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Etwas uninspiriert mag dieWahl des Albumtitels erscheinen, dies tut dem zweiten Album„Razorlight“ aber keinen Abbruch. Und auch die Kürze der Platte darfeinen nicht abschrecken – auf gerade mal 35 Minuten finden immerhin 10Songs Platz, die alle ihre Berechtigung haben.

Die britisch-schwedische Band um Johnny Borell schlägt eineneindeutigen Richtungswechsel ein. Nach den Vergleichen mit Libertinesoder The Strokes, sieht sich das meist weiße Jeans tragende undselbsternannte Genie Borell jetzt in einem amerikanischen Roadmovie –weg vom Kleinstadtpunk. Das mag die einen freuen und die anderenenttäuschen. Sicher ist: die Platte polarisiert.

Dies wird schon mit dem Opener „In The Morning“ klar – denn hierverabschieden sich Razorlight ganz klar vom Vorgänger „Up all night“.Der Song ist zwar fröhlich und Razorlight typisch gitarrenlastig, aberauch die Ernsthaftigkeit hat ihren Einzug bei dem Quartett gehalten.Borell fordert mit seinen Lyrics das Erwachsenwerden auf: „Rememberwhen you were young and lose yourself". Ein wenig unschuldiger kommt„Who needs love“ daher – ein süßer, einfacher Popsong, der nur ausKlavier, Gitarre und gehauchtem Gesang von Borell besteht. In „Hold on“kippt die romantische Stimmung, laute Riffs und der Motown-Rhythmusgehen einem schnell in Kopf und Beine.

Song Nummer 6 "I Can't Stop This Feeling I've Got" soll laut Borell amehesten die Hörer des Debüts besänftigen, die dem rauen Rock von „Upall night“ nachtrauern – es ist das ernannte Herz des Albums. DieMischung ist umwerfend: sexy gehauchte Passagen, von Björn Ågrenhervorragend gespielte ruhige Gitarren und ein kontrovers lauter,schneller Refrain – hier waren Meister am Werk. Die versprochenenAmerika-Einflüsse findet man bei " Los Angeles Waltz " oder „America“.Für Fans wird vor allem dieser Finalsong „Los Angeles Waltz"gewöhnungsbedürftig sein – er könnte auch vom Alt-Rocker BruceSpringsteen stammen. Auch hier geht es wieder um den Ernst des Lebensund die Höhen und Tiefen einer Beziehung, die der Leadsängereindringlich und fast klagend beschreibt.
Die Songs sind keine reinen schrammeligen Popstücke mehr, sondern einprägsamer und emotionaler.

Gewöhnungsbedürftig, aber gut.

Tracklist:

1. In The Morning
2. Who Needs Love?
3. Hold On
4. America
5. Before I Fall To Pieces
6. I Can't Stop This Feeling I've Got
7. Pop Song 2006
8. Kirby's House
9. Back To The Start
10. Los Angeles Waltz

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