Es scheint ihnen in Bochum gut zu gefallen, den Mannen um Marc Burgess und co., aka The Chameleons Vox. Ein gutes Jahr ist es gerade mal her, da sie uns mit auf eine Zeitreise in den gitarrenlastigen Wave der Achtziger-Jahre nahmen, und da sie ja auch musikalisch (fast) ausschließlich ihren Vorlieben treu bleiben, gab es nun also mal wieder eine Reise in die Vergangenheit.
Dieser Abend wirkt auf den Autor dieser Zeilen wie ein kleines Déja-Vu. Der ein oder anderere der, doch recht zahlreichen, Besucher wird sicherlich ähnlich empfunden haben. Nennt man es nun kompromisslose Beharrlichkeit, oder gar musikalischer Stillstand, das Publikum weiß bereits im Vorfeld was ihnen von den Chameleons Vox serviert werden wird. Überraschungen sind hier fehl am Platze, so daß sich die einzige Veränderung zum Vorjahr darauf beschränkte, dass dieses Mal die Matrix in Bochum als Ort des Geschehens gewählt wurde.
Eine kleine (Nicht-)Überraschung sei dann doch erwähnt, denn es ist an einer der zwei Gitarren mal wieder ein neues Gesicht zu sehen. Aber eigentlich auch nichts Neues bei The Chameleons Vox. Die einzigen Konstanten sind nunmal mit Marc Burgess und John Lever gegeben, sowie ihrem Bestreben sich ausschließlich an dem Material der Original Chameleons Songs der Achtziger zu bedienen. Klingt vielleicht "angestaubt", ist es aber wahrlich nicht. Warum nicht auf Altbewährtes setzen? Die Gäste sind jedenfalls dankbar und erfreut, in Erinnerungen schwelgen zu können, und Hits wie "Second Skin", oder "Monkeyland" genießen zu können. Die Songs der Chameleons sind zeitlos, und funktionieren halt einfach auch noch heutzutage prima. Zumal ein Gros der Zuschauer ja gerade auch deshalb an diesem Abend dort waren, um der alten Zeiten zu fröhnen.
Knappe zwei Stunden wurde also fast sämtliches, bekanntes Chameleons-Material dargeboten, sehr spielfreudig, und alles andere als verstaubt. Der neue Saiten-Mann fügt sich prima in das Quintett ein, und erntet auch berechtigter Weise den ein oder anderen "Szenen-Applaus". Für die Action auf der Bühne sorgt Burgess "himself". Er singt und tanzt sich durch seine Hits (mit stilechter, schwarzer Sonnenbrille aus vergangenen Jahren) wie ein junger Spund. John Lever, am Schlagzeug, wirkt ebenfalls agil wie eh und je, die chorusgeschwängerten Gitarren, sowie der ruhige, im Hintergrund zupfende Bass tun ihr Übriges, um dieses Konzert in einen sehens- und hörenswerten Abend zu verwandeln. Die Leute sind begeistert, und bekommen noch eine, aus 4 Songs bestehende Zugabe zu Gehör. (Hier hätten sich die Chameleons allerdings eine etwas "unglücklich" geratene Cover-Version von Joy Divisions Klassiker "Transmission" durchaus sparen sollen. Aber das nur am Rande).
Alles in Allem also ein sehr launiger Abend, der Lust darauf macht, irgendwann mal wieder "entführt" zu werden, in die sphärischen Klänge "back-to-the-eighties" by The Chameleons Vox. Ich werde jeder Zeit gerne wieder dabei sein, garantiert!
Autor: Trickser
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