Welch ein Tag! Bob Dylan feiert seinen 70. Geburtstag, und 5 Schweden wollen den Ruhrpott mit astreinem „American" Alternative-Country/Folk beschallen. Gezählte 30 Leute haben sich in der Zeche Carl eingefunden, um den Klängen von Kjellvander und Co. zu lauschen. Dieser Abend hätte wahrlich mehr Publikum verdient. Aber der Reihe nach:
Den Anfang macht The Tarantula Waltz, welche sich an diesem Abend lediglich als deren Frontmann Markus Svensson, samt Akustik-Klampfe, entpuppen. Schon nach den ersten Tönen wird klar, dieser junge Mann scheint eine Menge Townes van Zandt gehört zu haben. Ganz im Stile von Townes erzählt Svensson seine Geschichten, trägt seine Lieder vor. Ruhig, spartanisch, und mit leicht fragiler Stimme erzählt er aus seinem Leben.
Ein schöner Anfang ist gemacht, und nun ist es Zeit für Kjellvander und seine drei Mitstreiter, deren Namen mir bislang leider immer noch verborgen sind. (Schwedische Namen sind was für sich, wenn man nichts zum Notieren in der Tasche hat:-). Jedenfalls hat Kjellvander noch einen weiteren Gitarristen, einen Schlagzeuger und einen Bassmann mit an Bord. (Der Bass-Spieler bedient, je nach Bedarf, und wenn der Song es zulässt, zusätzlich(!) noch das Keyboard).
Kjellvander und „Band" präsentieren uns nun also Stücke des aktuellen Albums „The Rough And Rynge". Desweiteren werden auch Stücke älterer Alben zu Gehör gebracht. Die Songs werden mal ruhig, mal rau, mal melancholisch, mal fröhlich dargeboten. Eine prima Mixtur, die niemals „Längen" aufkommen lässt, sondern sehr abwechsungsreich durch die typische amerikanische Neo-Folk-Musik-Kultur (ala Sverge ;-) führt.. Kjellvander bedient sich hauptsächlich seiner Akustischen-Kinder(!)Gitarre, und lässt sich vom weiteren Gitarristen immer wieder „elektrisch pieksen". Bassgitarre, Keyboards und das Schlagzeug runden das Geschehen geschmackvoll ab. Der Sound ist erstklassig. Ab und an wird auch mal recht ansprechend gecovert. Hierbei bedient man sich an Songs der Herren, und unüberhörbaren Einflussgebern, Dylan, van Zandt und Young. Kjellvander gibt sich äußerst gut gelaunt, und zwischen den Stücken gibt es einiges zum Schmunzeln, aufgrund einiger Anekdoten, sowie Zwiegesprächen mit seiner Band. Ein packendes „Everybody knows this is nowhere" (by Neil Young), soll den Abschluss des Abends geben, samt 4-Minütigem Gitarrenduell, in feinster Crazy-Horse Manier.
Als Fazit kann ich nur an alle Freunde des Alternative-Folk appellieren: Beim nächsten Mal: Dabei sein ist Pflicht!
Text und Fotos: Jacques Moch, Bildbearbeitung: Marcel Moch
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