An einem verregneten Donnerstag, dem 22. Januar 2009, galt es in das nah gelegene Städtchen Oberhausen zu fahren, um im dort direkt in der Nähe des Hauptahnhofs ansässigen Druckluft die wunderbare Band Saboteur aus Hamburg bei Ihrem Liveauftritt zu sehen. Doch zuvor spielten die mir bisher noch unbekannten Volvo Penta aus Mülheim an der Ruhr als Vorgruppe ihren experimentellen Indie- und Alternative-Rock.
Die vier Jungs aus dem Ruhrgebiet verzichten bei Ihren Songs fast komplett auf Gesang, sie lassen viel mehr Ihre Instrumente für sich sprechen! Soweit ich mich erinnere gab es einen Cover-Song, bei welchem dann doch Gesang ertönte. Aber Gesang ist bei der Musik von Volvo Penta auch gar nicht von Nöten, vielmehr kommt es darauf an, die Feinheiten des Instrumentenspiels in sich aufzunehmen und zu genießen. Mir gefiel diese Mischung aus überwiegend ruhigen Passagen, die dann teilweise fast schon in Noise ausarten können, sehr gut! Eine Band, die ich auf jeden Fall im Auge behalten werde!
In der relativ kurzen Umbaupause konnte man es sich im Café des Druckluft in der oberen Etage gemütlich machen, eine Runde Kickern oder einfach nur Klönen und lecker Bier trinken. Die Atmosphäre dort hat mir sehr gut gefallen und läd zum Verweilen ein. Und eh man sich versah standen auch schon die ebenfalls 4 jungen Männer von Saboteur aus Hamburg auf der Bühnen und begannen ihr Set.
Ich hatte die Band ca. 5 Wochen zuvor als Support von Iliketrains im Pretty Vacant in Düsseldorf gesehen und mochte die Band auf anhieb! Nicht nur, dass der Indiesound der Band mich in ihren Bann gezogen hat, die Bandmitglieder sind zudem auch noch äußerst sympathisch! Und zwei der Gesichter waren mir ohnehin schon bekannt. Bassist und Sänger Peter Tiedecken "kannte" ich von seiner Zeit bei The Robocop Kraus, und Alex Tsitsigias kenne ich von seiner Band Schrottgrenze. Hier bei Sabotuer spielt er allerdings hauptsächlich Schlagzeug, außer einer Ausnahme; bei Schrottgrenze kennt man ihn eher als Frontmann und Gitarrist. Des Weiteren gehören noch Nils Kempen und Jan-Eike Michaelis zu Saboteur und komplettieren die Band in der Funktion der Gitarristen.
Der Auftritt von Saboteur war abermals äußerst überzeugend und ging gut nach vorne. Die Band kommt live auch wesentlich druckvoller und tanzbarer rüber als auf Ihrem Debutalbum A Place Where Painter meet, welches aber auch so absolut hörenswert ist! Leider war mal wieder viel zu wenig Publikum im Druckluft für solch ein wunderbares Konzert anwesend, doch die wenigen Leute konnten zumindest alle nicht still stehen bei dem, was Saboteur da auf die kleine Bühne zauberten! Eingängiger Indiependent Rock mit sonderbar schönen Melodien, der gut ins Bein geht. Dazu kommt der Gesang von Peter, welcher den Songs von Saboteur noch mal ein Sahnehäubchen obendrauf verpasst. Die Jungs sind ein eingespieltes Team und man sieht Ihnen den Spaß an, den sie selbst auf der Bühne haben. Zwischendrin tauschten Peter und sein Nachbar die Instrumente, was ebenso ganz zum Schluß Schlagzeuger Alex und Gitarrist 2 (wir nennen ihn mal so - sorry, kann Eure Namen leider nicht zuordnen) taten, um das letzte Stück des abends anklingen zu lassen. Die Zugaberufe konnte Peter leider nur mit einem "Wir haben nicht mehr" kommentieren und die Forderung "dann noch mal von vorne" konnte die Band leider nicht erfüllen. Aber das sei Saboteur verziehen, haben sie uns doch auch so einen absolut lohnenswerten Abend bereitet! Und wie wir im Nachhinein erfahren durften mussten die vier Jungs auch noch zurück nach Hamburg, da einer der Gitarristen am nächten Tag eine Klausur zu schreiben hatte. Das nenne ich mal Einsatz für die Band!
Der Abend mit Volvo Penta und Saboteur als Mainact war wirklich absolut gelungen und ein erstes Konzert-Highlight im noch jungen Jahr 2009! Auch hier gilt es beide Bands weiterhin zu verfolgen und deren Konzerte zu besuchen. Und zumindest von Saboteur wird man in Zukunft sicher noch Einiges hören können! Danke!
Ein Review zum Debutalbum A Place Where Painters Meet von Saboteur findet ihr hier.
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