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Willkommen erneut im FZW zu Dortmund, in welchem vergangenen Samstag, den 6. März 2010, die Band Russian Circles aus Chicago gastierte. Als Supportband hatten die drei Amerikaner die Band Elyjah aus Berlin dabei.
Elyjah gibt es nun seit Ende 2003 und besteht aus Bernd Große Lordemann (Schlagzeug), Martin Helms (Bassgitarre), Robert Oeser (Gitarre, Gesang) und seit letztem Jahr Matthias Dabrowski (Gitarre). Ich kannte Elyjah im Vorfeld noch gar nicht, wusste demnach auch absolut nicht, was mich hier erwarten würde. Doch direkt nach den ersten Klängen der Band war ich entzückt! Ihr Indie-Post-Rock kickte direkt von Beginn an und überraschte mit Vielfältigkeit, wunderschönen Melodien sowie energiegeladenen härteren Parts. Die Stücke von Elyjah sind größtenteils instrumental, hier und da singt Robert dann aber doch mal, und das Ganze bildete ein tolles harmonisches Ganzes! Elyjah haben 5 Stücke in gut 30 - 40 Minuten gespielt, die allesamt von ihrem Debutalbum Planet, Planet stammen, als da wären (kein Gewähr auf korrekte Reihenfolge) Casino, Weird Song, Eyes Wide Open, Morton's Spate ... Der Auftritt von Elyjah hat mich voll und ganz überzeugt und auch das anwesende Publikum schien die Band sehr zu gefallen. Zumindest zeigten dies die erfreuten Gesichter um mich herum sowie der - für eine Vorgruppe - ordentliche Applaus, den Elyjah verdienterweise erhielt. Ein toller Auftritt, im Auge behalten! Und auch aus der Konserve wissen die vier jungen Berliner zu gefallen! Hörtipp!
Die Umbaupause war recht kurzweilig, man schnappte einen Moment frische Luft in der erneut winterlichen Nacht Dortmunds, ehe es dann zurück in den Club des FZW ging, um dort dann den Auftritt der drei Musiker von Russian Circles zu erleben! Die Band gibt es seit 2005 und wurde von Gitarrist Mike Sullivan und Bassist Collin DeKuiper gegründet, welche beide zuvor bei der Band Dakota/Dakota gespielt haben. Als Schlagzeuger kam dann Dave Turncrantz hinzu, der früher bei Riddle Of Steell die Felle bearbeitet hat. Im Jahr 2007 kam es zu einem Wechsel, DeKuiper verließ die Band und seit fortan spielt Brian Cook (Botch, These Arms Are Snakes) den Viersaiter bei Russian Circles.
Und wie druckvoll er das tut ist eine Pracht zu sehen und zu hören, viel besser noch zu fühlen! Der Sound war - wie zuvor auch schon bei Elyjah - für meine Ohren und Hörgewohnheiten wunderbar austariert und exzellent. Der Bass dröhnte einen nur so an (nicht zu laut, nicht zu leise), der Verzerrer davor machte das Ganze wunderbar dreckig und roh, und welche Effektgeräte sonst noch so den Bass-Sound verfeinerten, vermag ich gar nicht zu sagen. Für einen Bassisten hatte Brian Cook auf jeden Fall eine ganze Armada an Effekten, ganz zu schweigen von Gitarrist Mike Sullivan! Sein großes Gig-Board reichte nicht aus, um alle benötigten Effekte darin zu berherbergen, der ein oder andere Fußtreter fand daneben sein Plätzchen. Aber beide wissen Ihre Gerätschaften genauestens zu bedienen und einzusetzen, ebenso wie Dave Turncrantz sich an den Drums versteht. Das Zusammenspiel der Drei war ohne irgendwelche bemerkbaren Aussetzer exzellent aufeinander abgestimmt und ließ jeden einzelnen Song in ganz besonderem Glanz erstrahlen.
Russian Circles spielten an diesem Abend vor ausverkauftem Haus die besten Stücke aus ihren bisher drei erschienen Alben, Enter (2006), Station (2008) und Geneva, das neueste Werk aus 2009. Und das taten sie wirklich beindruckend und mitreißend! Selten hat mich ein Konzert von Anfang bis Ende so gepackt wie dieses hier von den Russian Circles. Ich hattte die Band erst vor einigen Wochen für mich entdeckt, sie haben sich aber ganz schnell einen der oberen Plätze in meiner momentanen "Beliebtheitsskala" erspielt. Dass nur drei Mann auf der Bühne stehen wusste ich zuvor auch noch nicht, aber die Drei wissen eine mächtige Wand zu erzeugen und beherrschen ihre Instrumente perfekt. Ich hatte einen guten Blick auf das, was Mike Sullivan an der Gitarre vollbrachte, und es war eine Freude ihm zuzusehen. Der Looper wurde permanent mit neuen Melodien bespielt, und das wunderbar sauber, Dave Turncrantz brachte immer den nötigen Drive mit seinen Drums ein und der Bass von Brian Cook peitschte mächtig nach vorne. So gefällt mir das, prächtig prächtig! Es blieben auch nicht viele Verschnaufpausen außer die Kurzweil zwischen den Songs, in denen Russian Circles immer eine Geräuschkulisse aus dem vorherigen Song erzeugten, der als Einleitung für den nächsten Song diente. Wer braucht schon Ansagen! Die Musik sagt in diesem Falle alles, was gesagt werden muss! Und das ist eine deutliche Sprache!
So trieb mich das Set der Russian Cirlces immer weiter und tiefer in ihren Bann und bescherte mir und allem Anschein nach auch allen Anwesenden ein überragendes Konzert! Ich habe schon das ein oder andere Konzert bisher erlebt, doh dieses avanciert zu einem der Besten zu werden! Doch ich muss das Erlebte noch ein wenig auf mich wirken lassen um ein entgültiges Resumee zu ziehen. Dennoch ganz großes Kino von den Russian Circles als auch von Elyjah! Die Russian Circles spielten noch - glaube ich - zwei Zugaben in einem insgesamt rund 70-minütigem Set, welches keine Wünsche offen ließ. Gespielt wurden - in loser Reihenfolge - die Songs Station, Versus, Harper Lewis, Youngblood, Geneva, Malko, Carpe und Hexed All. Auch passten heute Location und Publikum meines Erachtens nach Bestens! Es war ausverkauft, dennoch nicht zu voll, kein ausufernder Mosh-Pit, was bei der Energie, die die Russian Circles da von der Bühne ins Publikum schickten nicht verwunderlich gewesen wäre, sondern eher introvertiertes Moshertum (im positiven Sinne). Auch wenn ein paar Zwischenrufer und Gröhler vernommen werden konnten, die waren glücklicherweise ein wenig weiter entfernter von mir, so wurde mein Konzerterlebnis in keinster Weise getrübt!
Ich danke dem FZW, ich danke dem Publikum und ich danke den beiden großartigen Bands Elyjah aus Berlin sowie den Russian Circles für diesen wundervollen Abend!
Falls einer der Fotografen an diesem Abend ihre Bilder in diesem Bericht präsentieren möchten freuen wir uns über eine Nachricht!
Tag: Konzertreview
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Antwort #1 am: 11. Mar. 2010, 12:59:57 Uhr