Nachdem wir also nun schon zum Auftakt die Show von Planks hier im Gebäude 9 gesehen hatten, deren Musik sich im wahrsten Sinne des Wortes in unsere Ohrmuscheln und Körper gefressen hatte, kam es zu der unweigerlichen Umbaupause. Die wurde rasch für eine erneute Getränke- und Nikotinzufuhr genutzt, bevor wir uns dann vor der Bühne platzierten und noch den entspannten Klängen von Bohren & Der Club of Gore, die aus den Boxen lauschten. Wir wollten es erst mal auf einen Versuch ankommen lassen um zu sehen, ob Shrinebuilder ähnlich brachial laut spielen würden wie Planks zuvor. Dadurch dass aber nun nicht mehr das Drumkit von Benny der Band Planks unmittelbar am vorderen Bühnenrand stand, verhieß dies schon mal eine gewisse Linderung.
Der Umbau ging relativ flott von statten, eine ganze Reihe an Technikern half den vier lebenden Legenden dabei ihre Instrumente für den bevorstehenden Auftritt vorzubereiten. Shrinebuilder, das ist eine wirklich fantastische Zusammenkunft von vier Musikern! An den Gitarren machen sich zum Einen Scott "Wino" Weinrich (St. Vitus, The Obsessed) sowie zum Anderen Scott Kelly (Neurosis) verdient, das Schlagwerk beackert Dale Crover (Melvins), zusammen mit Al Cisneros (OM, Sleep) bildet er die Rhythmusfraktion von Shrinebuilder. Bisher gibt es nur das im letzten Jahr veröffentlichte und selbstbetitelte Debutalbum der Band, auf welchem die Vier Ihrer Leidenschaft für Doom, Stoner und Psychedelic Rock nach Herzenslust fröhnen.
Das Gebäude 9 war erstaunlicherweise nicht ausverkauft an diesem Abend, doch die Reihen hatten sich im Laufe der Zeit doch noch recht gut gefüllt, und so schmetterten uns dann Shrinebuilder zu Beginn ihres Sets den Song Science Of Anger um die Ohren. Die Musik kam etwas leiser aus den Boxen als bei Planks, was wir aber aufgrund des überhöhten Pegels zuvor als Positiv empfanden. Dennoch wummerte den Zuschauern eine ordentliche Wand verzerrter Gitarren, präzisem Drumspiel und fast immer in Läufen gespielter dicker Bass entgegen. Dieses wunderbare Psychedelic-Stoner-Stück war ein perfekter Einstieg in die uns nun bevorstehenden ca. 80 Minuten Konzertspektakel!
Der Gesang, der hauptsächlich von Wino und Kelly kommt, zwischenzeitig aber auch von Cisneros übernommen wird, ging an diesem Abend insgesamt leider etwas unter zwischen den meisterhaft gespielten Instrumenten der vier Protagonisten. Ohne großes Aufleben zu machen stiegen Shrinebuilder auch nach nur kurzem Applaus direkt in The Architect ein und Shrinebuilder nahmen uns tiefer mit hinein in ihre Klangwelt düsterer Riffs und hypnotischer Bässe und Trommeln. Al Cisneros schien mittendrin ein paar Probleme mit seinem Rickenacher bzw. seinem Amp zu haben, bis dann ein Techniker zu Hilfe kam und er in gewohnter Form und in einer anderen Welt zu sein scheinend wieder sein Instrument bearbeiten konnte.
Shrinebuilder zogen erst mal ihr einziges Album von hinten auf, als nächster Song folgte Blind For All To See, unser heimlicher Favorit-Track des Albums. Hier beginnt Cisneros zusammen mit Crover mit einem absolut hypnotischem Beginn, Scott Kelly steuert hierbei seine Stimme dazu bei, dass dieser ganz große Song sich langsam aber stetig steigern kann. Wino spielt kunstvoll sein Instrument und entlockt der Gitarre immer genau die Töne, die er herauf beschwören möchte. Häufig greift er auch zum Ebow, um zusammen mit seinem gut bestücktem Effektboard die geeigneten Klänge zu produzieren.
Bei einem Break zwischen zwei Songs stellte Dale Crover kurzerhand die drei Mitmusiker mit ihren größten Bands vor, bevor er sich selbst ein kleines Solo spielte und seinen Namen kleinlaut preisgab. Weiter ging es dann mit Effigy, einem Cover von Creedence Clearwater Revival aus dem Jahr 1969, welches die Vier für uns im Gebäude 9 zelebrierten. Darauf folgte ein neuer Song von Shrinebuilder mit dem Titel We Let The Hell Come, der zunächst sehr ruhig und melodiös beginnt, fast schon wie eine Ballade und recht bluesig angehaucht war.
Nächster Song des Sets war Solar Benediction, der Opener des Debuts. Hier kann Scott Kelly ein bisschen aggressiver mit seiner Stimme umgehen, Wino übernimmt die "gesungeren" Parts. Und wieder lieferten uns die beiden Gitarristen feinste Riffs und wilde Solis, Al Cisneros und Dale Crover machen die Sache rund und perfekt! Zum Finale holten Shrinebuilder dann zu Nagas 1 & 2 aus, was vor dem wirklich letzten Stück des Abends Pyramids Of The Moon gespielt wurde, welches Shrinebuilder gekonnt zu einem verlängerten und fulminanten Ende brachten.
Und dann war der Spuk auch schon vorbei. Das Licht wurde kurz nach dem Verschwinden der Band und während dem gebührenden Applaus des Publikums schnell angeschaltet, sodass es zu keiner Zugabe mehr kam. Doch insgesamt hatten Shrinebuilder auch ihre Schuldigkeit den Gäste gegenüber getan und ein tolles Konzert abgeliefert, nachdem zuvor Planks den Anwesenden einen gehörigen Arschtritt verpasst hatten. Ein wunderbarer Abend, einziges Manko war höchstens die dezent zu hohe Lautstärke. Wir mögen's laut, keine Frage, doch übertrieben werden sollte es dann doch nicht unbedingt. Zum Glück haben wir keine Langzeitschäden davon getragen, von daher sehen wir einem erneuten Besuch eines Konzerts egal ob von Shrinebuilder oder Planks als auch im Gebäude 9 mit Freude entgegen!
Setlist:
1. Science Of Anger
2. The Architect
3. Blind For All To See
4. Effigy
5. We Let The Hell Come
6. Solar Benefication
7. Nagas 1 & 2
8. Pyramid Of The Moon
Band Nummer Drei an diesem ersten Abend des Dunk!-Festivals 2010 waren die fünf Herrschaften von Immanu El aus Schweden: Claes Strängberg (Vocals, Gitarre), Per Strängberg (Gitarre, Vocals), Jonatan Josefsson (Drums), Emil Karlsson (Bass) und
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