Welch ein Abend! Wenn sich ein Trio der Superlative ankündigt, dann darf der Zuschauer im Vorfeld eine Menge erwarten, aber diese Erwartungen wurden an diesem Abend bei Weitem übertroffen. Mit Jean-Paul Bourelly (voc+git), Darryl Jones (b) und Will Calhoun (d) haben sich drei Ikonen ihres "Fachs" zusammen gefunden, um die Zuhörerschaft mit einer Mixtur aus Blues, Rock, Funk, und einer Prise Jazz, in ihren Bann zu ziehen.
Jean-Paul Bourelly, oftmals in den Medien als legitimer Hendrix-Nachfolger betitelt, zeigt an diesem Abend das dieser Vergleich, meiner Meinung nach, ein wenig hinkt. Klar, seine Vocals erinnern schon sehr an die Stimme des leider viel zu früh verstorbenen Meisters der bluesigen E-Gitarre, aber Bourellys Gitarrenspiel hingegen, ist doch weitaus facettenreicher. Stilsicher bewegt er seine sehr flinken Finger auf der Gitarre auch durch weitere Genres, als "nur" dem Blues zu fröhnen. So bekam der Zuschauer an diesem Abend auch einige Ausflüge in die Welten des Funk, des Jazz und der Pop-Gefilden zu hören. Und dies alles sehr geschmackvoll, und voller Spielfreude.
An seiner Seite steht ihm mit Darryl Jones ein Tiefton-Zauberer der Extra-Klasse bereit. Zu Jones bleibt eigentlich nicht viel zu sagen. Er ersetzte Mitte der Neunziger-Jahre Bill Wyman bei den Rolling Stones am Bass, wo er heutzutage auch noch tätig ist. Desweiteren seien noch Zusammenarbeiten mit Miles Davis, Sting und Peter Gabriel erwähnt. Der Mann hat also reichlich Reputation, und das mit Recht, wie er an disem Abend eindrucksvoll zeigte. Hier, bei den Black Stone Raiders, hat er die Möglichkeit sein gesamtes spieltechnisches Repertoire dem Zuhörer nahe zu bringen. Und das ist wahrlich formidabel. Wahnsinn, wie flink und sicher er sich durch irrwitzig schnelle Bassläufe spielt. Das ein oder andere geschmackvolle Solo darf natürlich auch nicht fehlen. Seine Spielfreude ist ihm gar anzusehen, denn ein schelmisches Grinsen liegt den gesammten Abend über auf seinem Gesicht. Mein erster Gedanke, nach den ersten paar Songs: "Herrje, der muss sich bei den Stones doch gänzlich langweilen, und ist dort total unterfordert". Gut das er bei den Black Stone Raiders die Möglichkeit hat, sein wahres Talent und Können zu präsentieren.
Komplettiert wird das Trio durch Will Calhoun am Schlagzeug. Seine Referenzen sind ebenfalls bekannt, und mehr als vozeugbar. Grammy-Gewinn und Zusammenarbeiten mit Harry Belafonte, B.B. King, Jaco Pastorius etc. sprechen für sich. Desweiteren bedient Calhoun die Drums bei den bekannten Funk-Rockern Living Colour. Und auch an diesem Abend zeigte er, dass er zu Recht bereits von mehreren Fachzeitschriften zum "best Drummer of the World" gewählt wurde. Er peitsch seine beiden Mitstreiter mächtig voran, und bringt sie das ein oder andere Mal mächtig in´s Schwitzen. Und den Zuschauern, in der Kaue der recht gut gefüllten Zeche Carl, bereitete Calhoun offene Münder und ein ungläubiges Staunen. Ein zwischendurch eingeworfenes, ca. 20 minütiges Schlagzeug-Solo ließen dem Besucher keine Zweifel, hier einen der weltbesten "Schießbuden-Akrobaten" gesehen zu haben. Ein Wahnsinn, der Mann!
Nach guten zwei Stunden des Präsentierens ihres exzellenten Könnens verlassen die drei Ausnahme-Musiker der Black Stone Raiders die Bühne, und entlassen die Zuhörer mit der Gewissheit, hier gerade drei wirklich grandiose Musiker gesehen zu haben in die Nacht. Wahrlich bemerkenswert, diese Darbietung! Ich bin beeindruckt...
Autor: Trickser
(Ein herzliches Dankeschön an die Zeche Auf Carl für die freundliche Unterstützung!)
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letzte Station in Europa der „League of Extraordinary Djentlemen" Tour führte
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weiter lesen...Schreibt eure lustigen, spannenden, Gänsehaut erzeugenden oder auch mal nicht so gelungenen Konzert-Erlebnisse in den Genres Post-Punk, -Rock, Doom, Metal, Instrumental, Noise, Avantgarde und Artverwandtem als Konzert-Bericht. Ebenfalls freuen wir uns immer über die neuesten Album-Reviews eurer persönlichen Favoriten in den genannten Stilarten. Werdet ein Teil des Profilneurotiker-Teams und lasst uns und Andere an euren Erlebnissen und Eindrücken teilhaben! Ab und an besteht auch die Möglichkeit mit verschiedensten Musikern und Bands ein persönliches Interview zu führen. Weiteren Vorschlägen in Form von konstruktiver Kritik oder Vorschlägen gegenüber sind wir natürlich auch immer aufgeschlossen.
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