Teil 1: Fugo
Trail Of Dead erneut im zakk, nachdem wir sie bereits schon sieben oder acht Mal erleben durften, unter Anderem auch im Zuge der Veröffentlichung von The Century Of Self, ebenfalls im zakk. Von diesem Auftritt gibt es auf der Special-Edition auch eine DVD-Aufzeichnung, welche sehr empfehlenswert ist und das Konzert sogar besser wiedergibt, als es damals vor Ort der Fall war.Nachdem die Schweizer Band Fugo den Abend im zakk eröffnet hatten kamen Trail Of Dead gegen halb 10 auf die Bühne. Und einige Anwesende dürften im mittlerweile vollen zakk - das Konzert war letztendlich ausverkauft - recht erstaunt gewesen sein, denn AYWKUBTTOD sind zu einer vierköpfigen Band geschrumpft. Die beiden Hauptaktuere Conrad Keely und Jason Reece sind natürlich weiterhin dabei, Jay Phillips, Clay Morris sowie Kevin Allen haben Trail Of Dead aber verlassen und wurden durch den neuen Bassisten Autry Dulbright II und Jamie Miller an den Drums ersetzt.
Ungewöhnlich war auch, dass die vier Musiker gänzlich ohne das Worlds-Apart-Intro auf die Bühne kamen, wie wir es von den vergangenen Konzerten her kannte. Conrad erklärte dies damit, dass dieser Auftritt erst der zweite der Tao of The Dead - Tour sei und wir, das Publikum, doch ein Intro ertönen lassen könnten, die Band käme dann gerne noch einmal auf die Bühne. Doch dies ging anscheinend bei den meisten unter und so eröffneten Trail Of Dead ihr Set dann auch recht zügig mit Pure Radio Cosplay vom neuesten Album Tao Of The Dead, direkt gefolgt von Summer Of All Dead Souls, Ebb Away und dem überlangen Titel Strange News From Another Planet. Hier zeigte sich, wie sonst auch üblich bei Konzerten von Trail Of Dead, dass die Songs wesentlich wuchtiger und teils auch deutlich schneller in der Liveversion vorgetragen werden, als man diese von den Silberlingen der Band her kennt. Dies soll aber kein Manko sein, gewohnt routiniert und mitreißend rockten sich die Vier durch diesen ersten Teil des Konzertes.
Nachdem man nach dem 15-Minuten-Song Luft geholt hatte begab sich zum ersten Mal Jason Reece hinters Schlagzeug, was schon darauf hindeutete, dass nun auch ältere Stücke gespielt werden sollten. Und in der Tat stimmten die Vier den Song Will You Smile Again an, welcher bei den letzten von uns besuchten Konzerten immer gespielt wurde und jedes Mal für Begeisterung im Publikum sorgte. So auch dieses Mal! Weiter ging es mit Worlds Apart und Caterwaul, welche ebenso vom Worlds Apart Album stammen. Caterwaul war wie jedes Mal wieder eine Wucht, wir lieben diesen Song. Doch hier merkte man dann auch die reduzierte Bandbesetzung, fehlte doch das Piano im Mittelteil des Stückes, welches immer eine besondere Stimmung in diesem Song erzeugte. Dennoch war auch dieser Titel von den Vieren toll vorgetrage, keine Frage!
Conrad war an diesem Abend sehr gut aufgelegt und unterhielt die Anwesenden mit kleinen Geschichten. Zum Beispiel über das kürzlich stattgefundene SXSW-Festival in ihrer Heimatstadt. Oder aber, dass wir Deutschen Erfinder seien und er "unsere" Erfindung gerne in die USA importieren möchte. Und zwar ging es um den Brauch Tequila mit einer Zitrone (oder war es hier eine Scheibe Orange?) zu genießen. Das täten die Amis nicht und er findet das spitze. Musikalisch weiter ging es mit zwei Stücken vom Source Tags & Codes Album, nämlich It Was There That I Saw You sowie Another Morning Stoner, wobei letzteres zu unseren ToD-Favoriten zählt und in einer tollen Version vorgetragen wurde. Dann wechselte auch Conrad mal ans Schlagzeug, Jason Reece übernahm die Frontmann-Rolle und Sonst-Drummer Jamie Miller spielte die zweite Geige Gitarre. Miller hatte zuvor schon einige Drumsticks kaputt gehauen, die Conrad den sehr jungen Gästen in der ersten Reihe zuspielte.
Der Sound von Trail Of Dead wurde allerdings von Song zu Song lauter, Conrad fragte auch einige Male nach, ob die Band (oder besser der Mischer) nicht noch ein wenig an Lautstärke draufpacken solle. Leider wurde der Klang dadurch zunehmend matschiger, die Stimmem von Jason bzw. Conrad waren dadurch teilweise nicht mehr deutlich rauszuhören. Naja, wir kennen die Songs in und auswendig, uns störte dies weniger. Schon gar nicht, als Trail Of Dead zu A Perfect Teenhood ansetzten, dass durch sein Tempo, welches hier und heute noch deutlich gesteigert wurde, und die Verzerrung und Härte des Songs jedes Mal aufs Neue eine Wucht ist, die zu begeistern weiß!
Danach war das eigentliche Konzert zu Ende, doch der Applaus im Publikum riss nicht ab und so kamen die Vier von Trail of Dead noch mal auf die Bühne, um zwei weitere Stücke zu präsentieren. Conrad kam mit einer weiteren "Erfindung" auf die Bühne, Cola mit Rotwein. Seiner Aussage nach seien aber nicht wir Deutschen die Erfinder dieser Mischung, sondern die Spanier. Da muss ich Herrn Keely allerdings korrigieren, dieses Getränk "stammt" auf der Bordeaux-Ecke in Frankreich.
Zunächst spielten sie How Near, How Far, ebefalls von Source Codes & Tags, ebenfalls einer unserer Favourites. Zum Finale wurde noch mal geholzt mit dem Stück Totally Natural, welches wieder richtig gut nach vorne ging. Irgendwie scheint die Zeitumstellung aber auf's Gemüt des Publikums geschlagen zu haben?! Denn seltsamerweise gab es an diesem Abend keinen Pogo-Mop wie sonst üblich, vor allen Dingen bei den beiden Krachern A Perfect Teenhood und Totally Natural. Dennoch war der Auftritt von ...And You Will Know Us By The Trail Of Dead wieder mal richtig toll, auch wenn das Zusammenspiel der vier Musiker noch nicht 100%-ig stimmte. Ein paar Fehler konnte man hören, einmal zählte und begann Jamie Miller einen falschen Song an, dies wurde aber alles sehr lässig von den Musikern genommen. Und auch das Publikum ignorierte dies, haben uns Trail Of Dead an diesem Abend doch abgesehen von diesen Kleinigkeiten ein tolles Konzert geliefert! Trail Of Dead zu sehen ist immer wieder eine Wucht und macht mächtig Freude! Absolute Empfehlung an Alle, die auf gut gemachten Alternative-Rock mit Prog-Einflüssen stehen und zwischendurch auch einmal richtig abgehen wollen!
Setlist - Trail Of Dead:
Pure Radio Cosplay
Summer Of All Dead Souls
Ebb Away
Strange News From Another Planet
Will You Smile Again?
Worlds Apart
Caterwaul
It Was There That I Saw You
Another Morning Stoner
Fake Fake Eyes
A Perfect Teenhood
How Near, How Far
Totally Natural
Ein herzliches Dankeschön an die Karsten Jahnke Konzertdirektion und an das zakk für die freundliche Unterstützung!
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