Review-Text: Jacques Moch
Fotos: Michael Kuchenbecker
Zum
ersten Mal seit gut 8 Jahren ist die Supergroup um Neal Morse (ex- Spocks
Beard), Mike Portnoy (Dream Theater), Pete Trevawas (Marillion) und Roine Stolt
mit ihrem drittten Output „The Whirlwind" wieder in deutschen Landen auf Tour.
Dieses schon exzellente Lineup wird durch Pain of Salvation Mastermind Daniel
Gildenlöw als Gast komplettiert und zieht am Samstagabend gut 1500 progressiv begeisterte Musikhörer in die ausverkaufte Live Musik Hall nach Köln.
Angekündigt als „An Evening with Transatlantic" ist schon im vorraus klar: Das
wird ein anstrengender Abend mit vielen Melodien, komplexen Rhythmen und vor
allem eines, Longtracks in Hülle und Fülle.
So beginnt das Konzert auch pünktlich um 19 Uhr in der schon proppevollen Halle mit dem eigentlich einzigen Stück des aktuellen Albums, dem fast 78 minütigen Mammutwerk „The Whirlwind". Da die Melodien sich einfach noch nicht so im Ohr festgesetzt haben wie die der weitaus älteren Alben ist es anstrengend der Musik zu folgen, dennoch feiert das Publikum recht schnell die Musiker und vor allem ihr Verhalten auf der Bühne ab.
Mit mehr
Spielfreude hat man die Akteure in ihren Hauptgruppen selten gesehen. Mike
Portnoy verschwindet nicht wie bei Dream Theater hinter einem
Monster-Schlagzeug im Gegenwert eines Mittelklassewagens und ist aufgrund
seiner Position vorne am rechten Bühnenrand sehr gut beim spielen zu
beobachten. Neal Morse ist wie gewohnt ein Strahlemann ohne aufgesetzt zu
wirken, Pete Trewawas hüpft regelrecht über die Bühne und Multiinstrumentalist
Daniel Gildenlöw springt im Hintergrund von E-Gitarre und Mikro zu Keyboard,
Percussion und Akustikgitarre. Nur Roine Stolt wirkt etwas zurückhaltender aber
dennoch sieht man ihm den Spaß an der Musik an. Dazu sei noch anzumerken, dass
alle Aktuere neben ihrem Instrument noch mächtig ins Mikro pusten und jeder
einzelne auch dies perfekt bis gut
beherrscht. Solch lupenreinen mehrstimmigen Gesang bekommt man live selten
geboten.
Auch gelegentliche Aussetzer von Neals Macbook und die damit verbundenen Verluste
zahlreicher virtueller Instrumente, was ihn dazu zwingt einige Parts auf der
Hammondorgel zu spielen, tut der Stimmung auf und vor der Bühne keinen Abbruch.
Der für seine extreme Gläubigkeit bekannte Neal nimmt mit Humor und kaspert
herum und witzelt „vielleicht sollten wir ein Gebet schicken" vor dem
elektronischen Querulanten.
Nach diesem endlosen Longtrack läuten die Musiker erstmal eine knapp 15 minütige Pause ein, die auch dem Publikum in der mittlerweile unangenehm aufgeheizten Halle sichtlich Erleichterung verschafft. Gibt's in der Live Music Hall eigentlich keine Lüftung?!?
Nachdem
sich der ein oder andere ein Bier besorgt hat und viele vor der Tür Luft
geschnappt haben, ging es in der für den Besucher positionstechnisch neu
durchgemischten Halle zum zweiten, nicht minder langen Set weiter. Diesmal mit
einem weitaus kürzeren Titel. Die nur 30 Minuten von „All of the Above" vom
Erstlingswerk der Transatlanticer werden frenetisch als Highlite gefeiert. So
hatte man nun 2 Lieder gehört, aber schon gut 2 Stunden Musik auf die Ohren
bekommen. Die folgende kurze (wirklich mal nur 5 Minuten) Ballade „We All Need
Some Light" wird mit einem nicht hundertprozentig rein gespielten aber dennoch
überzeugenden Akustikgitarren Intro von Neal Morse dargeboten bevor Roine
überraschenderweise den Gesang übernimmt, der auf CD noch von Neal intoniert
wurde. Es folgte ein weiterer Epic „Duel With the Devil", bei dem der Titel sich
natürlich auch klanglich bemerkbar machte.
An
Überraschungen mangelte es beileibe auch nicht. Hier und da improvisierte die Band an Passagen mit denen man nicht gerechnet hatte oder forderte die Menge
auf „Rock the House" und ein Kopfschütteln des Schlagwerkers Portnoy
signalisierte, das war nicht genug und das Publikum erhielt eine weitere
Chance. Vor allem aber beim letzten Titel wirkten die Musiker wie im Rausch, so
dass Portnoy sich sogar kurzerhand, als Neal die Drums übernahm (der Mann kann
irgendwie alles!), sich zum Stagediving entschloss. Etwas über eine Minute
dauerte es dann bis der sympatische Drummer wieder zurück zur Bühne getragen
wurde, der nicht lange inaktiv blieb, sondern Daniel Gildenlöw zu sich rief,
welcher mittlerweile bei Pete Trevawas die Basssaiten zupfte, der wiederum mit
umhängenden Bass die Keys von Neal bediente. Die beiden sangen dann ganz
offensichtlich sehr planlos und etwas ratlos irgendeinen Text, bevor alle
langsam wieder an ihre Instrumente gingen um zum finalen Paukenschlag
auszuholen. Die zurecht begeisterte Menge feierte die Supergroup ab und nach schon
nahezu 3 Stunden Musik entlockte man ihnen noch eine Zugabe. Ganz ruhig und
besinnlich stimmten Roine und Neal ein balladeskes „Bridge Across Forever" an,
um danach noch mal den sehr langen Titel „Stranger in Your Soul" ins Publikum
zu schmettern. Der Sound an diesem Abend ging voll in Ordnung. Nur Gastmusiker
Daniel Gildenlöw konnte man mit seiner Gitarre allerdings selten wirklich
orten, das machte dieser aber durch seinen Bewegungsdrang fast wieder wett.
Nach über
3 Stunden hatte der Spuk dann ein Ende. Das zufriedene, gar begeisterte
Publikum bahnte sich seinen Weg aus der Halle. Ein gelungener Abend mit einer
Band, die den Titel Supergroup auch wirklich verdient. Und das nicht nur wegen
ihrer Musikalität, sondern auch die Präsenz und der absolut authentische Spaß
der Musiker zeigt nicht nur ihre Professionalität, sondern auch ihre Liebe zur
Musik.
Heuvel 48
5038 CS Tilburg, Niederlande
Dieser Konzert-Bericht wurde eingesendet von Friedhelm S., vielen Dank dafür!
Nach längerem Anstehen (wegen des verzögerten Einlasses - Überprüfung der Karten auch mittels PA) konnten wir zu unseren Plätzen.
Die Vorband Combichrist war für
unseren Geschmack nur laut und sehr basslastig. Welche Musik das sein sollte hat
sich uns nicht erschlossen. Es war nur schlecht.
Pünktlich um 20 Uhr begann
dieses schlechte Schauspiel und endete...>>>
Fotos von Jacques Moch, Nachbearbeitung: Marcel Moch
weiter lesen...Vergangenen Freitag hat unser Konzertjahr 2010 mit dem Auftritt der Gießener Punk-Band Boxhamsters im Duisburger Café Steinbruch begonnen. Als Support standen zunächst die Kölner Pleased To Meet U auf der Bühne.
Entgegen der Information auf der Myspace-Seite von Pleased To Meet U, wonach sie für Sound aus der Richtung Easy Listening, Salsa und Zouk...>>>
Support von And So I Watch You From Afar
zusammen mit The Picturebooks
Am wunderbar sonnigen Donnerstag-Abend, dem 29.4.2010, verschlug es uns wieder ein Mal ins Oberhausener Druckluft, wo uns ein vielversprechender Konzertabend geboten wurde. Auf dem Plan standen als Hauptact And So I Watch You From Afar, die als Support die Bands kokomo. aus Duisburg sowie...>>>
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