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And So I Watch You From Afar - Konzert Review - Druckluft, Oberhausen - 29.04.2010

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Support: kokomo., The Picturebooks


Nachdem nun also schon kokomo. ihr instrumentales Post-Rock-Gewitter entfacht und The Picturebooks ihre Rock'N'Roll-Show abgeliefert hatten, warteten nun die Besucher in einem angenehm gefüllten Druckluft auf den Auftritt von And So I Watch You From Afar aus Belfast. Zwischen den Auftritten der drei Bands konnte man wunderbar in den kleinen "Park" vor dem Druckluft verweilen und das bisher erlebte bei einem kühlen Bierchen reflektieren.

Dann schließlich gegen kurz nach 23 Uhr betraten ASIWYFA die Bühne, begaben sich an ihre Instrumente und nahmen alle noch einen kräftigen Schluck Bier, bevor die vier Männer ihr Konzert eröffneten. ASIWYFA haben in diesem Jahr bereits massig auf sich aufmerksam gemacht und werden spätestens seit deren großartigen Auftritt beim diesjährigen Eurosonic/Norderslaag-Festival von Kritikern und Fans geliebt! Ihr Sound ist vergleichbar mit 65daysofstatic, Caspian, Russian Circles und anderen Vertretern des aktuellen Post-Rock, doch bringen And So I Watch You From Afar frischen Wind in das doch oftmals sehr ausgebrannte Genre des Post-Rock. Ihr Sound klingt frisch und irgendwie neu und vermittelt eine ungeheure Wucht - und dies nicht nur live, wo ASIWYFA regelrecht die Hütte niederbrennen, in der sie spielen, sondern auch deren selbstbetiteltes Debutalbum von 2009 bringt diese Energie schon ganz gut rüber!

And So I Watch You From AfarDie Band hat sich Ende 2005 gegründet und besteht aus Rory Friers (The Chip) und Tony Wright (The Grounded Pounder) an den Gitarren, Jonathan Adger (The Bearded Dragon) am Bass und Chris Wee (The Big) an den Drums. Seitdem sind sie sehr erfolgreich mit ASIWYFA unterwegs und spielten bereits vor Veröffentlichung ihres ersten Albums als Vorgruppe für High On Fire, Crippled Black Phoenix, 65dos und andere. Und allerorts sind die Meinungen positiv ausschweifend, das wollten wir uns an diesem Abend natürlich dann auch nicht entgehen lassen!

Sehr imposant waren die vier Musiker auf der Bühne, wie sie posierten, tobten, sprangen, ja einfach alle Energie in den Sound ihrer Instrumente legen, die sie alle absolut perfekt beherrschen. Rory Friers auf der linken Seite der Bühne ging in Sachen springen besonders wild zur Sache, oft landete er auch mit einem Satz bei Kollege Jonathan Adger. Ebenso Tony Wright auf der rechten Seite der Bühne, der teilweise sehr konzentriert in der Bedienung seiner Effekte war aber auch genau wie Rory zwischendurch in seinen Gitarrenwänden ausbrach und es ihm gleich tat.

And So I Watch You From AfarHäufig standen die Gitarristen jeweils mit Bassist Jonathan zusammen und spielten direkt und Aug in Aug miteinander, manches mal gaben sie sich gegenseitig Ansagen, vermutlich wie es weitergehen solle oder um sich gegenseitig verbal auf die Schulter zu klopfen. Der Gig wirkte auch zu keinem Zeitpunkt durch und durch einstudiert, so wurde viel Raum für Experimente und ausufernde Soundspielerein gelassen. Und trotzdem waren die Songs vom Debutalbum von And So I Watch You From Afar alle gut wieder zu erkennen, wenn auch mit den genannten musikalischen Freiheiten, die die Band sich für ihren Auftritt offen ließen!

Und auch Drummer Chris kloppte auf den Fellen herum als gäbe es kein morgen mehr, und dies in atemberaubendem Tempo und Präzision! Das Zusammenspiel der Band war super aufeinander abgestimmt, es passte einfach alles vom ersten bis zum letzten Ton. Beizeiten fütterte Tony hier und da seinen Looper mit neuen Math-Rock-Melodien oder Akkordfolgen, zu denen die Band dann mitunter ihre Soundcollagen kreieren konnten.

And So I Watch You From AfarAnd So I Watch You From AfarAnd So I Watch You From Afar

And So I Watch You From Afar

Nicht vergessen zu erwähnen sollte man auch, dass der Sound in der Konzert-Halle des Druckluft wie auch schon am Abend zuvor beim Konzert von NoMeansNo und The Pack A.D. ungeheuer druckvoll und vor allen Dingen laut in den Publikumsreihen ankam. Nicht übertrieben laut, sodass es schon verzerrte und nicht mehr gut klang, sondern einfach nur richtig gut laut! Das wussten ASIWYFA auch wunderbar mit ihrer dynamischen und kraftvollen Musik zu nutzen!

Aufgrund der beschriebenen hohen Intensität des Sets von And So I Watch You From Afar bekomme ich leider keine Setlist aus meinem Gedächtnis zustande, dafür hat mich die Band zu sehr umgehauen! Regelmäßige Leser unserer Konzertberichte müssen langsam denken, dass die Berichte hier sicher übertrieben dargestellt sein müssen, gemessen an der Menge an wirklich tollen Konzerten, die wir erleben und hier beschrieben. Doch momentan ist die Qualität an wirklich guten Konzerten einfach sehr hoch, was auch bei diesem Konzert hier im Druckluft mit ASIWYFA definitiv der Fall war!

And So I Watch You From AfarEin wenig mehr Publikum hätte das Druckluft gerne noch vertragen können, doch die heute Anwesenden erlebten einen wieder mal tollen Konzertabend mit And So I Watch You From Afar, die ihr Konzert imposant dargeboten haben und den ein oder anderen staunend und begeistert nach rund 80 Minuten Spielzeit inklusive Zugabe in die milde Nacht entließen. Und auch die Vorgruppen kokomo. und The Picturebooks haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen, wenn auch für The Picturebooks der Abend nicht ganz wie erwartet gelaufen sein dürfte. Dennoch großes Kino an einem langen Konzertabend im Druckluft! Ich bin begeistert!

 


2010-04-29 ASIWYFA - Druckluft

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