Nachdem wir nun also den Auftakt des abends mit Sun Domingo erlebt hatten, ging es in der Zeche Carl in die zuvor erwähnte kurze Umbaupause.
Auch zum Hauptakteur des Abends wollte es sich nicht so recht füllen. Vor der Bühne
blieben die ersten Reihen frei wonach sich erst etwas verhalten die ersten Zuschauer in der Zeche Carl verteilten. Schade, dass ein so schönes Konzert - dazu noch am Wochenende - nicht mehr Musikbegeisterte locken konnte. Den Künstlern kann man allerdings keinen Vorwurf machen.
Dennoch ließ
sich das Publikum davon nicht den Spaß nehmen und taute schnell auf. Die Briten
begannen mit leisen Tönen, man hatte den Eindruck Musiker und Zuschauer müssten
sich erst noch beschnuppern, aber keine fünf Minuten später war der Funke
übergesprungen. Die sehr atmosphärischen Flächen trieben einen schnell in eine
Art Trance. Oftmals erinnerte der hohe zarte Gesang an Bands wie The Smashing
Pumpkins was durch rockende Gitarrenriffs aufgelockert wurde. Die Band war redlich
bemüht die Zuschauer mit Klatschspielen bei Laune zu halten - unnötig, so
stachelte sogar ein Besucher ein Mal enthusiastisch das Publikum und letztlich
sogar den Bassist an, die Hände zusammen zu schlagen.
Nahezu
zwei Stunden boten The Pineapple Thief ihre Vision von moderner Rockmusik. Auf
der Setlist stand nahezu das komplette
aktuelle Album „Someone Here is Missing". Zwischenzeitig, gerade zu Beginn des
Konzertes, überkam einen allerdings hier und da das Gefühl „das haben die doch
schon mal gespielt". Ein wenig zu ähnlich klangen manche musikalische Ideen und
die Entwicklung der Stücke.
Ihre Stärken hat die Band, wenn es elektronisch
wird, rhythmische Spielereien eingesetzt werden, ruhige Gänsehautmomente ausgekostet
werden oder einfach mal gerockt wird. Also „Meckern" auf hohem Niveau. Als
kleinen Appetithappen stellte Kopf der Gruppe Bruce Soord einen neuen Song
einer kommenden EP vor. Zu Beginn mit akustischer Gitarre entwickelt das Stück
einen anregenden Sound. Da darf man gespannt sein.
Gegen Ende waren sich
Publikum und Musiker offensichtlich einig: das hat Spaß gemacht! Auf ihrer
ersten Headlinertour durch Deutschland können die Musiker um Bruce Soord
durchaus zufrieden sein und wir hoffen, dass sie bald wieder hier halt machen. Dann
bitte mit mehr Zuschauern!
Konzertende konnte auf ca. 23 Uhr datiert werden. Erwähnenswert, wo man es doch mittlerweile gewohnt ist bei vielen Locations um 22 Uhr aus der Halle gekehrt zu werden wie ungebetene Gäste, nur um mit anschließender Disko noch mal abkassieren zu können.
Text und Fotos:
Jacques Moch www.mochmusic.de
Support von And So I Watch You From Afar
zusammen mit The Picturebooks
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