KARNIVOOL - SOUND AWAKE
VÖ: 05.03.2010
Label/ Vertrieb: SONY Music
"Introducing the progressive rock album of the year" Guitarist UK
"...a little short of breathtaking. This is genuinely impressive stuff"Kerrang (4 K's)
Als die fünf Musiker aus Perth im April 2005 mit einem Album namens„Themata" erstmals auf der Bildfläche erschienen, waren zwei Dinge sofortaugenfällig. Erstens hatten Karnivool eine Platte abgeliefert, die die Lattefür Heavy Rock in Australien auf einen Schlag extrem hoch legte. Und zweitenswar klar, dass Karnivool erfolgreich sein würden.. Einerseits prachtvoll undhymnisch, andererseits aber auch progressiv in jedem Wortsinn, war „Themata"reich an Bombast-Rock-Momenten, elektrisierender Glückseligkeit, kombiniert mitvirtuosen Gitarrenpassagen, innovativem Riffing, experimentell gestimmtenInstrumenten, verblüffender Taktierung und Gänsehaut-erzeugenden Melodien. Auchlive war die Band einzigartig. Als absolutes Trumpfass entpuppten sich dabeidie charismatische Bühnenpräsenz und die meisterhaften, gesanglichenFähigkeiten von Frontmann Ian Kenny.
In den folgenden Jahren tourte die Band fleißig, trat überall in Australienin ausverkaufen Hallen auf und erspielte sich schnell eine eingeschworeneFan-Gefolgschaft. 2007 wurde die Band bei den „WAMi Awards" fünfmalausgezeichnet: (u.a. „Most Popular Act", „Most Popular Live Act"). Bei diversengroßen Rockfestivals down under war die Band der unumstrittene Publikumsmagnet.Und nach mehr als 32.000 verkauften Exemplaren schlossen Karnivool eineninternationalen Lizenz-Deal ab, der eine Veröffentlichung des Longplayers inden USA, Großbritannien, Kanada und Mexiko vorsah. Plötzlich war die kleineProg-Rock-Band aus Perth einer der größten Acts ihres Kontinents.
Mit ihrem zweiten Album hatte sich die Band der Herausforderung zu stellen:Vier lange Jahre waren seit dem Debütalbum ins Land gegangen und die Fansdürsteten nach mehr ‘Vool-Material. Ende 2008 wagte sich die Band schließlich an die Aufgabe und engagierte erneut„Themata" Produzenten Forrester Savell (u.a. The Butterfly Effect, Dead LetterCircus). Sänger Ian Kenny erklärt: „Als die Entscheidung gefallen war, ihn beiuns aufzunehmen, haben wir uns komplett auf ihn verlassen. Er sollte sich dieganz schweren, schwarzen Stiefel anziehen und alle in den Arsch treten. Und dastat er auch. Außerdem hat's der Typ musikalisch einfach drauf - er ist wie der‚Cleaner', der an den Tatort kommt und aufräumt. Ein extrem talentierter Mann,dessen Ohren wir sehr schätzen."
So verkrümelten sie sich für einige Monate im Studio in Perth. Anders alsbei „Themata" - ein Album, das größtenteils der Vision von Gitarrist DrewGoddard entsprang - hatte sich die Band diesmal die Schaffung eines kollektivenWerkes vorgenommen. Also schrieben sie als Einheit, jammten, improviserten,analysierten, experimentierten, überdachten, kürzten, überarbeiteten, testetenund untersuchten sie jede Kleinigkeit jedes einzelnen Taktes. Aber warum zumHenker dauerte das so lange? „Wir sind eben furchtbar pedantische, zwanghaft besesseneSongwriter", schmunzelt Gitarrist Mark ‘Hoss' Hosking, „wir tüfteln noch anSachen herum, die wir schon vor langer Zeit in Ruhe hätten lassen sollen. Dochdas ist die Art und Weise, wie Karnivool eben arbeitet - wir lassen Dinge nichteinfach so, wenn wir das Gefühl haben, wir könnten daran noch etwasverbessern."
„Es hat so lange gedauert, weil wir unsere Ziele von Anfang an extrem hochgesteckt haben", sagt Drew. „Wir wollten uns ganz bewusst selbst fordern, darumwurde es ein langer, zermürbender Prozess. Es war so eine Mischung ausmit-dem-Kopf-gegen-die-Wand und seltenen Momenten purer Freude, wenn dann alleszusammen passte. Wir begannen den Aufnahmeprozess mit vielen unfertigen Songs,wir waren noch am Schreiben und Zusammenstellen."
„Es liegt in unserer Natur, jeden erdenklichen Weg auszuprobieren, um dasbeste Ergebnis zu erzielen", sagt Kenny. „Das Album zu schreiben war wie fünferhitzte musikalische Geister, die sich zur Fütterungszeit um einen Trogbalgen, man stößt zwangsläufig mit den Köpfen zusammen - es braucht einigeZeit, bis man sich da durchgearbeitet hat."
„Wir wollten mehr Tiefe", fährt Drew fort, „dies war das erste Mal, dass wirein Album als Band schrieben und jeder seinen Beitrag leistete, mit einemgemeinsamen Ziel vor Augen. Es war ein grundlegendes Ding - einen Weg zufinden, die Sache klanglich in Angriff zu nehmen und dabei mehr Farben, mehrStruktur und Dynamik zu erreichen. Ich persönlich mag Alben, die man nicht vomersten Moment an liebt, sondern bei denen einen etwas fasziniert und es beijedem Hören wächst. So eine Art Album bewusst zu schreiben, ist allerdings sehrschwierig. Es ist nahezu unmöglich, denke ich, einen Song zu schreiben, den mannicht sofort versteht, sondern erst mit der Zeit lieben lernt. Aber es ist unszu einem Gutteil auf ‚Sound Awake' gelungen."
Das Ergebnis, so intuitiv und zweifellos meilenweit entfernt von „Themata",ist ein ausufernde Opus. „Sound Awake" ist ein Album, das sich auf Umwegebegibt und dann wieder verweilt, auf dem jedes Stück seinen eigenen Weg geht,ungeachtet von Konventionen und traditionellen Strukturen. Betrachtet man dasSpektrum vom gigantischen Bass-Brummen des Album-Openers „Simpleboy" bis zumtaumelnden Groove und Jazz-Metal-Flavour von „Goliath", wird sofort klar, dasKarnivool hier eine Schippe draufgelegt haben, sowohl musikalisch als auchklanglich. Ian Kenny ist fraglos einer der besten australischen Sänger, seinehohe, gefühlsgeladene Stimme schwebt über dem Song „New Day" und verleihtKarnivools epischem Songwriting Flügel.
Mit einem mächtigen Power-Refain ausgestattet, werden auf „All I Know"geschmeidige Gitarren-Riffs vor einer Brandung überlappender Delays miteinanderverwoben, bevor das schaurig-melancholische Falsett von „The Medicine WearsOff" - quasi als Zwischenakt - die zweite Hälfte von „Sound Awake" einläutet.Mit „The Causal Lure" und „Illumine" lässt die Band zwei ihrer umwerfendstenBeispiele ihrer musikalischen Zauberkunst auf den Hörer los: beide enthaltenkomplexe Riff-Algorhythmen, ergeben jedoch jeweils durch Kennys verblüffendeMelodien letzten Endes wieder Sinn. Anschließend entfaltet sich das gewaltige,zehnminütige Epos „Deadman" in spektakulär steigernder Weise. Dann greifenKarnivool „Themata's Change: Part One" auf, das sie unter Zuhilfenahme einesfinsteren Xylophons frei überarbeiteten und den Boden bereiten für denabschließenden Höhepunkt des Albums: das donnernde „Change: Part Two". Auf den Punkt gebracht ist „Sound Awake" eine kaleidoskopisches,multidimensionales Meisterwerk. Savells Produktion lässt nur annähernd adäquatals „unglaublich" beschreiben.
„Das ist Album ist zwar ‚heavy', aber nicht im Sinn von traditionellem ‚HeavyMetal' oder ‚Heavy Riffing' - es ist viel mehr emotional ‚heavy'", sagt Drew,„es lastet auf dir. Ich denke, wir haben ein paar Emotionen geweckt, die wirvorher nicht zwangläufig empfunden hatten und begaben uns in Bereiche, wo wiruns nicht wohl fühlten. Aber ich denke, das macht gute Musik aus." „Das Album war wirklich eine Herausforderung", pflichtet Hoss bei. „Die Musikumfasst ein großes Spektrum und verlangt dem Hörer maximale Aufmerksamkeit ab.Und ich glaube, das ist auch genau der Grund, warum das Album Karnivool-Fansgefallen wird."
Der erste Song, mit dem die Band ans Radio geht, mit dem Titel „Set Fire To TheHive" klingt nicht nur wie kein anderes Stück des Albums, sondern auch wienichts, was die Karnivool jemals zuvor veröffentlicht haben: rougherUptempo-Prog-Punk mit verzerrtem Gesang, den Kenny mit der gebotenen Giftigkeitabliefert. „Set Fire To The Hive' ist ein Song, den wir in einer eigenartigenStimmung schrieben, als wir alle sehr von Band-externen Sachen frustriertwaren. Und das kann man in dem Song hören - es ist, als wenn wir alle‚FAAAARK!!' schreien. Es ist definitiv der derbste Moment auf dem Album, dasschwarze Schaf unter den Songs."
„In dieser Stimmung kam die Band auch auf den Titel ‚Sound Awake'", erläutertKenny. „Mit der Platte haben wir alles in Frage gestellt, denn wenn wir damitaufhören, sind wir am Arsch. Der Begriff ‚Sound Awake' kam von der Vorstellung,in einer Umgebung wach zu bleiben, in der es so einfach ist, abzuschalten. DerTitel steht auch dafür, dass es eine Herausforderung ist, die Platte in einerSitzung durchzuhören - das wird für einige Leute eine ziemliche Prüfung. Dasist ein ziemlicher Brocken, den man nicht so leicht runter bekommt.
Hat die Band möglicherweise einen guten Tipp für ihre Fans, wie man sich demwiderborstigen Biest nähern kann? „Mit diesem Album wollten wir unsherausfordern, nicht nur als Einzelpersonen, sondern als Kollektiv", sagt Hoss.„Es ist ein großer Schmelztiegel, in dem sich alle unsere Ideenauskristallisieren. Ich hoffe wirklich, dass die Menschen es mögen. Es ist einEpos." Kenny denkt eine Sekunde nach, bevor er antwortet. „Dieses Album wird einemauch in Zukunft immer wieder etwas geben. Jeder Track hat eine unglaublicheklangliche Tiefe und ich höre immer noch so viele Untertöne und die Gründe,warum jeder Song so klingt, wie er es jetzt tut. Man sollte mit einem neuen Albumimmer seine Hörer fordern. Gib ihnen etwas Neues, etwas Anderes, etwasInspirierendes, denn wenn du dich in solchen Sphären bewegst, bist du immerdein Geld wert."
Das letzte Wort soll aber Bassist Jono vorbehalten sein: „Dreht auf!LAUT!!".