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Bohren & Der Club Of Gore - Traumzeit Festival 2011 - Tag 2 - Landschaftspark Duisburg - 02.07.2011

Mo. 18 Juli 2011

Bohren & Der Club Of Gore - Traumzeit Festival 2011 - Tag 2 Als vierte Band an Tag 2 des Traumzeit Festivals 2011, nachdem wir nun schon Zu, The Weakerthans und Kreidler gesehen haben, wollten wir uns den Auftritt von Bohren & Der Club Of Gore unter keinen Umständen verpassen! Das Programmheft "sagte" uns, dass Bohren auf der Bühne am Gasometer spielen sollten, was uns doch ein wenig stutzen ließ. Zum Einen war es noch nicht ganz dunkel draußen, wo Bohren doch immer in (fast) absoluter Dunkelheit spielen. Zum Anderen kam uns die Atmosphäre vor der Bühne am Gasometer für einen Bohren-Auftritt äußerst unpassend vor - viel Unruhe, tuschelnde oder gar sprechende Menschen, Bierwagen, Fressbuden - überall woanders Nichts gegen einzuwenden, aber für Bohren absolut falsch. So fanden wir uns also kurz vor Konzert-Beginn an der Bühne ein, dort machten sich aber Musiker für ihren Auftritt bereit, die alleine schon optisch und von der Instrumentierung her so rein gar nicht zu Bohren passen wollten...was zu dem Schluß folgte, dass wir hier falsch waren!

Direkt nach Ende des Kreidler-Auftrittes im Foyer der Pumpenhalle sagte ein Sprecher noch etwas für uns leicht kryptisches, oder einfacher gesagt, wir haben es schlicht nicht verstehen können und wollten nur rechtzeitig an der anderen Bühne sein. Vielleicht hatte diese Ansage ja doch was mit dem bevorstehenden Auftritt der Mülheimer Bohren & Der Club Of Gore zu tun? Kurzum gingen wir zurück in das Foyer, bzw. in das Gebäude durch einen anderen Eingang. Dort spielte hinter einer Reihe von Maschinen und Pumpen ein Pianist ein klassisches Stück, um ihn herum reihten sich viele Menschen und eine Schlange zog sich eine Treppe hinauf in ein oberes Geschoss des Gebäudes. Wir sind also einfach mal wie die Lemminge hinterher getrottet und kamen schließlich in einen großen Saal. Das uns bekannte Gesicht des Veranstalters dieses Auftrittes von Bohren beim Traumzeit Festival 2011 deutete dann schlußendlich darauf hin, dass wir hier richtig waren! Und pünktlich! Fein! An dieser Stelle einen schönen Gruß an Sebastian vom Café Steinbruch in Duisburg (welches wir an dieser Stelle noch einmal für Konzertbesuche in den Bereichen Indie, Folk, Rock, Gypsy und vieles weiteres nur wärmstens empfehlen wollen!).

Der Saal, den wir nun betraten, war eines Bohren & Der Club Of Gore Auftrittes weitaus würdiger als die Bühne am Gasometer, wenn nicht gar perfekt! Wir betraten einen riesigen Saal, der durch seine längliche Form und der großen Höhe fast wie ein Kirchenschiff wirkte. Was dies noch verstärkte war, dass die eigentlichen Fensteröffnungen auch wie in einer Kirche wirkten, diese waren allerdings zugemauert und verputzt. Die aufgebauten Stuhlreihen gingen wie in einem Amphittheater stufenförmig nach oben, was jedem Besucher also einen guten Blick auf die Bühen bereiten sollte! Was allerdings bei einem Auftritt von Bohren so ziemlich egal ist, da sie ja wie eingangs erwähnt immer in nahezuher Dunkelheit spielen, lediglich die Bassdrum trägt alle Jahre wechselnd den Bandnamen mit Motiv, und über den Musikern hängen kleine Spotlights, die lediglich einen ganz schmalen Lichtstrahl in stetig wechselndem Farbspektrum werfen, in welchen die Musiker ab und an mal hineintauchen. Aber jeder konnte sitzen, was für Bohren-Gigs auch immer von Vorteil ist! Die Halle wurde wohl schon seit einiger Zeit ordentlich zugenebelt, während die zahlreichen Zuschauer ihre Plätze nach und nach einnahmen. Die Atmosphäre erinnerte ein wenig an den Auftritt von Sunn O)) beim Roadburn Festival 2011 im 013, welches auch komplett zugenebelt worden war. Und die Spannung stieg, das Publikum wartete gespannt auf den Beginn des Auftrittes von Bohren & Der Club Of Gore.

Einleitend kam wieder der künstlerische Leiter des Traumzeit Festivals Tim Isfort auf die Bühne, um ein paar Worte über den kommenden Auftritt und in diesem Falle über den lokalen Veranstalter des Café Steinbruch zu sagen. Ihm zur Seite gestellt waren auch gleich zwei "Macher" des Steinbruchs, die ebenfalls über ihre Location und Bohren berichteten. Oliver (auch Gitarrist der Band kokomo) erklärte , was wir nun präsentiert bekommen sollten, in etwa mit folgenden Worten:"Stellt Euch vor ihr Fahrt des Nachts Auto, ihr fallt in einen Sekundenschlaf und landet im Seitengraben. Die Musik die am besten dazu laufen könnte wäre die von Bohren & Der Club Of Gore!" Eine passende Umschreibung, der wir nur zustimmen konnten! Und dann ging auch langsam das Licht aus, die berühmte Bassdrum erstrahlte in ihrem gewohnten Licht und die Spots gaben ihr spartanisches Licht von sich. 

Im Saal, der mittlerweile komplett voller Nebel und Dunkelheit war, war es mittlerweile auch sehr ruhig geworden. Man hörte nur die Schritte der vier Musiker von Bohren & Der Club Of Gore, wie sie auf die Bühne kamen und sich an ihre Instrumente begaben. Und dann ging es auch schon los mit dem typischen tiefen Bassgebrumme, dem zaghaft gestreicheltem Schlagzeug, später den Saxophon- und Rhodes-Klängen. Alles also wie gehabt, aber niemals schlecht! Und gerade heute passte es einfach in dieser umwerfenden Halle, auch wenn man nun nichts mehr von ihr sah. Uns überkam das Bewusstsein hier gerade etwas sehr Außergewöhnliches zu erleben, diesem beizuwohnen. Ein gutes Gefühl, dass durch die eigenartige, aber wunderbare Musik von Bohren & Der Club Of Gore noch verstärkt wurde. Diese Entschleunigung, die Dank der sehr gering gehaltenen BPM unweigerlich zum Tragen kommt, der Bass, der durch Körper und Geist vibriert, die Synths und das Saxophon, die zu dem Ganzen die passenden, immer wieder jazzig angehauchten Melodien hinzuaddieren, machen jedes Bohren-Konzert aufs Neue zu einem Erlebnis der besonderen Art! Ok, man muss diese Musik mögen! Wir tun's! Zwischen den Songs ließ (hauptsächlich) Saxophonist Christoph Clöser wieder die bekannten Sprüche vom Stapel, die aber - auch wenn wir sie nun schon in Aachen, auf dem Haldern Pop, im FZW und im Ringlokschuppen gehört hatten - immer noch originell und vor allen Dingen schwer amüsant daher kommen; wie der Protestsong gegen Muttis und ihren viel zu großen Karren, das leere Glas an der Theke, die Vögel, die in unseren Häupter Nester bauen (oder eben nicht) etc. - all das machte auch beim x-ten Male immer noch Spaß. Und Bohren schienen heute ein sehr unterschiedliches und auch eher für Ihren Funeral-Doom-Jazz unübliches Publikum zu beschallen, die ebenfalls dezent und angeregt mitlachten!

Bohren lieferten also gewohnt gute Qulität in absolut passender Umgebung bei tollem Sound und guter Laune! Wir sind jedes Mal aufs Neue begeistert von der Atmosphäre, die Bohren & Der Club Of Gore mit ihrer Musik und im Speziellen bei ihren Auftritten erschaffen. Ihr internationales Renommé, welches sie sich mittlerweile erschaffen haben, spricht für sich! Ach ja, es kam auch wieder zu dem im Vorfeld angekündigtem Zugabenteil, auch eine Art Running Gag von Bohren. Christoph bedankte sich, ließ uns wissen wie viel Spaß auch die Band bei diesem Auftritt hatte, dann käme nun noch ein Song und wir sollten artig klatschen. Die Band gänge kurz an die Seite und dann kämen sie noch mal für zwei Songs zurück auf die Bühne. Gesagt, getan! Und so beendeten Bohren & Der Club Of Gore nach rund 75 Minuten ihren tollen Auftritt beim Traumzeit Festival 2011! Wir wollten eigentlich weiter ziehen zu Amiina, jedoch waren wir noch derart benommen von der Klangwelt Bohren's, die auch verspätet begonnen und länger gespielt hatten, dass Amiina mit ihrem Auftritt fast schon durch sein sollten. So ließen wir also den Abend noch ruhig ausklingen und schlenderten ein wenig durch die imposanten Räumlichkeiten des Pumpenhauses. Dort war für die gesamte Nacht die Traumtanz-Party angesetzt, bei welcher die vier wichtigsten Duisburger Kulturstätten, wie eben das Café Steinbruch und das Djazz (sowie Goldengrün und babSU), die DJ's stellten und die Räume beschallten. Auch eine tolle Möglichkeit, die Räumlichkeiten für solch ein Event zu Nutzen. Optisch wie Alles an diesem Wochenende absolut top und sehenswert!

Ein herzliches Dankeschön an das Traumzeit Festival 2011 für die freundliche Unterstützung!

Ausführliche Berichte und natürlich weitere Bilder zu den Konzerten vom Traumzeit Festival gibt es in Kürze hier auf profilneurotiker.com!

 

Bohren Und Der Club Of Gore

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