Vergangenes Wochenende gab es im Duisburger Café Steinbruch die Zwei-Mann-Combo Urlaub in Polen zu erleben! Und um es schon einmal vorweg zu nehmen dieses Konzert war (ein Mal mehr) unglaublich energiegeladen und absolut sehens- und hörenswert! Doch von vorne...
Das Café Steinbruch auf der Lotharstraße in Duisburg ist mit dem öffentlichen Personennahverkehr abends gegen 20 Uhr noch erreichbar, doch zurück sieht es da eher mau aus. Daher haben sich die Macher des Café Steinbruch einen absolut lobenswerten Service für Ihre Besucher einfallen lassen - und zwar das Steinbruch-Shuttle! Beim Großteil der Konzerte, die im Café Steinbruch stattfinden, fährt der Bus vom Duisburger Hauptbahnhof gegen halb 8 los und bringt die Konzertbesucher komfortabel und bequem in gut 10 Minuten zur Location. Gut 45 Minuten nachdem der letzte Klang von der Bühne verstummt ist laden die freundlichen FahrerInnen des Steinbruch-Shuttles die Leute wieder ein und bringen diese zurück zum Hauptbahnhof! Absolut spitze, so etwas lob ich mir!
Die Konzerte beginnen meist gegen 21 Uhr, so hat man - wenn man den Shuttle-Service genutzt hat - noch ein wenig Zeit zu überbrücken. Dies kann man im Steinbruch aber bestens meistern indem man sich in das Café setzt, ein kühles Bier bei angenehmer Beschallung gönnt und sich vielleicht eine Speise von der lecker zu lesenden Karte einverleibt! Die Gerichte reichen von kleinen Vorspeisen zu ganzen Hauptgerichten, alles mit einer leicht mediterranen Note zu absolut moderaten Preisen! Und schmecken tut es auch noch sehr gut!
Frisch gestärkt ging es dann also gegen viertel vor Neun in den Konzertsaal, auf dessen Bühne das Equipment der Band bereits auf die beiden Protagonisten von Urlaub in Polen wartete. Urlaub in Polen sind Georg Brenner und Jan Philipp Janze, die Band selbst gibt es seit 1999, damals aber mit Georg und Oli (um dessen wahre Identität nur gemutmaßt werden kann). Georg ist bei Urlaub in Polen zuständig für Gitarre, Moog, Synthies, Echo und Vocals, ansonsten spielt er auch noch bei der Indie-Rock-Band KEN. Philipp, der ansonsten zusammen mit Thomas Mahmoud als Elekto-Punk-Krautrock-Duo Von Spar die Bühnen dieser Welt beschallt, bearbeitet äußerst schnell, gerade und präzise das Schlagzeug und ist weiterhin zuständig für Sampling, Percussions und einem weiteren Moog. Georg lernte nach Oli's Weggang im Jahre 2000 Philipp auf einem Konzert kennen und die beiden machten fortan als Urlaub in Polen weiter. Kurz darauf veröffentlichten sie das erste Album Parsec, welches auf ein breites Interesse in der Medienlandschaft stößt und sehr viel positive Kritik erntet!
Wer die weiteren Alben White Spot, Health And Welfare und das zu Beginn des Jahres erschienene Album Liquid kennt, ordnet den Sound von Urlaub in Polen vage in Richtung noisige Gitarrenmusik mit Elektro und Krautrock-Einflüssen, versehen mit atmospärischen Kängen, verhallter Stimme und viel Elektrogefrickel mit treibenden Drumbeats, hauptsächlich live gespielt, manchmal aber auch unterstützt von einem pumpenden Loop.



Und wer eben diese Klangwände der Alben kennt ist umso erstaunter, dass auf der Bühne lediglich zwei Musiker stehen, die mit vollem Körpereinsatz diesen überwältigenden Sound kreieren. Da wird mit Händen und Füßen allerlei Sound aus den Instrumenten geholt - Georg wechselt vom energischen Gitarrenspiel und gleichzeitigem Gesang plötzlich zu seinem Moog, regelt das Echo oder stellt sonst irgend etwas an seinen vielen Effektgeräten ein, um die Klanglandschaften zu produzieren. Man sieht ihm förmlich die kindliche Freude an, die er zu empfinden scheint, wenn er die Fußtreter an oder auskickt, über mehrere andere Pedale einer Konsole, die wie eine Ansammlung von Orgelpedalen aussieht, den Bass aus dem Moog tänzelt und dabei weiter in die Saiten haut. Und Jan prügelt unentwegt auf sein Drumkit ein, stets extrem treibend und präzise auf den Punkt! Für eine Zigarette beim Spielen ist auch noch "Platz". Einfach beeindruckend!



Der Konzertsaal des Café Steinbruch war an diesem Abend leider nicht sonderlich gut gefüllt, Urlaub in Polen hätten definitiv ein volles Haus verdient und dieses dann auch sicherlich in Grund und Boden gerockt! Dennoch waren die Anwesenden von dem, was Urlaub in Polen da präsentierten, äußerst angetan und auch die Band selbst hatte sichtlich Ihren Spaß auf der Bühne, was uns Gregor aber auch noch mal bei einer seiner (wenigen) Ansagen glaubhaft vermittelte! Als Opener diente der Song Theodore Flames, zwischendrin als zweites oder drittes Stück gab es das leicht dubbig angehauchte Wanderlust, dann meine ich kam noch Fuse zum Zuge, zu den anderen Songs kann ich nicht viel sagen. Zum Einen kannte ich im Vorfeld nur das Parsec-Album sowie ein paar Beispiele von hier und da, und zum Anderen war der Auftritt von Urlaub in Polen dermaßen mitreißend und bannend, dass ich mich nur schwer an einzelne Höhepunkte erinnern kann. Aber abwechslungsreich und ganz besonders beeindruckend war es, was wir da von Urlaub in Polen geboten bekamen!
Urlaub in Polen könnt ihr noch bei folgenden Konzerten sehen:
11.12. Schützenhaus, Hohenstein
12.12. Amp, Münster
06.01. Theaterfabrik, Leipzig
07.01. Rosenkeller, Jena
08.01. Scheune, Dresden
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