die Luft starrte. Doch wenn eine längere Passage ohne Stimme folgte, drehte sich Cisneros halb rechts herum, um den Augenkontakt mit seinen Bandmitgliedern zu suchen und zu finden und dabei basspielenderweise abging. 

OM OM boten an diesem Abend einige Stücke des aktuellen Albums "God Is Good", spielten dazu aber noch einige Werke aus vergangenen Tagen, die vom Publikum auch auf Freude stießen. So war das Set von OM sehr groovig und mitreißend, was zu großen Teilen an dem deftigen Drums von Emil Amos lag, die den Songs noch mal eine Schippe Energie im Gegensatz zu den Studioaufnahmen verabreicht haben. Nach rund 50 Minuten war der Hauptteil von OM dann leider viel zu schnell vorbei. Wir bekamen aber noch eine Zugabe geboten, dieses mal nur mit Amos und Cisneros, der nun seinem Bass ordentlich Verzerrung gab und die Boxen noch mal richtig aufdrehte. Ein krönender Abschluss eines außergewöhnlich guten Konzertes!

 



 

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