Vergangenen Mittwoch, den 21.07., spielte erneut Steve von Till, der Frontmann der Gruppe Neurosis, in unseren Gefilden. Nachdem wie Steve von Till bereits im Februar bei seinem atemberaubendem Konzert in der Dechenhöhle zu Iserlohn erlebt hatten, wollten wir uns seinen Auftritt im Kölner Underground natürlich nicht entgehen lassen! Der Besuch im Underground war für uns der Erste in dieser Location - kaum zu glauben, wo wir im Laufe der Jahre doch schon so einige Konzerte in den verschiedensten Kölner Veranstaltungsorten besucht haben.
Laut Webseite war schon um 19.30 Uhr Einlass an diesem verregnetem Mittwoch-Abend, Beginn sollte um 20 Uhr sein. Vor Ort erfuhren wir dann aber, dass der Auftritt erst um 21 Uhr beginnen sollte. Schade, wäre das etwas besser kommuniziert worden hätten wir uns nicht so abhetzen brauchen...aber was soll's, dafür stand uns ein tolles Konzert bevor, wovon wir natürlich erst mal ausgingen. Und dies sollte sich auch bewahrheiten, wie sich später herausstellte.
Zunächst gönnten wir uns zur Überbrückung der Wartezeit noch das ein oder andere Bierchen, Steve von Till hatte auch in der Kneipe des Underground an einem Tisch Platz genommen und genoß auch noch ein Getränk und unterhielt sich mit einigen Besuchern oder Bekannten. Gegen 21 Uhr war die Kneipe dann recht leergefegt, da die Besucher mehr oder minder geschlossen hinüber in den Konzertsaal wechselten. Kurz darauf erschien auch Steve von Till, der noch letzte Einstellungen an seinen unwahrscheinlich vielen Effektgeräten vornahm.
Er hing sich seine naturholz-farbene Telecaster um, ging ans Mikrofon und begrüßte die Anwesenden, was allerdings irgendwie unterging. Beim zweiten Versuch aber wurde von Till erhört und dies zauberte ein Lächeln auf seines wie auch auf unsere Gesichter. "My name is Steve von Till, this is my Spaceship and together we are Harvestman" läutete er den Abend ein, indem er mit ausufernden Gesten auf seine Effekte zeigte. Für die nächsten 90 Minuten versprach er uns mit auf eine Reise zu nehmen, die dann auch mit einem Harvestman-Song begann, genauer gesagt mit World Ash von seinem In A Dark Tongue Album.
Wie auch schon in der Dechenhöhle fütterte Steve von Till nach und nach seinen Looper, schichtete Klänge übereinander, die zusammen den dronig-ambientigen Sound seiner Harvestman Veröffentlichungen ausmachen. Bei dieser Vielzahl an Effekten, Fußtretern, Loopern und Midiboards noch die Übersicht zu behalten ist schon eine Kunst für sich! Doch dies beherrscht von Till perfekt!
Er wechselte von seinen Harvestman-Nummern teils nahtlos, teils mit kurzer Pause hinüber zu den Neo-Folk Nummern, die er unter seinem richtigen Namen veröffentlicht, und wieder zurück. Das Publikum lauschte gespannt dem Treiben des Mannes auf der Bühne, der ständig zwischen seinen Effekten hin- und herwechselte und leichte Veränderung an eben diesen vornahm. Manchmal drückte er seine Gitarre vor die Lautsprecher der zwei angeschlossenen Verstärker, um diesen Rückkopplungen zu entlocken, ein anderes Mal kamen die Klänge fast Clean aus den Boxen, hauptsächlich natürlich bei den Steve Von Till-Stücken!
Insgesamt sehr beeindruckend wieder, der Auftritt von Tills! Unter anderem spielte er noch die Stücke The Spider Song, einer unserer Favourites, Valley Of The Moon kam auch zum Zuge, Breathe durfte natürlich auch nicht fehlen und wie viele weitere Songs, doch die Erinnerung an diese einzelnen Stücke fehlt im Nachhinein dann doch. Dafür war das Konzert von Steve von Till ein erneutes Mal zu ergreifend und beeindruckend! Für Gitarristen ist es eine Freude, ihm bei seinem Auftritt zuzuschauen! Minimale Tonfolgen werden mit Hilfe des Geräteparks zu ganz neuen Klanglandschaften, oder aber das Schlagen gegen den Korpus seiner Gitarre wird zur Klangerzeugung genutzt...
Zu guter Letzt feuerte Steve von Till noch ein Noisegewitter auf das Publikum hat und konnte hierbei aus dem Vollen seiner Effektgerätschaften schöpfen. Das Finale endete darin, dass von Till seine Telecaster abstellte und sich vor eines seiner Boards kniete und die Regler der Pedale bediente. Ein toller Abschluß eines ebenso tollen Konzertabends!
Ein kleiner Merch-Stand lud noch zum Shoppen am späten Abend im Underground ein, von welchem wir uns das aktuelle Tourplakat mitnahmen. Dieses hat uns dann anschließend Steve von Till bei eine kurzen Plausch noch unterschrieben, wofür wir herzlich danken!
Vogelsanger Str. 200
50825 Köln
Fotos von Jacques Moch, Nachbearbeitung: Marcel Moch
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