Bericht und Photos: Jacques Moch, Bildbearbeitung: Marcel Moch
Transfer, Crocodiles und White Lies am 21.03.2011 in der Live Music Hall in Köln
Teil 1: Transfer | Teil 2: Crocodiles
Mit betreten der Bühne durch die Kernbesetzung der White Lies bebte direkt die prall gefüllte Live Music Hall. Vor allem die ersten Reihen, bevölkert von meist jungen Musikfans feierten Sänger und Gitarrist Harry McVeigh, den neuerdings ziemlich bärtigen Charles Cave am Bass und Jack Lawrence-Brown am Schlagzeug frenetisch. Man erspähte hier und da auch selbst angefertigte Plakate und musste sich noch mal kurz vergewissern, ob man beim richtigen Konzert war, kennt man das doch eher von Boybands. Unterstützt werden die drei Engländer Live von Keyboarder Tommy Bowen und einen weiteren Gitarristen, welche die Hauptband rechts und links flankierten. Erfreulich, dass auf weitere Bühnenmitstreiter gesetzt wird, anstatt die auf dem Album produzierten zusätzlichen Klänge vom Band im Hintergrund abspielen zu lassen.Routiniert spielten die White Lies durch ihr Set und hatten die Zuschauer sofort im Griff. Der Sound - irgendwo zwischen Editors, Depeche Mode oder Interpol einzuordnen - kam glasklar aus den Boxen und die Musiker ließen sich trotz der TV Aufzeichnung keine große Aufregung anmerken.
Ihre musikalische Marschrichtung haben White Lies mit ihrem zweiten Release „Ritual" nicht großartig geändert. So würde es jemanden, der die Songs noch nicht kennt, schwer fallen zu sagen, welches Stück von welcher CD stammt. Aber die Reaktionen des Publikums verraten das Versteckspiel der Lieder. Deutlich aktiver wurden die Zuhörer nämlich, wenn man Songs aus dem ersten Album „To Lose My Life" erklangen. Ob man es nur auf die „Qualität" der Musik zurückführen kann ist fraglich. Natürlich konnte sich das 2009er Release viel mehr in den Köpfen festsetzen, allerdings sind doch ein paar Details bei den neuen Titeln anders.
Auf „Ritual" kommen durch die manchmal retro-anmutenden Keyboards und vereinzelten elektronischen Drumbeats die 80er mehr in den Fokus. Die Band spielte sich gut aufgelegt und fehlerfrei durch die Stücke und vor allem Sänger Harry McVeigh suchte den Kontakt zum Publikum, motivierte es zum Mitmachen und bedankte sich häufig bei den Besuchern. Bei dem Titel „Death" aus dem ersten Album wurde dann ganz deutlich dass dies der Favorit an diesem Abend sein würde. Das Publikum war auf einmal hellwach und reckte die Arme in die Höhe. Mit diesem Titel verabschiedeten sich die Musiker nach knapp über einer Stunde Spielzeit erstmal von der Bühne. Natürlich nicht ohne danach für die obligatorische Zugabe noch ein paar weitere Titel zu spielen.
Ein durchaus gelungener Konzertabend ließ die zufriedenen Konzertbesucher im Pinguinschritt die Halle verlassen. Transfer sollten die Überraschung des Abends sein und White Lies festigen mit diesem Konzert ihren Status. Man kann ihnen guten Gewissens attestieren eine gute Liveband zu sein.
Eine kleine Anmerkung am Rande: Ein kleiner Wehrmutstropfen ist, dass so viele Karten verkauft werden. Die Zuschauer im hintersten Viertel der Halle sind wirklich nicht zu beneiden, denn trotz gleich bezahltem Eintritt kommt dort nicht annähernd die Stimmung an, die weiter vorne herrscht. So hört man das auch an den Reaktionen der Besucher auf ihrem Weg zu ihren Autos. Man meint, die Menschen hätten zwei verschiedene Konzerte besucht.
Dieses Konzert wird im WDR am Montag, den 18. April 2011 ausgestrahlt!
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