Tag 1 des Traumzeit Festivals 2011 hatte uns ein gemütliches Sitzkonzert mit Nils Koppruch, einen leider etwas den gesteckten Erwartungen hinterher hinkenden Auftritt von Mogwai, die zauberhaften Klänge von Ólafur Arnalds und der einzig und allein als erstes Highlight zu bezeichnendem Performance von Caribou schon eine Menge hochkarätiges Programm beschert. Nun startete also Tag 2 vom Traumzeit Festival 2011, und begonnen haben wir ihn mit dem Auftritt von Zu am frühen Abend im Foyer des Pumpenhauses.
Zu kommen aus Italien, genauer gesagt aus Rom, und sie treiben bereits seit 1999 ihr Unwesen mit ihrem Sound aus Noise, Avantgarde, Free-Jazz und Experimental mit Doom-Einflüssen. Seither haben sie in aller Welt mehr als 1000 Konzerte gespielt und sind unterschiedlichsten Kollaborationen mit Größen wie Sonic Youth, The Ex, Mike Patton und Dälek (die wir zusammen mit Saxophonist Luca Mai bereits beim Dour Festival erleben konnten) nachgegangen. Neben dem sehr experimentell eingesetztem Saxophon von Mai gehören noch Jacopo Battaglia an den Drums und Massimo Pupillo am Bass zu der Band Zu.
Die Macher des Djäzz aus Duisburg hatten es geschafft, die drei Italiener nach Duisburg zu locken, und man merkte ihnen den damit verbundenen Stolz regelrecht an. Nach ihrer Ankündigung enterten die Drei die wundeschöne improvisierte Bühne des Foyers und begannen mit ihrem Noise-Sound. Pupillo am Bass entlockte seinem Instrument derb verzerrte und tiefe Bassfrequenzen, die uns direkt in den Doom-Himmel glitten ließen. Mai blies wie aus Belgien bekannt in seine Rübe und entlockte ihr unter Zuhilfenahme einiger Effekte aus diesem Instrument eher selten gehörte Klänge, die er aber immer mal mit free-jazzigen Solis unterlegte. Battaglia an den Drums trommelte seine vertrackten Ryhthmen zu dieser Soundwand, die die Männer von Zu uns darboten. Zwischendurch gab es immer wieder ruhige Passagen, in denen entweder der Bass effektbereichert modulierte und hallte, mal nur das Saxophon ganz zaghaft erklang oder die Cymbals des Drumkits als mystische und hintergründige Klangerzeuger herhielten, ehe die Drei eine erneute Mauer aus deftigen Frequenzen in das Foyer pumpten.
Der Sound von Zu ist nichts für Normales-Gewöhnte (wie man hier und da an einigen Gesichtsausdrücken erkennen konnte, ob verzerrt oder andersartig), aber uns gefiel der Auftritt von Zu sehr gut. Leider war der Sound nicht so differenziert, oder es lag einfach nur an dem Noise, den Zu da produzierten. Hier und da hätten wir uns gewünscht, die Songstrukturen etwas besser heraushören zu können, wie man es von den Alben von Zu her kennt. Doch nichts desto trotz war dieser Auftritt nichts Anderes als imposant, der mit einer ordentlichen Portion Wahnsinn versehen war und einen erst mal richtig wach rüttelte für das weitere Geschehen dieses zweiten Tages auf dem Traumzeit Festival.
Die Live-Qualitäten von Zu kann man sich als nächstes Ende September auf dem Denovali Swingfest in Essen zu Gemüte führen. Nicht nur Aufgrund des Erscheinens von Zu sondern auch wegen der vielen anderen dort auftretenden Bands empfehlen wir Euch dieses wunderbare Festival wärmstens!
Ein herzliches Dankeschön an das Traumzeit Festival 2011 für die freundliche Unterstützung!
Ausführliche Berichte und natürlich weitere Bilder zu den Konzerten vom Traumzeit Festival gibt es in Kürze hier auf profilneurotiker.com!
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