Nun hieß es also zum dritten Tag des Traumzeit Festivals 2011 wieder auf in den Landschaftspark Duisburg Nord. Die ersten Tage hatten uns mit den Auftritten von Caribou, Ólafur Arnalds, Kreidler und Bohren & Der Club Of Gore schon einige Highlights beschert und an unseren Kräften gezehrt, am letzten Tage haben wir uns erst am Abend aufraffen können, um uns den exklusiven Auftritt von Patrick Wolf mit Alec Empire zusammen anzuschauen. Diese Konstellation sollte an diesem Abend ihre Premiere feiern. Die beiden Künstler kennen und schätzen sich seit vielen Jahren, sie haben sich auch schon gegenseitig supportet, aber einen offiziellen Auftritt der Beiden gemeinsam hatte es bis dato noch nicht gegeben. Daher waren die Erwartungen an diesen Auftritt recht hoch gesteckt.
Beginn des Auftrittes von Patrick Wolf & Alec Empire sollte gegen viertel vor Neun in der Kraftzentrale sein. Wir waren relativ frühzeitig am Festivalgelände angekommen und begaben uns gegen halb Neun schon mal in Richtung Einlass Kraftzentrale. Der Zugang in den Konzertsaal war aber noch verschlossen, da noch umfangreiche Umbauarbeiten vorgenommen werden mussten. So zog sich die Warterei insgesamt eine gute Stunde hin, in welcher die Schlange des neugierigen Publikums immer länger wurde. Die Soundfragmente, die beim Aufbau und Soundcheck die große Halle der Kraftzentrale durchfluteten, klangen allesamt schon mal sehr interessant. Die typischen Elektro-Klänge von Alec Empire erreichten uns, ebenso die Stimme und Violine Patrick Wolfs, dies beides im Zusammenspiel ließ Großes erwarten. Doch die Geduld des Publikums wurde auf eine harte Probe gestellt, bis sich dann endlich nach rund 60 Minuten der Vorhang zur Konzerthalle öffnete.
Dort am Einlass prangte direkt ein "Fotografieren verboten"-Schild, was uns dazu veranlasste einen Ordner des Traumzeit Festivals zu fragen, ob das auch für Inhaber eines Fotopasses gilt. Dieser sagte dann, dass Alec Empire eigentlich gar keine Fotografien zulassen wollte, man sich aber dann auf den ersten Song einigen konnte. Schön für uns! So suchten wir uns einen Platz am Rande der wieder ebenerdig und mittig platzierten Bühne und warteten weiter auf den Beginn des Konzertes! Doch dieses Mal mussten wir uns nicht so lange gedulden, es kamen die beiden Traumzeit-Expeditions-Leiter mit ihrer kurzen Einleitung und dann betrat Alec Empire in gewohnt cooler Manier die Bühne und platzierte sich an seinen elektronischen Gerätschaften. Der Beat wummerte los, die Synths erklangen, und einige Minuten später kam dann auch Patrick Wolf hinzu. Der extrovertierte Sänger war in einem samtenen schwarzen Anzug gekleidet, die Haare rötlich gefärbt, seine Gestik einfach typisch Wolf! Er stimmte die Vocals zu den Elektroklängen von Empire an, unterstützte diese bisweilen an einem Flügel, seinem Laptop oder an einer Harfe, die ebenfalls in dem wieder in Wohnzimmeroptik dekorierten Bühne. Die Kombination der beiden Klangwelten von Alec Empire und Patrick Wolf war während der ersten Songs aber leider bei Weitem nicht so interessant wie das, was wir im Vorfeld vom Soundcheck mitbekommen hatten. Es pluckerte ein Euro-Dance-Beat durch die Halle, der unterlegt von Wolfs Stimme oder/und Instrumente keinerlei magische Momente in uns entfachen konnte. Auch im weiteren Verlauf wussten uns die Beiden mit Ihrer Performance nicht zu überzeugen. Später wandelte Empire mit einem Megaphon bestückt auf der Bühne herum, versuchte das etwas träge Publikum zu animieren, doch dies befolgten nur einige wenige Besucher.
Nach einiger Zeit verließen wir dann verfrüht vor Ende des Konzertes von Alec Empire & Patrick Wolf die Kraftzentrale, da wir doch recht enttäuscht von dem Dargebotenem waren. Nichts Neuartiges, Interessantes erreichte unser Gehör oder unsere Gemüter, sondern relativ harmloser und standard-konformer Dance-Sound, der weder an die Brutalität der Veröffentlichungen von Empire heranreichte, noch das kammermusikartige eines Patrick Wolf rüberbrachte. Des Weiteren waren wir doch sehr verwundert, wie die anderen Fotografen, auch die mit Photopass ausgestatteten, die Bitte des Künstlers nur während des ersten Songs bilder zu machen einfach übergingen, wie auch schon am Tage zuvor. Dort trat Branford Marsalis ebenfalls in der Kraftzentrale auf. Tim Isfort, der den Auftritt wieder einleitete, wies explizit darauf hin, dass bei diesem Konzert - auch auf Wunsch des Künstlers hin - nur von den Traumzeit-Fotografen Bilder gemacht werden dürften, und dies auch nur während des ersten Songs. Wir ließen unsere Kamera also eingepackt, was zwar schade war, wir sind aber der Meinung dass die Wünsche der Künstler auch respektiert werden sollten! Und schließlich möchten wir ja auch gerne noch mal wiederkommen dürfen! Doch wieviele Fotografen ganz plötzlich "Traumzeit-Fotografen" waren ließ uns wirklich staunen! Und ebenso bei Patrick Wolf & Alec Empire. Der erste Song war vorüber, also Anweisungen befolgen und Kamera zurück in die Tasche. Doch das befolgten anscheinend nur wir bzw. ganz wenige der Lichtmaler (ob mit oder ohne Fotopass) so! Wie oft verschiedenste Fotografen vermeintlich heimlich weiter knipsten und auch nach (oftmals mehrfacher) Aufforderung der Ordner einfach weiter machten, ob aus der Hüfte, versteckt hinter anderen Menschen im Publikum etc. bereitet uns einfach nur Kopfschütteln! Wieso kann man sich nicht einfach an die Anweisungen des Security-Personals halten und eine solche Dreistigkeit an den Tag legen! Bei einem solchen Verhalten ist zu befürchten, dass die ohnehin schon oftmals starke Reglementierung in Bezug auf Konzertfotos noch enger wird und in Zukunft immer weniger Fotopässe vergeben werden. Also sägt nicht an dem Ast, auf dem ihr sitzt! Die Konsequenzen haben alle zu tragen, ob lieber Fotograf oder böser Fotograf wird dann nicht mehr unterschieden! Vielen Dank!
Ein herzliches Dankeschön an das Traumzeit Festival 2011 für die freundliche Unterstützung!
Ausführliche Berichte und natürlich weitere Bilder zu den Konzerten vom Traumzeit Festival gibt es in Kürze hier auf profilneurotiker.com!
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weiter lesen...Schreibt eure lustigen, spannenden, Gänsehaut erzeugenden oder auch mal nicht so gelungenen Konzert-Erlebnisse in den Genres Post-Punk, -Rock, Doom, Metal, Instrumental, Noise, Avantgarde und Artverwandtem als Konzert-Bericht. Ebenfalls freuen wir uns immer über die neuesten Album-Reviews eurer persönlichen Favoriten in den genannten Stilarten. Werdet ein Teil des Profilneurotiker-Teams und lasst uns und Andere an euren Erlebnissen und Eindrücken teilhaben! Ab und an besteht auch die Möglichkeit mit verschiedensten Musikern und Bands ein persönliches Interview zu führen. Weiteren Vorschlägen in Form von konstruktiver Kritik oder Vorschlägen gegenüber sind wir natürlich auch immer aufgeschlossen.
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