Anfang Februar verleitete uns das Transmediale Festival zu einem Abstecher nach Berlin. Dort bekamen wir am Freitag Abend im Festsaal Kreuzberg einen Noise-Drone-Abend mit den Künstlern Greg Pope & Gerd Jan Prins sowie KTL (Stephen O'Malley (Sunn O))) ) und Peter Rehberg (Pita)) geboten.
Den Start machten die beiden Künstler Greg Pope & Gerd Jan Prins. Bevor diese mit Ihren Klängen loslegten, wurde der Festsaal Kreuzberg zunächst in dicken Nebel aus der Maschine gehüllt. Dies verwunderte zunächst, doch kurz darauf zeigte sich, warum dies geschah. Einer der beiden Künstler erzeugte lauter Knack- und Knister-Geräusche und Rauschen, während der Andere mit Hilfe eines Dremels oder ähnlichem Werkzeug Licht in den Nebel schoss. Dies realisierte er, indem er von irgend welchen Sheets (Schmirgelpapier oder anderes) mit Hilfe des Dremels Stücke abschliff, die vor einer starken Lichtquelle positioniert waren. Durch das Abtragen des Materials wurde dann eben das Licht hindurch gelassen, welches dann sozusagen in den Nebel schoss. Das war insgesamt zwar optisch recht interessant, nur musikalisch nicht wirklich bewertbar. Naja, man hat es mal gesehen.
Anschließend begaben sich die beiden Künstler Stephen O'Malley (Sun O))) ) an die Gitarre und Peter Rehberg (Pita) an sein Notebook, beide zusammen bilden das Drone-Doom-Duo KTL (Kindertotenlieder). Die beiden entfachten ein Drone-Gewitter erster Güte und versetzten das Publikum in eine Art Trance. Auch hier ist die Musik kaum rhythmusbetont und animiert nicht zum Tanzen, sondern eher zum Auf-sich-wirken-lassen-und-schweben. Die Lautstärke im Festsaal Kreuzberg war zu diesem Zwecke genau richtig, nämlich richtig laut, sodass sich die bassigen Klänge, kamen sie nun von der effektvollen Gitarre oder aus dem Laptop, tief in unsere Körper graben konnten. Also nicht nur ein audiovisuelles Erlebnis, in physischer Form gab es auch Etwas zu erleben.
Zum Abschluss wechselten wir in das West Germany gleich um die Ecke, wo gegen Mitternacht noch The Haters auftraten. Deren Performance ist kurz umschrieben: mehrere Personen stehen mit Sturmmaske auf der Bühne, jeder einen Koffer mit einem tief-tönenden Klangerzeuger im Innern. Durch reiben der Koffer aneinander oder durch Heben und Senken der Koffer änderte sich geringfügig die Tonhöhe. Wunderbar - langweilig.
Text und Photos: Jacques Moch, Bildbearbeitung: Marcel Moch
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