Ein sonniger Freitagabend war es und wieder einmal lockte uns das Dortmunder FZW mit einem vielversprechendem Konzert. Auf dem Programm stand die Juicy Beats Pre-Show mit Battles aus Brooklyn als Headliner. Die hatten auch gleich zwei Bands mit im Schlepptau, zum einen als Openener die aus Baltimore stammenden Thank You, als zweites dann mit PTTRNS eine Band aus dem weiteren heimischen Umland. Wenden wir unsere Aufmerksamkeit also zunächst an die erste Band des Abends, an Thank You.
Die Band Thank You aus Baltimore kommt aus einem momentan schwer angesagtem und illustrem Umfeld, stammen aus ihrer Heimat Bands wie Dan Deacon oder Beach House, die seit einiger Zeit für Furore sorgen. Gegründet im Jahr 2006 besteht dieses Art-Rock-Trio heute aus Jeffrey McGrath (Gitarre), dem Wirbelwind Emmanuel Nicolaidis (Drums) und Michael Bouyouca (Gitarre/Synths). Den Namen des asiatisch aussehenden Bassiten konnten wir nicht in Erfahrung bringen. Herausgebracht haben Thank You bisher drei Alben auf Thrill Jockey, 2009 Terrbile Two, Pathetic Mind im Jahr 2009 und Golden Worry erst kürzlich. Ihr Sound ist ein kruder Mix aus Noise- und Post-Rock mit Wave- und Math-Rock-Anleihen, der mitunter sehr verquer, manchmal aber auch poppig und hymnisch daher kommt.
Das gute Wetter verführte wieder dazu bei Bier und Bratwurst im Biergarten des FZW zu verweilen, und so verpassten wir den Beginn des Konzertes von Thank You, der dann gegen 20 Uhr gewesen sein muss. Die Halle des FZW war noch ziemlich spärlich gefüllt, was die Band ein wenig verloren auf der großen Bühne hat aussehen lassen. Thank You's Gitarristen schrammelten ihre Gitarrenmelodien, Drummer Emmanuel war kaum zu bändigen und dreschte auf die Felle ein, als gäbe es kein Morgen mehr und der Bassist war die Ruhe in sich selbst. Er hatte anscheinend auch keine allzu komplizierten Passagen zu spielen, so verharrte er meist in der gleichen Positionen bei dem gleichen Ton. Das Drumspiel und die Gitarren- und Synthsounds sorgten aber für genügend Abwechslung, um die Musik von Thank You als belanglos zu bezeichnen. Ganz im Gegenteil ließ uns diese wilde Mischung aufhorchen, wirkte das Ganze zwar nicht neu aber durchaus interessant! Es gehört schon etwas dazu alle "Regeln" und "Schemata" außer acht zu lassen und sein Ding, sei es noch so ungewohnt für potentielle Zuhörer, in dieser Form duchzuziehen.
Leider hatten Thank You ein paar technische Probleme mit den Monitor-Boxen, sodass Jeffrey nicht so richtig reinzukommen schien. Profi genug wie sie aber sind haben sie ihr Set fortgesetzt, nicht zuletzt durch Emmanuel als Antriebskraft und Duracell-Häschen. Was er sich da zurechtgetrommelt hat konnte einem durchaus den Atem verschlagen! Die sich hinzu gesellenden flirrenden Gitarren und Old-School-Synthflächen und der "Gesang" von Vokalen und Lauten ließen die Musik von Thank You so manches Mal ordentlich ausufern, bevor sie wieder in trancehafte Passagen übergingen, die von der Monotonie der Klänge und dem differenzierten Drumspiel genährt wurden.
Das Set von Thank You war nach gut einer halben Stunde vorüber, nicht zuletzt sicher wegen des noch relativ leeren Saales und der technischen Komplikationen. Uns aber haben Thank You definitiv auf sich aufmerksam gemacht, dieser verquere Mix und die Verrücktheit in ihren Songs macht neugierig auf mehr! Ein guter Auftakt zum Rest der Juicy Beats Pre-Show! Als nächstes standen uns dann PTTRNS aus Köln bevor, die als zweiter Act vor den Battles gespielt haben.
www.myspace.com/wethankyou
www.thrilljockey.com/artists/?id=11346
www.paperandironbooking.com/artists/thank-you
Juicy Beats Pre-Show
Teil 2: Juicy Beats Pre-Show: PTTRNS
Teil 3: Juicy Beats Pre-Show: Battles
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Text und Fotos: Jacques Moch, Bildbearbeitung: Marcel Moch
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